CRM Software · Beratung und Projektgeschäft

CRM für Beratung und Projektgeschäft.
Von der Anfrage bis zur abgerechneten Stunde.

CRM-Software (Customer Relationship Management) für Unternehmensberatungen, IT-Dienstleister, Agenturen und Ingenieurbüros im DACH-Mittelstand muss mehr leisten als eine Vertriebspipeline: Sie verbindet Akquise, Angebote und Rahmenverträge mit Auslastung, Zeiterfassung und Abrechnung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie CRM, PSA (Professional Services Automation), Projektmanagement und ERP abgrenzen, welche acht Systeme zum Projektgeschäft passen, was rechtlich gilt und was eine Einführung kostet. Für Ihre eigene Shortlist erstellt das CRM-Matching aus über 150 CRM-Systemen in rund 6 Minuten eine dokumentierte Auswahl, kostenlos und ohne Registrierung.

Pipeline und AuslastungTime & Material, Festpreis, Retainer§ 203 StGB und DSGVODATEV und Microsoft 365
49,0 Mrd. €
Umsatz deutscher Unternehmensberatungen 2025, plus 0,5 Prozent (BDU, März 2026)
66,4 %
abrechenbare Auslastung bei 509 Dienstleistern weltweit, Tiefstwert seit 19 Jahren (SPI Research, Februar 2026)
200.000 €
Umsatz pro Consultant im Branchenschnitt (BDU KPI-Studie, Stand 2023)
150+
CRM-Systeme im Katalog von Find-Your-CRM, über 200.000 Referenzprojekte als Datenbasis
Ausgangslage

Warum Projektgeschäft ein
eigenes CRM-Profil braucht.

Im Projektgeschäft verkaufen Sie keine Produkte ab Lager, sondern Zeit und Wissen bestimmter Menschen. Jede gewonnene Opportunity (Verkaufschance) bindet Kapazität, jede verlorene lässt Kapazität leer laufen. Die deutsche Beratungsbranche setzte 2025 laut BDU 49,0 Milliarden Euro um, bei nur 0,5 Prozent Wachstum, und Auftraggeber mussten Projekte häufiger belastbar begründen als früher. In diesem Umfeld entscheidet die Verbindung von Vertrieb und Delivery (Projektdurchführung) über Marge und Auslastung.

Ohne integriertes Projekt-CRM

  • Die Pipeline lebt in Excel, die Auslastung in einer zweiten Liste. Ob ein Auftrag im März überhaupt besetzt werden kann, weiß niemand vor der Unterschrift.
  • Angebote entstehen aus der letzten Word-Vorlage. Tagessätze und Rabatte weichen von Kunde zu Kunde ab, ohne dass jemand die Abweichung bemerkt.
  • Bei der Übergabe an die Projektleitung gehen Annahmen, Ansprechpartner und Zusagen aus dem Vertrieb verloren. Der Kunde erklärt alles ein zweites Mal.
  • Rahmenverträge und Abrufkontingente liegen im Vertragsordner. Ob ein Kontingent zu 80 oder zu 120 Prozent verbraucht ist, zeigt sich erst bei der Rechnung.
  • Stunden werden in einem dritten Werkzeug erfasst und für die Rechnung von Hand übertragen. Nicht erfasste Zeit wird nie abgerechnet.
  • Referenzprojekte für Ausschreibungen werden bei jeder Bewerbung neu zusammengesucht.

Mit integriertem Projekt-CRM

  • Gewichtete Pipeline und geplante Auslastung stehen in einer Sicht. Wahrscheinliche Aufträge reservieren Kapazität vorläufig, bevor der Vertrag unterschrieben ist.
  • Angebote nutzen Leistungsbausteine, Rollen und Tagessätze aus einer zentralen Preisliste. Abweichungen laufen über eine Freigabe.
  • Die gewonnene Opportunity erzeugt das Projekt mit Budget, Rollen, Meilensteinen und Übergabeprotokoll. Vertrieb und Projektleitung sehen dieselben Zahlen.
  • Abrufe aus Rahmenverträgen werden gegen das Kontingent gebucht. Das Account Management sieht Restvolumen und Verlängerungstermin.
  • Freigegebene Stunden fließen direkt in die Abrechnung nach Time & Material (Aufwand), Festpreis oder Retainer (monatliche Pauschale) und von dort in die Buchhaltung.
  • Abgeschlossene Projekte sind mit Branche, Volumen, Methode und Team als Referenz gepflegt und für das nächste Angebot sofort auffindbar.

Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Marktzahlen 2025, veröffentlicht März 2026.

Systemlandschaft

CRM, PSA, Projektmanagement und ERP:
wer was führt.

Im Projektgeschäft greifen vier Systemklassen ineinander. PSA (Professional Services Automation) bezeichnet Software, die Dienstleister beim Projekt- und Ressourcenmanagement für Kundenprojekte und bei der Steuerung der abrechenbaren Auslastung unterstützt. Entscheidend ist weniger, welche Klasse Sie kaufen, als welches System für welches Objekt die Datenhoheit hat. Die Tabelle zeigt die übliche Aufteilung.

SystemklasseFührt diese ObjekteKernfrageTypische Grenze
CRMCustomer Relationship ManagementAccounts, Kontakte, Leads, Opportunities, Angebote, RahmenverträgeWelcher Kunde, welche Chance, welcher nächste Schritt?Kennt Personen und Chancen, aber keine Verfügbarkeit der Beratenden und keine erfassten Stunden
PSAProfessional Services AutomationProjekte, Rollen, Ressourcen, Skills, Zeiten, Projektbudgets, abrechenbare LeistungenWer arbeitet wann an welchem Projekt, und rechnet es sich?Akquise, Kampagnen und Lead-Management meist schwächer als im reinen CRM
Projektmanagement-Tooletwa Jira, Asana, MS ProjectAufgaben, Sprints, Meilensteine, AbhängigkeitenWird das Projekt inhaltlich rechtzeitig fertig?Keine kaufmännische Sicht auf Tagessätze, Budget und Rechnung
ERPEnterprise Resource PlanningFinanzbuchhaltung, Rechnungen, Kostenstellen, PersonalstammdatenWelche Buchung, welche Rechnung, welcher Abschluss?Für Akquise und Besetzung zu schwerfällig, Daten eher periodisch als in Echtzeit
Integrierte SuiteCRM, PSA und Faktura in einem SystemDie oben genannten Objekte in einem gemeinsamen DatenmodellWie läuft der Weg von der Anfrage bis zur Zahlung?Weniger Tiefe in einzelnen Disziplinen, höhere Abhängigkeit von einem Anbieter

Definition PSA nach Wikipedia: Professional services automation, abgerufen Oktober 2026. Vertiefung im Leitfaden CRM vs. ERP: Abgrenzung und Integration. ERP-Systeme mit Dienstleistungsmodulen vergleicht die Schwesterplattform Find-Your-ERP.

Vertrieb im Projektgeschäft

Von der Anfrage zum Auftrag:
sechs Anforderungen an das CRM.

Projektvertrieb ist Beziehungsvertrieb mit langen Zyklen, vielen Beteiligten auf Kundenseite und Angeboten, die jedes Mal etwas anders aussehen. Ein Projekt-CRM muss diese Besonderheiten abbilden, ohne den Vertrieb mit Pflichtfeldern zu lähmen. Die sechs Bausteine trennen ein taugliches System von einer reinen Kontaktdatenbank. Stages, Scoring und Pipeline-Kennzahlen im Detail erklärt der Leitfaden Lead Scoring und Sales Pipeline im CRM.

01 · Pipeline

Opportunity-Pipeline für Projekte

Eine Projekt-Opportunity braucht mehr als Betrag und Abschlussdatum: geplanter Projektstart, Laufzeit, benötigte Rollen und Personentage. Erst damit lässt sich aus der Pipeline ablesen, wann welche Kapazität gebraucht wird. Die Abschlusswahrscheinlichkeit sollte an definierte Stages gekoppelt sein, nicht an das Bauchgefühl. TimO beschreibt die Logik so: 10.000 Euro Auftragswert bei 50 Prozent Wahrscheinlichkeit ergeben 5.000 Euro gewichteten Auftragseingang.

  • Felder für Startdatum, Laufzeit, Rollen und Personentage
  • Stages mit Ausstiegskriterien statt freier Prozentwerte
  • Verlustgründe als Pflichtauswahl für die Win-Loss-Analyse
02 · Ausschreibungen

Ausschreibungen und Teilnahmeanträge

Öffentliche Auftraggeber vergeben Dienstleistungsaufträge seit dem 1. Januar 2026 ab 216.000 Euro netto EU-weit, oberste und obere Bundesbehörden ab 140.000 Euro. Solche Verfahren haben feste Fristen für Bieterfragen, Teilnahmeanträge und Angebote. Bilden Sie Ausschreibungen deshalb als eigenen Opportunity-Typ ab. Die Bid/No-Bid-Entscheidung (die Abwägung, ob sich ein Angebot lohnt) gehört dokumentiert, damit Sie Ihre Trefferquote je Auftraggebertyp auswerten können.

  • Fristenkalender mit Erinnerung an Bieterfragen und Abgabe
  • Bid/No-Bid-Checkliste mit gewichteten Kriterien
  • Verknüpfung zu Referenzen und Teamprofilen
03 · Angebote

Angebote, Kalkulation und Freigaben

Beratungsangebote kombinieren Rollen, Tagessätze, Reisekosten und oft mehrere Phasen mit unterschiedlichen Abrechnungsarten. Ein Projekt-CRM sollte Angebote aus Leistungsbausteinen und einer zentralen Preisliste erzeugen und jede Version speichern. Rabatte und Abweichungen vom Standardsatz laufen über eine Freigabe, damit die Marge schon vor Vertragsschluss sichtbar ist. projectfacts etwa führt Angebote, Aufträge und Rechnungen im Modul Finanzen zusammen.

  • Versionierte Angebote mit Vergleich der Stände
  • Kalkulation nach Rollen, Tagessätzen und Fremdleistungen
  • Freigabestufen ab definierten Rabatt- oder Volumengrenzen
04 · Account Management

Account Management und Rahmenverträge

Bestandskunden beauftragen häufig über Rahmenverträge mit Einzelabrufen. Öffentliche Rahmenvereinbarungen dürfen nach § 21 Abs. 6 VgV in der Regel höchstens vier Jahre laufen, das CRM braucht also Laufzeit, Volumen und Verlängerungstermin je Vertrag. Jeder Abruf wird gegen das Kontingent gebucht, damit das Account Management Restvolumen und Anschlussbedarf früh erkennt. Ergänzen Sie Stakeholder-Maps, also Übersichten der Beteiligten mit Rolle und Einfluss, für Entscheider, Einkauf und Fachbereich.

  • Vertragsobjekt mit Laufzeit, Volumen, Tagessätzen und Abrufen
  • Warnung bei 80 Prozent Kontingentverbrauch
  • Stakeholder-Map mit Rolle, Einfluss und letzter Interaktion
05 · Forecast

Forecast und Umsatzplanung

Der Umsatzforecast eines Dienstleisters besteht aus drei Schichten: bereits beauftragter Auftragsbestand, gewichtete Pipeline und die Kapazität, mit der sich beides erbringen lässt. Ein CRM ohne Verbindung zur Kapazität überschätzt den Umsatz, weil es Aufträge zählt, für die niemand frei ist. Planen Sie den Forecast deshalb nach Leistungsmonat, nicht nach Abschlussmonat.

  • Auftragsbestand nach Leistungsmonat verteilt
  • Gewichtete Pipeline mit Best Case und Worst Case
  • Abgleich mit verfügbaren Stunden je Rolle
06 · Übergabe

Übergabe vom Vertrieb ins Projekt

Die Übergabe ist der typische Bruchpunkt im Projektgeschäft: Was im Vertrieb zugesagt wurde, muss vollständig bei der Projektleitung ankommen. Legen Sie fest, dass eine gewonnene Opportunity automatisch ein Projekt mit Budget, Rollen und Meilensteinen erzeugt. Dazu gehört ein strukturiertes Übergabeprotokoll mit Zielen, Annahmen, Risiken, Stakeholdern und kommerziellen Eckpunkten. Ein kurzes Übergabegespräch mit Vertrieb, Projektleitung und Kunde schließt den Schritt ab.

  • Übergabevorlage als Pflichtschritt vor Projektstart
  • Rollen: Account Lead, Projektleitung, Eskalationskontakt
  • Kalkulierte Marge aus dem Angebot als Projektbudget

Quellen: IHK Hannover zu den EU-Schwellenwerten ab 2026, § 21 VgV, TimO CRM, projectfacts Module und Preise, Stand Oktober 2026.

Kanzleien und Steuerberater

CRM für Kanzleien und Steuerberater:
Mandate gewinnen, Geheimnisse schützen.

Ein CRM für Kanzleien und Steuerberater ergänzt die Kanzleisoftware um Mandatsanbahnung, Beziehungspflege und Kollisionsprüfung, ersetzt aber weder Fristenkontrolle noch Handakte oder Gebührenabrechnung. Der Markt ist kleinteilig: Zum 1. Januar 2026 zählten die Steuerberaterkammern 53.932 Praxen, davon 67,1 Prozent Einzelpraxen, und die Rechtsanwaltskammern 167.547 zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Anders als Unternehmensberatungen unterliegen beide Berufe eigenen Regeln zu Verschwiegenheit, Werbung und Interessenkollision, die das CRM technisch abbilden muss.

01 · Mandatsanbahnung

Sachlich werben, Herkunft messen

Rechtsanwälte und Steuerberater dürfen nur werben, soweit die Werbung in Form und Inhalt sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist (§ 43b BRAO, § 57a StBerG). Kampagnen aus dem CRM sollten deshalb informieren, etwa mit Rundschreiben oder Seminaren. Erfassen Sie Herkunft und Empfehlungsgeber jedes Mandats, damit Sie sehen, welche Kanäle Mandate bringen. Passende Kampagnenfunktionen zeigt der Leitfaden Marketing-Automation im CRM.

  • Herkunft und Empfehlungsgeber als Pflichtfeld beim neuen Mandat
  • E-Mail-Rundschreiben nur mit dokumentierter Einwilligung
  • Freigabe von Kampagnentexten durch einen Berufsträger
02 · Konflikt-Check

Kollisionsprüfung vor der Annahme

Ein Rechtsanwalt darf nicht tätig werden, wenn er einen anderen Mandanten in derselben Rechtssache bereits im widerstreitenden Interesse beraten oder vertreten hat, das gilt auch für die mit ihm gemeinsam tätigen Anwälte (§ 43a Abs. 4 BRAO). Für Steuerberater regeln § 57 Abs. 1a bis 1c StBerG Tätigkeitsverbot und Hinweispflicht bei Interessenkollisionen. Das CRM sollte vor jeder Annahme alle Beteiligten gegen den gesamten Bestand prüfen, auch gegen beendete Mandate. Für diese Prüfung dürfen verschwiegenheitspflichtige Tatsachen einem Rechtsanwalt auch ohne Einwilligung offenbart werden (§ 43a Abs. 4 Satz 6 BRAO).

  • Suche über Mandanten, Gegner, Beteiligte und Konzernverbund
  • Prüfprotokoll mit Datum, Treffern und Entscheidung am Mandat
  • Annahme erst nach Freigabe durch einen Berufsträger
03 · Dienstleister

Der CRM-Anbieter als mitwirkender Dienstleister

Wer einem CRM-Anbieter Zugang zu Mandantengeheimnissen eröffnet, braucht nach § 43e BRAO beziehungsweise § 62a StBerG einen Vertrag in Textform. Darin wird der Anbieter unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen zur Verschwiegenheit verpflichtet, auf die Kenntnis des Erforderlichen beschränkt, und es wird festgelegt, ob er weitere Personen heranziehen darf. Bei Leistungserbringung im Ausland muss der dortige Geheimnisschutz vergleichbar sein (jeweils Abs. 4), bei Diensten für ein einzelnes Mandat braucht es die Einwilligung des Mandanten (jeweils Abs. 5).

  • Verschwiegenheitsvereinbarung in Textform neben dem AV-Vertrag
  • Liste der Subunternehmer mit Leistungsort
  • Beendigung, sobald die Vorgaben nicht gewährleistet sind (jeweils Abs. 2)
04 · Mandantenverwaltung

Mandantenstamm, Mandate und Zuständigkeiten

Ein Mandant hat oft verbundene Gesellschaften, Gesellschafter, Angehörige und mehrere parallele Mandate mit eigenen Zuständigen. Bilden Sie diese Beziehungen als Verknüpfungen ab und vergeben Sie Leserechte je Mandat statt je Mandant, damit das Need-to-know-Prinzip auch innerhalb der Kanzlei gilt. Das Paket Kanzleiorganisation von BMD, zu dem BMD CRM gehört, führt zum Beispiel Zuständigkeiten, Kontaktjournal, Telefonprotokoll, Mandantenakte und Fristenverwaltung für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zusammen.

  • Beziehungen zwischen Personen, Gesellschaften und Mandaten
  • Leserechte je Mandat statt je Mandant
  • Jahresgespräch und Beratungsanlässe als Wiedervorlage
05 · Fristen

Ein führendes System für Fristen

Fristen sind in Kanzleien haftungsrelevant, deshalb sollte genau ein System sie führen, in der Regel die Kanzleisoftware mit Fristenbuch oder Fristenverwaltung. Das CRM übernimmt Beratungs- und Vertriebstermine wie Jahresgespräche oder das Angebot für ein Folgemandat. Legen Sie vor der Einführung fest, welche Termintypen synchronisiert werden und in welche Richtung.

  • Gesetzliche und gerichtliche Fristen nur in der Kanzleisoftware
  • Beratungsanlässe und Wiedervorlagen im CRM
  • Fristen höchstens lesend ins CRM synchronisieren
06 · Abgrenzung

CRM oder Kanzleisoftware?

Kanzleisoftware deckt Akte, Fristen, Gebührenabrechnung und Mandantenbuchhaltung ab, ein CRM dagegen Akquise, Kampagnen und Beziehungspflege (Grundlagen im Leitfaden Was ist ein CRM). Kleine Einheiten prüfen zuerst das CRM-Modul ihrer Kanzleisoftware oder einen Outlook-nahen Ansatz wie Outlook Infodesk, das Kontakte, Aufgaben und Dokumente in Microsoft Outlook zusammenführt. Für Löschregeln gilt: Handakten bewahren Rechtsanwälte sechs Jahre (§ 50 Abs. 1 BRAO), Steuerberater zehn Jahre (§ 66 Abs. 1 StBerG) ab Ende des Jahres der Auftragsbeendigung auf, auch bei elektronischer Führung.

  • CRM-Modul der Kanzleisoftware zuerst prüfen
  • Mandantenstamm nur in eine Richtung synchronisieren
  • Löschfristen im CRM mit den Handaktenfristen abstimmen

Quellen: Bundessteuerberaterkammer, Berufsstatistik 2025, Stichtag 1. Januar 2026; BRAK, Presseerklärung Nr. 7 vom 15. April 2026; § 43a BRAO, § 43b BRAO, § 43e BRAO, § 50 BRAO, § 57 StBerG, § 57a StBerG, § 62a StBerG, § 66 StBerG, aktuelle Fassungen; BMD Kanzleiorganisation; Profiltexte im Katalog von Find-Your-CRM. Stand 8. Oktober 2026. Ergänzend: CRM für Finanzdienstleister und Immobilien.

Delivery-Steuerung

Auslastung, Zeiten und Abrechnung:
wo das CRM an die PSA übergibt.

Nach dem Auftrag beginnt die Arbeit, die über die Marge entscheidet. Im weltweiten Benchmark 2026 des Analysehauses SPI Research mit Daten von 509 Dienstleistern aus dem Jahr 2025 sank die abrechenbare Auslastung auf 66,4 Prozent, den niedrigsten Wert in 19 Jahren der Erhebung. Wer Auslastung, Zeiten und Rechnungen nicht im selben Datenmodell führt wie Kunden und Angebote, sieht Abweichungen erst im Monatsabschluss. Die sechs Bausteine gehören in die PSA-Funktionen Ihres Systems oder in ein eng angebundenes Spezialsystem.

01 · Ressourcen

Ressourcen- und Auslastungsplanung

Die Ressourcenplanung zeigt je Person und Rolle, welche Stunden fest gebucht, vorläufig reserviert oder frei sind. Vorläufige Reservierungen (Soft Booking) entstehen aus Opportunities mit hoher Wahrscheinlichkeit und werden mit dem Auftrag zu festen Buchungen. TimO nennt das in CRM Pro eine Opportunity-basierte Kapazitätsplanung, die erwarteten Bedarf mit verfügbaren Kapazitäten vergleicht. Planen Sie mindestens drei Monate rollierend voraus.

  • Feste und vorläufige Buchungen getrennt darstellen
  • Abwesenheiten aus HR oder Urlaubsplanung übernehmen
  • Engpassanzeige je Rolle und Standort
02 · Skills

Skills und Verfügbarkeit

Für die Besetzung zählt nicht nur, wer frei ist, sondern wer passt: Methoden, Branchenerfahrung, Sprachen, Zertifikate, Sicherheitsfreigaben beim Kunden. Ein Skill-Profil je Person mit Stufen und Nachweisen macht die Suche nach dem passenden Team nachvollziehbar. Öffentliche Auftraggeber dürfen nach § 46 Abs. 3 Nr. 2 und Nr. 6 VgV Angaben zu den eingesetzten Fachkräften sowie Ausbildungsnachweise verlangen. Wer Skills pflegt, beantwortet solche Anforderungen in Minuten.

  • Skill-Katalog mit Stufen statt Freitext
  • Suche nach Skill, Zeitraum und Verfügbarkeit
  • Pflege durch die Mitarbeitenden, Bestätigung durch die Führungskraft
03 · Zeiterfassung

Projektzeiterfassung

Abrechenbare Zeit, die nicht erfasst wird, wird nicht abgerechnet. Die Erfassung muss deshalb so einfach wie möglich sein: per Timer, im Kalender oder mobil, mit Projekt und Leistungsart aus der Auftragsstruktur. Unterscheiden Sie abrechenbare, nicht abrechenbare und interne Zeiten, sonst ist jede Auslastungskennzahl verzerrt. Für die gesetzliche Arbeitszeiterfassung gelten eigene Regeln, die der Abschnitt Recht und Compliance erläutert.

  • Erfassung per Timer, Kalender und App
  • Freigabe durch die Projektleitung vor der Abrechnung
  • Leistungsnachweis für den Kunden direkt aus den Buchungen
04 · Abrechnung

Time & Material, Festpreis, Retainer

Bei Time & Material (Abrechnung nach Aufwand) wird jede freigegebene Stunde zum vereinbarten Satz berechnet. Beim Festpreis zählt der Leistungsfortschritt, meist über Meilensteine, und die Zeiterfassung dient der internen Nachkalkulation. Ein Retainer ist ein monatlicher Betrag für ein vereinbartes Kontingent, bei dem Über- und Unterverbrauch geregelt sein müssen. Das System sollte alle drei Modelle innerhalb eines Projekts kombinieren können.

  • Abrechnung nach Aufwand, Meilenstein und Pauschale
  • Kontingentlogik mit Übertrag oder Verfall
  • Ausgabe als E-Rechnung in strukturiertem Format
05 · Wissen

Wissensmanagement und Referenzprojekte

Beratung lebt von wiederverwendbarem Wissen: Methoden, Vorlagen, Lessons Learned und belegbare Referenzen. Verknüpfen Sie abgeschlossene Projekte mit Branche, Leistung, Volumen, Zeitraum und Team, und halten Sie fest, ob der Kunde als Referenz genannt werden darf. Öffentliche Auftraggeber verlangen nach § 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV Referenzlisten der letzten höchstens drei Jahre mit Wert, Zeitpunkt und Empfänger. Ein gepflegtes Referenzobjekt liefert diese Liste per Filter.

  • Referenzobjekt mit Freigabestatus des Kunden
  • Projektsteckbrief als Baustein für Angebote
  • Verknüpfung zu Dokumenten in SharePoint, Confluence oder Wiki
06 · Netzwerk

Partner- und Freelancer-Netzwerke

Viele Beratungen und IT-Dienstleister decken Spitzen mit freien Mitarbeitenden oder Partnerfirmen ab. Das System sollte Externe mit Skills, Einkaufssatz, Verfügbarkeit und Vertragsstatus führen und ihnen eingeschränkten Zugang zur Zeiterfassung geben. VOGSY sieht dafür Lite-Lizenzen für Auftragnehmer mit eigener Zeiterfassung und Planung vor. Prüfen Sie bei langen Einsätzen den Status: Eingliederung beim Kunden mit Weisungsbindung kann Arbeitnehmerüberlassung nach § 1 AÜG sein, im Zweifel klärt das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV die Selbständigkeit.

  • Externe als eigene Ressourcenart mit Einkaufssatz
  • Eingeschränkte Lizenz für Zeiten und Aufgaben
  • Wiedervorlage für Vertrags- und Statusprüfung

Quellen: SPI Research, Professional Services Maturity Benchmark 2026, Februar 2026; § 46 VgV; § 1 AÜG; § 7a SGB IV; TimO CRM; VOGSY Lizenztypen, Stand Oktober 2026.

Forecast und Kennzahlen

Acht Kennzahlen, die Vertrieb und
Delivery gemeinsam steuern.

Ein Projekt-CRM ist erst eingeführt, wenn Geschäftsführung, Vertrieb und Delivery dieselben Kennzahlen aus demselben System lesen. Der BDU nennt einen Umsatz von 200.000 Euro pro Consultant im Branchenschnitt, in großen Beratungen fast 90 Prozent mehr. Ob Sie diesen Wert erreichen, hängt an Auslastung, Tagessatz und Realisierungsgrad. Die acht Kennzahlen gehören in ein gemeinsames Dashboard.

KennzahlBerechnungSteuerungsfrageDatenquelle
Gewichtete PipelineSumme aus Auftragswert mal Abschlusswahrscheinlichkeit je OpportunityWelcher Auftragseingang ist in den nächsten Monaten realistisch?CRM
AuftragsbestandBeauftragtes, noch nicht erbrachtes Volumen nach LeistungsmonatWie viele Monate Arbeit sind bereits gesichert?CRM und PSA
Abrechenbare AuslastungAbrechenbare Stunden geteilt durch verfügbare StundenArbeiten die Teams an bezahlter Kundenarbeit?Zeiterfassung
RealisierungsgradAbgerechneter Betrag geteilt durch erfasste Stunden mal StandardsatzWie viel der geleisteten Arbeit wird tatsächlich bezahlt?PSA und Faktura
ProjektmargeUmsatz minus Stunden mal internem Kostensatz minus FremdleistungenWelche Projekte und Kunden verdienen Geld?PSA und Buchhaltung
Win RateGewonnene geteilt durch entschiedene Angebote, je SegmentWo lohnt sich der Angebotsaufwand?CRM
KontingentverbrauchAbgerufene Leistung geteilt durch vereinbartes Volumen je RahmenvertragWann muss das Account Management nachverhandeln?CRM und PSA
Umsatz pro KopfNettoumsatz geteilt durch Zahl der fakturierenden FachkräfteTrägt das Geschäftsmodell die Kostenstruktur?Buchhaltung und HR

Quelle: BDU, KPIs in der Unternehmensberatung, Erhebung 2023. Pipeline-Kennzahlen wie Conversion und Sales Cycle vertieft der Leitfaden Lead Scoring und Sales Pipeline im CRM.

Angebot und Honorar

Angebot und Honorar im CRM:
fünf Modelle, fünf Forecast-Regeln.

Ein Beratungs-CRM sollte jedes Angebot nach Honorarmodell aufteilen, weil Tagessatz, Festpreis, Retainer, Erfolgshonorar und Change Request (Nachtrag zum laufenden Auftrag) im Forecast unterschiedlich gewichtet und zeitlich verteilt werden. Der Preisdruck macht das wichtiger: In der BDU-Honorarstudie 2025 mit 132 teilnehmenden Beratungen berichten zwei Drittel von sinkenden erzielbaren Tagessätzen, Festpreise und modulare Pauschalen gewinnen an Gewicht. Laut Destatis stiegen die Erzeugerpreise für IT-Beratung im 2. Quartal 2026 nur um 0,7 Prozent zum Vorjahresquartal, für Ingenieurbüros um 1,7 Prozent, für Rechtsberatung um 4,1 Prozent. Die Tabelle ist ein Rechenbeispiel von Find-Your-CRM mit offenen Annahmen: Angebotsvolumen rund 50.000 Euro netto, Abschlusswahrscheinlichkeit 50 Prozent, angenommener Tagessatz 1.250 Euro.

HonorarmodellSo bilden Sie es im CRM abRechenbeispiel (Annahmen)Gewichteter Forecast
TagessatzTime & Material, Abrechnung nach AufwandAngebotsposition je Rolle mit Personentagen und Satz, Budgetobergrenze als eigenes Feld. Odoo dokumentiert die Abrechnung nach Zeit und Material aus erfassten Stunden.40 Personentage zu 1.250 € = 50.000 €, verteilt auf vier Leistungsmonate25.000 €, je Leistungsmonat 6.250 €
FestpreisPauschale je Leistung oder MeilensteinMeilensteine mit Betrag und Termin, dazu intern kalkulierte Personentage und Risikopuffer getrennt sichtbar. Die Nachkalkulation vergleicht gebuchte mit kalkulierten Tagen.36 Personentage plus 4 Tage Puffer zu 1.250 € = 50.000 €, fällig zu 30, 40 und 30 Prozent25.000 €, nach Meilensteinmonat 7.500 €, 10.000 € und 7.500 €
Retainermonatliche Pauschale gegen KontingentVertragsobjekt mit Monatsbetrag, Kontingent, Laufzeit und Verlängerungstermin, die Verlängerung als eigene Opportunity. Teamleader Orbit nennt die Verwaltung von Retainer-Verträgen als Funktion.4.200 € im Monat für vier Beratertage, effektiv 1.050 € je Tag, zwölf Monate = 50.400 €25.200 €, je Monat 2.100 €
Erfolgshonorarfester Sockel plus erfolgsabhängiger AnteilSockel und variabler Teil als getrennte Positionen, mit Erfolgskriterium, Messzeitpunkt und geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeit. Für Rechtsanwälte und Steuerberater ist ein Erfolgshonorar nur in engen Ausnahmen zulässig (§ 4a RVG, § 9a StBerG).Sockel 35.000 € plus 15.000 € bei Zielerreichung, Eintritt mit 40 Prozent geschätzt20.500 €: 17.500 € Sockel plus 3.000 € variabel im Messmonat
Change RequestNachtrag zum laufenden ProjektEigene Opportunity vom Typ Nachtrag mit Verweis auf den Ursprungsauftrag, eigener Freigabe und eigener Wahrscheinlichkeit, damit Mehrumsatz und Projektbudget getrennt sichtbar bleiben.8 zusätzliche Personentage zu 1.250 € = 10.000 €, Bedarf vom Kunden bestätigt, Wahrscheinlichkeit 70 Prozent7.000 €, getrennt vom Ursprungsauftrag ausgewiesen

Quellen: BDU, Honorare im Consulting 2025, Auszug, Befragung Sommer 2025; Destatis, Pressemitteilung Nr. 329 vom 18. September 2026; § 4a RVG, § 9a StBerG, aktuelle Fassungen; Odoo, Abrechnung nach Zeit und Material; Teamleader Orbit Preise und Funktionen. Stand 8. Oktober 2026. Tagessatz, Volumen und Wahrscheinlichkeiten sind Annahmen, die Gewichtungsregeln Erfahrungswerte von Find-Your-CRM, keine Preisempfehlung. Stages und Abschlusswahrscheinlichkeiten erklärt Lead Scoring und Sales Pipeline im CRM, die Übergabe an Faktura und Buchhaltung CRM vs. ERP, wiederkehrende Serviceverträge CRM für IT-Systemhäuser und Softwarehäuser.

Systeme im Vergleich

Acht Systeme für Beratung
und Projektgeschäft.

Die Auswahl zeigt Systeme aus dem Katalog von Find-Your-CRM, die Akquise und Projektsteuerung verbinden: PSA-Suiten aus dem DACH-Raum, internationale Spezialisten und ein Vertriebs-CRM als Gegenpol. Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Ein Haken steht nur, wo die Funktion in der Herstellerdokumentation belegt ist, das Zeichen ≈ bedeutet teilweise belegt oder in der Demo zu prüfen. Weitere Systeme zeigen der CRM-Anbietervergleich und das CRM-Matching.

AnbieterSegmentPreis abProjekt / RessourcenZeiterfassungAbrechnungHostingKernstärkeProfil
projectfactsPSA-Suite für Dienstleister, 5 POINT AGMittelstand29 €/Nutzer/Mo✓ Projektplanung und Kapazitätsplanung✓ Arbeits- und Projektzeiten✓ Angebote, Rechnungen, DATEV-Anbindung✓ Hosting beim Anbieter oder eigenes HostingAlle Module zu einem NutzerpreisZum Profil →
pooolERP für Agenturen, Beratungen, PlanungsbürosMittelstand99 € Basis plus 27 €/Nutzer/Mo✓ Projekte, Ressourcenplanung, Rechner für die Honorarordnung HOAI✓ Projekt- und Arbeitszeiterfassung✓ Angebotskalkulation, XRechnung, Schnittstelle zu DATEV und BMD✓ Server in der EU, keine US-ClouddienstePlanungsbüros und AgenturenZum Profil →
TimOModulare Projekt- und Zeiterfassungs-SuiteKMU18,99 €/Nutzer/Mo (CRM Basic, ab 5 Nutzern)✓ CRM Pro mit Projektanlage und Opportunity-basierter Kapazitätsplanung✓ Projektzeiterfassung als Modul✓ Faktura in CRM Pro✓ Dedizierte Server in Deutschland, im Preis enthaltenKapazität schon aus der Pipeline planenZum Profil →
weclappCloud-ERP mit CRMKMU86 €/Nutzer/Mo (ERP Dienstleistung, jährlich)≈ Projektmanagement mit Leistungsnachweis, Ressourcenplanung in der Demo prüfen✓ Personal- und Projektzeiterfassung✓ Angebote, Rechnungen, Finanzbuchhaltung, DATEV✓ Rechenzentren ausschließlich in DeutschlandCRM, Projekte und Buchhaltung in einer CloudZum Profil →
Teamleader OrbitAgentursoftware für Teams ab 10 PersonenKMUauf Anfrage✓ Kapazitätsplanung mit Skills und Pipeline✓ Timer und Erfassung im Kalender✓ Angebote, Rechnungen, Retainer, DATEV-Integration✓ Serverstandorte in der EUBudget- und Margenkontrolle für AgenturenZum Profil →
VOGSYPSA und ERP für internationale Dienstleister, VOGSY B.V.Mittelstand33 $/Full User/Mo, Lite User 16 $✓ Projekt- und Ressourcenmanagement✓ Timesheets, auch für Lite User✓ Rechnungen in mehreren Währungen≈ SaaS auf Google Cloud, Region in der Demo prüfenMehrere Länder, Währungen und BuchhaltungssystemeZum Profil →
OdooModulare Business-Suite, Open SourceKMU31,10 $/Nutzer/Mo (Standard, jährlich)✓ Apps Projekte und Planung✓ Zeiterfassung per Timesheets✓ Abrechnung nach Zeit und Material✓ Odoo Online (SaaS), Odoo.sh, On-Premise im Custom-TarifAlle Apps zu einem NutzerpreisZum Profil →
HubSpot CRMVertriebs-CRM mit Marketing- und Service-HubsMittelstand0 € (Free), Sales Hub Pro 90 €/Platz/Mo≈ Projekt-Objekt mit Pipeline und Gantt-Ansicht, keine Ressourcenplanung dokumentiert– keine native Projektzeiterfassung dokumentiert≈ Rechnungen aus Deals, keine Stundenabrechnung dokumentiert≈ Rechenzentrum nach Standort bei Abschluss, EU-Hosting in Deutschland, Wechsel nur mit Bezahl-AboAkquise und Marketing auf einer PlattformZum Profil →

Preise netto laut Herstellerseiten, Stand Oktober 2026: projectfacts, poool, TimO CRM, weclapp, Teamleader Orbit, VOGSY, Odoo (Preisseite zeigte US-Dollar), HubSpot. Funktionen und Hosting laut Herstellerdokumentation, unter anderem HubSpot Projekt-Objekt, HubSpot Rechenzentren, Odoo Cloud-SLA, VOGSY Trust.

Szenarien

Vier Geschäftsmodelle,
vier Systemprofile.

Beratung ist nicht gleich Beratung. Eine Strategieberatung mit wenigen großen Mandaten braucht ein anderes Systemprofil als ein IT-Dienstleister mit Wartungsverträgen oder ein Ingenieurbüro, das nach HOAI abrechnet. Die vier Szenarien zeigen typische Schwerpunkte und passende Systemtypen aus dem Katalog.

Strategieberatung

Beziehungen, Partner, Mandate

Strategieberatungen verkaufen über persönliche Netzwerke der Partner, mit wenigen, aber großen Mandaten. Wichtig sind Beziehungshistorie, Stakeholder-Maps, vertrauliche Opportunities mit eingeschränkter Sichtbarkeit und ein Forecast nach Partner. Der BDU meldet für die Strategieberatung 2025 ein Plus von 1,1 Prozent und erwartet für 2026 plus 5,2 Prozent. Häufig passt ein Vertriebs-CRM wie HubSpot CRM oder ein schlankes System wie CentralStationCRM, gekoppelt mit einer PSA für Zeiten und Rechnungen.

  • Sichtbarkeit von Opportunities je Mandat einschränkbar
  • Beziehungsnetz je Entscheider über alle Phasen der Customer Journey
  • Forecast nach Partner und Practice (Fachbereich)
IT-Dienstleister

Projekte, Verträge und Tickets

IT-Dienstleister kombinieren Projektgeschäft mit wiederkehrenden Verträgen für Betrieb, Lizenzen und Support. Laut Bitkom wachsen IT-Services 2026 voraussichtlich um 3,1 Prozent. Das System muss Projekte, Verträge mit Laufzeiten und Service-Tickets zusammenführen, mehr dazu im Leitfaden CRM für Service und Helpdesk. Systemhaus.One bündelt Vertragsmanagement, Tickets und CRM für Systemhäuser, im Microsoft-Umfeld erweitert proRM Dynamics 365 Sales um Projektplanung, Zeiterfassung und Rechnungsstellung.

  • Vertragsobjekt mit Laufzeit und Kündigungsfrist
  • Ticketsystem mit Bezug zum Vertrag
  • Anbindung an Jira oder Azure DevOps
Agentur

Retainer, Budgets, Kreativteams

Agenturen arbeiten mit vielen parallelen Jobs, festen Monatsbudgets und häufigen Änderungswünschen. Entscheidend sind Retainer-Verträge, Budgetkontrolle je Job und eine Kapazitätsplanung, die Pipeline und Urlaub einbezieht. Teamleader adressiert mit Orbit diese Agenturprozesse, laut Hersteller mit Retainer-Verwaltung und skillbasierter Ressourcenplanung. poool verbindet für Agenturen und Beratungen Projektzeiterfassung mit Ressourcenplanung und Rechnungswesen.

  • Retainer mit Kontingent und Übertragsregel
  • Job-Budget mit Ampel bei Überschreitung
  • Freigabeprozess für Kundenkorrekturen
Ingenieurbüro

Leistungsphasen und Honorare

Ingenieur- und Planungsbüros rechnen häufig nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ab. Beim Leistungsbild Gebäude sind die Grundleistungen in neun Leistungsphasen gegliedert, die Ausführungsplanung macht 25 Prozent und die Objektüberwachung 32 Prozent des Honorars aus (§ 34 HOAI). Das System braucht deshalb Leistungsphasen als Projektstruktur, Leistungsstände je Phase und Abschlagsrechnungen. poool bringt einen HOAI-Rechner mit, easyredmine deckt komplexe Projekt- und Ressourcenplanung ab.

  • Projektstruktur nach Leistungsphasen
  • Leistungsstand und Abschlagsrechnung je Phase
  • Nachträge als eigene Opportunity

Quellen: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt, März 2026; Bitkom, Presseinformation vom 7. Juli 2026; § 34 HOAI; Teamleader Orbit; poool Funktionen; Profiltexte im Katalog von Find-Your-CRM.

Integrationen

Vier Schnittstellen, die im
Projektgeschäft zählen.

Ein Projekt-CRM steht nie allein. Beratende arbeiten in Outlook und Teams, die Buchhaltung läuft oft über DATEV (Software für Finanzbuchhaltung und Steuerberatung), und Projektteams planen Aufgaben in Jira oder Asana. Für Leistungen ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz im B2B-Geschäft E-Rechnungen ausstellen, alle übrigen ab 2028. Prüfen Sie jede Schnittstelle in der Demo mit einem echten Datensatz.

Microsoft 365 und Outlook

E-Mail, Kalender, Kontakte

E-Mails und Termine mit Kunden gehören automatisch an Account und Opportunity, ohne Kopieren. Ein Outlook-Add-in oder eine serverseitige Synchronisation spart viel Pflegeaufwand. TimO übernimmt per Outlook-Add-in ein- und ausgehende E-Mails als CRM-Aktivität, poool bietet in allen Tarifen Microsoft Single Sign-On.

  • Mail- und Kalenderabgleich in beide Richtungen
  • Single Sign-On mit dem Microsoft-Konto
  • Ablage von Angeboten in SharePoint oder OneDrive
Microsoft Teams

Zusammenarbeit im Projekt

In vielen Beratungen ist Teams der eigentliche Arbeitsplatz. Sinnvoll sind Benachrichtigungen zu Freigaben, Kanäle je Kundenprojekt und Zugriff auf Kundendaten aus dem Chat. projectfacts nennt eine Microsoft-Teams-Integration im Modul Kommunikation. KI-Meeting-Assistenten wie Sally erstellen Protokolle und Aufgaben, laut Profil mit Hosting in Deutschland. Klären Sie vorab, ob Kundengespräche aufgezeichnet werden dürfen, Details im Leitfaden KI im CRM.

  • Benachrichtigungen zu Freigaben und Fristen
  • Kanal je Kundenprojekt
  • Meeting-Protokoll direkt an der Opportunity
Buchhaltung und DATEV

Rechnungen und E-Rechnung

Ausgangsrechnungen aus der PSA müssen in die Finanzbuchhaltung, im Mittelstand oft über DATEV oder in Österreich über BMD, eine Business-Software für Rechnungswesen und Steuerberatung. weclapp, projectfacts, poool und Teamleader nennen eine DATEV-Anbindung. Für die E-Rechnung nach § 14 UStG muss das System ein strukturiertes Format erzeugen, etwa XRechnung oder ZUGFeRD, die beiden in Deutschland gängigen Standards. Die Übergangsfristen regelt § 27 Abs. 38 UStG.

  • Export oder Schnittstelle zu DATEV oder BMD
  • XRechnung und ZUGFeRD als Ausgabeformate
  • Zahlungseingang zurück an Account und Projekt
Projektmanagement

Jira, Asana und Co.

Inhaltliche Projektarbeit findet oft in Jira, Asana oder Microsoft Project statt, die kaufmännische Steuerung in CRM und PSA. Synchronisieren Sie nur, was beide Seiten brauchen: Projekt, Meilensteine, Budgetstatus und gebuchte Zeiten. VOGSY verknüpft Jira-Epics und Issues mit Projekten, sodass Status und Zuständige im kaufmännischen System sichtbar werden. Legen Sie fest, welches System die Projektstruktur führt, sonst entstehen doppelte Pflege und widersprüchliche Stände.

  • Führendes System für die Projektstruktur festlegen
  • Zeiten nur an einer Stelle erfassen
  • Status und Budget am Account sichtbar machen

Quellen: § 27 UStG, TimO CRM, poool, projectfacts, weclapp, Teamleader, VOGSY Integrationen, Stand Oktober 2026. Zur Kopplung mit ERP-Systemen: CRM vs. ERP.

Recht und Compliance

Verschwiegenheit, Datenschutz,
Arbeitszeit und Aufbewahrung.

Projekt-CRMs speichern Kundengeheimnisse, Personaldaten und steuerlich relevante Belege zugleich. Für Berufsgeheimnisträger kommt das Strafrecht hinzu, für Auslastungs- und Zeitdaten das Arbeitsrecht. Die sechs Punkte gehören in Ihr Anforderungsprofil, bevor Sie Demos vereinbaren. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

01 · Verschwiegenheit

§ 203 StGB und Geschäftsgeheimnisse

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte sind nach § 203 Abs. 1 StGB Berufsgeheimnisträger. Sie dürfen Geheimnisse gegenüber mitwirkenden Dienstleistern wie einem Software-Anbieter offenbaren, soweit das erforderlich ist (§ 203 Abs. 3 Satz 2 StGB). Strafbar macht sich aber, wer nicht dafür sorgt, dass dieser Dienstleister zur Geheimhaltung verpflichtet wurde, wenn der Dienstleister ein Geheimnis dann unbefugt offenbart (§ 203 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1 StGB). Unternehmensberatungen ohne diesen Status schützen Kundeninformationen über Verträge und angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen im Sinne von § 2 Nr. 1 GeschGehG.

  • Verschwiegenheitsverpflichtung des Anbieters und seiner Unterauftragnehmer
  • Rechte nach Mandat und Need-to-know-Prinzip
  • Protokollierung von Zugriffen auf vertrauliche Mandate
02 · Auftragsverarbeitung

Art. 28 DSGVO

Der Anbieter eines Cloud-CRM verarbeitet personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag. Art. 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, der unter anderem Weisungsbindung, Vertraulichkeit der eingesetzten Personen und den Umgang mit Unterauftragsverarbeitern regelt. Weitere Auftragsverarbeiter darf der Anbieter nur mit Ihrer vorherigen Genehmigung einsetzen (Art. 28 Abs. 2 DSGVO). Prüfen Sie deren Liste und Standorte vor Vertragsschluss.

  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV-Vertrag) mit aktueller Liste der Unterauftragsverarbeiter
  • Information bei geplanten Änderungen dieser Liste
  • Regelung zu Rückgabe und Löschung bei Vertragsende
03 · Sicherheit

Art. 32 DSGVO und Standorte

Art. 32 DSGVO verlangt technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) nach dem Stand der Technik, etwa Verschlüsselung, Pseudonymisierung, Wiederherstellbarkeit und regelmäßige Überprüfung. Lesen Sie Sicherheitsdokumente und SLA (Service Level Agreement) genau: Odoo repliziert Backups laut Cloud-SLA in Rechenzentren in Europa und Kanada, die Backup-Region lässt sich nicht einschränken. weclapp speichert nach eigenen Angaben ausschließlich in deutschen Rechenzentren, TimO auf dedizierten Servern in Deutschland.

  • Hosting-Region für Produktivdaten und Backups
  • Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung
  • Nachweise wie Zertifikate oder Prüfberichte
04 · Arbeitszeit

BAG-Beschluss zur Zeiterfassung

Das Bundesarbeitsgericht hat am 13. September 2022 entschieden, dass Arbeitgeber nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen müssen (1 ABR 22/21). Projektzeiterfassung für die Abrechnung ist davon zu unterscheiden: Sie dokumentiert Leistungen je Kunde, nicht zwingend die gesamte Arbeitszeit. Ein System, das beides aus einer Erfassung ableitet, spart doppelte Arbeit. Eine Reform des Arbeitszeitgesetzes lag im Juni 2026 erst als Referentenentwurf vor, prüfen Sie daher vor der Einführung den aktuellen Stand.

  • Arbeitszeit und Projektzeit getrennt auswertbar
  • Erfassung von Beginn, Ende und Pausen
  • Auswertung von Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten
05 · Mitbestimmung

§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG

Auslastungs-Dashboards, Zeiterfassung und Skill-Profile sind technische Einrichtungen, die Leistung und Verhalten der Beschäftigten abbilden. Nach der Rechtsprechung des BAG genügt für die Mitbestimmung, dass ein System objektiv zur Überwachung geeignet ist, auf die Absicht kommt es nicht an (BAG, 13. Dezember 2016, 1 ABR 7/15). Hat Ihr Unternehmen einen Betriebsrat, planen Sie eine Betriebsvereinbarung von Beginn an ein. Regeln Sie darin Zwecke, Auswertungen, Zugriffsrechte und Löschfristen.

  • Betriebsrat früh in Auswahl und Demo einbinden
  • Zweckbindung für Auslastungs- und Leistungsdaten
  • Aggregierte Auswertungen statt Einzelranking
06 · Aufbewahrung

§ 257 HGB und § 147 AO

Angebote und Korrespondenz, die ein Handelsgeschäft betreffen, sind Handelsbriefe und sechs Jahre aufzubewahren, Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO, § 14b UStG). Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden ist. Zugleich verlangt die DSGVO, personenbezogene Daten zu löschen, sobald der Zweck entfällt. Das CRM braucht deshalb Löschregeln je Datentyp, die Aufbewahrungspflichten berücksichtigen.

  • Aufbewahrungsklasse je Dokumenttyp
  • Unveränderbare Ablage von Angeboten und Rechnungen
  • Automatische Löschung nach Fristablauf

Quellen: § 203 StGB, § 2 GeschGehG, DSGVO, Odoo Cloud-SLA, weclapp, TimO, BAG 1 ABR 22/21, Freshfields zum Referentenentwurf, Juni 2026, § 87 BetrVG, BAG 1 ABR 7/15, § 257 HGB, § 147 AO, § 14b UStG. Stand Oktober 2026.

Kosten

Was ein Projekt-CRM für
40 Beschäftigte kostet.

Rechenbeispiel von Find-Your-CRM für eine Beratung mit 40 Beschäftigten, alle mit Systemzugang, davon 8 im Vertrieb und 32 in abrechenbarer Projektarbeit. Lizenzwerte beruhen auf Listenpreisen der Hersteller, Einführungskosten sind Erfahrungswerte von Find-Your-CRM und hängen stark von Datenqualität und Schnittstellen ab. Zum Vergleich: Steigt die abrechenbare Auslastung von 32 Beratenden mit je 1.600 Jahresstunden um einen Prozentpunkt, entstehen bei angenommenen 130 Euro Stundensatz rund 66.600 Euro zusätzlicher Umsatz pro Jahr.

ArchitekturLizenzmodell im BeispielLizenz pro JahrEinführung einmaligSumme über 3 Jahre
Integrierte PSA-SuiteCRM, Projekte, Zeiten und Faktura in einem System40 Nutzer zu 29 bis 40 € je Monat, Listenpreis ab 29 € bei projectfacts13.900 bis 19.200 €15.000 bis 40.000 €57.000 bis 98.000 €
Vertriebs-CRM plus PSAzwei Systeme mit Schnittstelle8 Plätze HubSpot Sales Hub Pro zu 90 € plus 40 PSA-Nutzer zu 29 bis 40 €22.600 bis 27.800 €30.000 bis 70.000 €98.000 bis 154.000 €
ERP mit Dienstleistungsmodulinklusive Finanzbuchhaltung8 Volllizenzen weclapp ERP Dienstleistung zu 86 € plus 32 Projektlizenzen zu 19 €15.600 €25.000 bis 60.000 €72.000 bis 107.000 €

Listenpreise netto, Stand Oktober 2026: projectfacts 29 € je Nutzer und Monat bei einem Jahr Laufzeit, Hosting ab 10 € im Monat, Einführung nach Aufwand; HubSpot Sales Hub Professional 90 € je Platz und Monat bei jährlicher Zahlung; weclapp ERP Dienstleistung 86 € bei jährlicher Zahlung, Projektlizenz ab 19 €. Die Obergrenze von 40 € je PSA-Nutzer bildet Zusatzmodule, Hosting und Support ab. Einführung und Summen sind Erfahrungswerte von Find-Your-CRM, ohne interne Personalkosten.

Vorgehen

In sechs Schritten zum
passenden Projekt-CRM.

Die Auswahl folgt der Methodik aus dem Leitfaden CRM auswählen: fünf Phasen, acht Kriterien, mit zwei Besonderheiten: Sie müssen die Datenhoheit zwischen CRM, PSA und Buchhaltung klären, und Sie sollten mit einem echten Projekt testen. Ein gut vorbereitetes Projekt erreicht nach acht bis zwölf Wochen ein produktives System für die ersten Teams, wie der Leitfaden CRM einführen beschreibt.

01

Prozess und Datenhoheit klären

Zeichnen Sie den Weg von der Anfrage über Angebot, Auftrag, Besetzung und Zeiterfassung bis zur Rechnung auf und markieren Sie jede Stelle, an der heute Daten von Hand übertragen werden. Legen Sie dann je Objekt das führende System fest: Account und Opportunity im CRM, Projekt und Zeiten in der PSA, Rechnung und Buchung in der Finanzbuchhaltung.

02

Anforderungen gewichten

Gewichten Sie die Bausteine dieses Leitfadens nach Ihrem Geschäftsmodell, etwa Ausschreibungen, Retainer oder HOAI-Leistungsphasen. Das CRM-Matching erstellt aus Ihrer Unternehmens-URL automatisch ein Anforderungsprofil und eine dokumentierte Shortlist.

03

Szenario-Demo mit eigenem Projekt

Geben Sie allen Anbietern dasselbe Drehbuch: eine Ausschreibung, ein gewonnenes Projekt mit Festpreis- und Aufwandsanteil, eine Besetzung mit einem externen Freelancer und eine Monatsrechnung. So vergleichen Sie Abläufe statt Folien.

04

Recht und Mitbestimmung klären

Prüfen Sie AV-Vertrag, Unterauftragsverarbeiter, Hosting-Regionen und, falls Sie Berufsgeheimnisträger sind, die Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 203 StGB. Binden Sie den Betriebsrat ein, bevor Auslastungsberichte konfiguriert werden.

05

Pilot mit einer Einheit

Starten Sie mit einer Practice oder einem Standort und echten Projekten. Migrieren Sie nur aktive Kunden, laufende Opportunities und offene Projekte, Hinweise gibt der Leitfaden CRM migrieren.

06

Rollout und feste Steuerungsrunden

Verankern Sie das System in festen Terminen: wöchentliche Besetzungsrunde (Staffing-Meeting) auf Basis der Ressourcenplanung, monatlicher Forecast aus Pipeline und Auftragsbestand. Was in diesen Runden nicht im System steht, wird nicht besprochen.

Zeitrahmen laut Leitfaden CRM einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren von Find-Your-CRM. Den übergreifenden Auswahlprozess beschreibt der Hub CRM-Auswahl: Vorgehen, Kriterien und Erfolgsfaktoren.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was ist ein CRM für Beratung und Projektgeschäft?

Ein CRM für Beratung und Projektgeschäft verwaltet Kunden, Opportunities und Angebote so, dass daraus Projekte, Ressourcenbedarf und Abrechnung entstehen. Im Unterschied zu einem reinen Vertriebs-CRM kennt es Rollen, Personentage, Tagessätze und Rahmenverträge. Es bringt entweder eigene PSA-Funktionen mit oder ist eng mit einem PSA-System gekoppelt. Zielgruppe sind Unternehmensberatungen, IT-Dienstleister, Agenturen, Ingenieurbüros und andere Dienstleister, die nach Zeit oder Projekt abrechnen.

Brauchen wir ein CRM und ein PSA-System oder reicht eines?

Ein integriertes System reicht, wenn Ihr Vertrieb überwiegend aus Partnern und Projektleitungen besteht und Marketing-Automation eine Nebenrolle spielt. Zwei gekoppelte Systeme lohnen sich, wenn ein eigenes Vertriebs- und Marketingteam mit Kampagnen, Lead Scoring und vielen Kontakten arbeitet. Entscheidend ist, dass Opportunity, Projekt und Rechnung über eine stabile Schnittstelle verbunden sind. Im Rechenbeispiel von Find-Your-CRM liegt die Variante mit zwei Systemen über drei Jahre deutlich über der integrierten Suite.

Was unterscheidet PSA von einem Projektmanagement-Tool?

PSA steuert die kaufmännische Seite von Kundenprojekten, ein Projektmanagement-Tool die inhaltliche. PSA-Software kennt Tagessätze, Budgets, Auslastung und abrechenbare Stunden und erzeugt daraus Rechnungen. Werkzeuge wie Jira oder Asana planen Aufgaben, Sprints und Abhängigkeiten, wissen aber nichts über Marge oder Rahmenvertrag. Viele Beratungen nutzen beides und synchronisieren Projekte, Meilensteine und Zeiten.

Wie bilden wir öffentliche Ausschreibungen im CRM ab?

Legen Sie Ausschreibungen als eigenen Opportunity-Typ mit Fristen, Bid/No-Bid-Entscheidung und Dokumenten an. Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Dienstleistungsaufträge EU-Schwellenwerte von 140.000 Euro für oberste und obere Bundesbehörden und 216.000 Euro für sonstige öffentliche Auftraggeber. Verknüpfen Sie jede Ausschreibung mit Referenzprojekten und Teamprofilen, denn nach § 46 Abs. 3 VgV können Referenzlisten der letzten drei Jahre und Qualifikationsnachweise verlangt werden. Werten Sie Ihre Trefferquote je Auftraggebertyp regelmäßig aus.

Wie verbinden wir Pipeline und Auslastung?

Über vorläufige Reservierungen: Opportunities ab einer definierten Wahrscheinlichkeit reservieren Rollen und Stunden in der Ressourcenplanung, ohne sie fest zu buchen. Wird der Auftrag gewonnen, wird die Reservierung zur festen Buchung, geht er verloren, wird die Kapazität wieder frei. So sehen Sie vor der Unterschrift, ob Sie einen Auftrag besetzen können. TimO nennt das Opportunity-basierte Kapazitätsplanung.

Welche Abrechnungsmodelle muss ein Projekt-CRM beherrschen?

Mindestens Time & Material, Festpreis und Retainer, idealerweise kombiniert in einem Projekt. Bei Time & Material rechnen Sie freigegebene Stunden zum vereinbarten Satz ab, beim Festpreis nach Meilenstein oder Leistungsstand, beim Retainer einen monatlichen Betrag gegen ein Kontingent. Dazu kommen Reisekosten, Fremdleistungen und Abschlagsrechnungen. Für Leistungen ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz im B2B-Geschäft E-Rechnungen ausstellen, das System sollte also XRechnung oder ZUGFeRD erzeugen können.

Ist Projektzeiterfassung dasselbe wie Arbeitszeiterfassung?

Nein, beide verfolgen unterschiedliche Zwecke. Die Arbeitszeiterfassung dokumentiert nach dem BAG-Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit aus Gründen des Arbeitsschutzes. Die Projektzeiterfassung ordnet Leistungen Kunden und Projekten zu und ist Grundlage der Abrechnung. Ein System, das beide aus einer Erfassung ableitet, spart Doppelarbeit, muss die Auswertungen aber getrennt halten.

Muss der Betriebsrat bei einem Projekt-CRM zustimmen?

Ja, wenn ein Betriebsrat besteht und das System Leistung oder Verhalten der Beschäftigten auswerten kann: Dann greift das Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Es genügt, dass das System dazu objektiv geeignet ist, wie das BAG 2016 festgehalten hat (1 ABR 7/15). Auslastungsberichte, Zeiterfassung und Skill-Profile fallen typischerweise darunter. Eine Betriebsvereinbarung mit Zwecken, Auswertungen und Zugriffsrechten schafft Rechtssicherheit für beide Seiten.

Dürfen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ein Cloud-CRM nutzen?

Ja, wenn sie den Anbieter zur Verschwiegenheit verpflichten und die Offenlegung auf das Erforderliche beschränken. § 203 Abs. 3 StGB erlaubt die Offenlegung gegenüber mitwirkenden Dienstleistern, nach § 203 Abs. 4 StGB macht sich strafbar, wer nicht für deren Verpflichtung zur Geheimhaltung sorgt, wenn der Dienstleister ein Geheimnis dann unbefugt offenbart. Zusätzlich ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO nötig. Prüfen Sie außerdem die berufsrechtlichen Vorgaben Ihrer Kammer, bevor Sie sich festlegen.

Wie lange müssen wir Angebote und Rechnungen aufbewahren?

Angebote und Korrespondenz zu einem Handelsgeschäft sechs Jahre, Rechnungen als Buchungsbelege acht Jahre. Das regeln § 257 Abs. 4 HGB und § 147 Abs. 3 AO, für Rechnungen zusätzlich § 14b UStG. Die Frist beginnt am Ende des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden ist. Personenbezogene Daten, die nicht unter diese Pflichten fallen, sollten Sie nach Wegfall des Zwecks löschen, etwa Notizen zu Kontakten ohne laufendes Geschäft.

Was kostet ein CRM mit PSA-Funktionen für 40 Beschäftigte?

Im Rechenbeispiel von Find-Your-CRM liegen die Gesamtkosten über drei Jahre zwischen rund 57.000 und 154.000 Euro, je nach Architektur. Die integrierte Suite im Beispiel kostet laut Listenpreis ab 29 Euro je Nutzer und Monat, ein Vertriebs-CRM wie HubSpot Sales Hub Professional kostet 90 Euro je Platz und Monat zusätzlich zur PSA. Die Einführung kostet je nach Datenlage und Schnittstellen 15.000 bis 70.000 Euro, das sind Erfahrungswerte von Find-Your-CRM. Ein Prozentpunkt mehr abrechenbare Auslastung bringt im Beispiel mehr Umsatz, als die jährlichen Lizenzen kosten.

Wie lange dauert die Einführung eines Projekt-CRM?

Für die ersten Teams rechnen Sie mit acht bis zwölf Wochen bis zum produktiven Betrieb, wenn Anforderungen und Datenstrategie vorbereitet sind. Planen Sie bei Systemen mit Zeiterfassung und Faktura zusätzliche Testzeit ein, weil Preislisten, Abrechnungsregeln und die Buchhaltungsschnittstelle geprüft werden müssen. Ein Pilot mit einer Practice vor dem Rollout senkt das Risiko. Die Phasen beschreibt der Leitfaden CRM einführen.

Welche Rolle spielt KI in einem Projekt-CRM?

KI hilft vor allem bei Dokumentation und Vorbereitung, weniger bei der eigentlichen Steuerung. Typisch sind Meeting-Zusammenfassungen, Angebotsentwürfe aus früheren Projekten und Besetzungsvorschläge auf Basis von Skills. Der BDU weist KI für 2025 mit plus 18,8 Prozent als Wachstumstreiber im Beratungsmarkt aus, entsprechend wächst der Bedarf an sauberen Projektdaten. Rechtliche und praktische Aspekte behandelt der Leitfaden KI im CRM.

Braucht eine Steuerberatungs- oder Anwaltskanzlei ein CRM neben der Kanzleisoftware?

Nicht zwingend: Ein eigenes CRM lohnt sich vor allem, wenn die Kanzlei aktiv um Unternehmensmandate wirbt, Seminare oder Rundschreiben betreibt oder mehrere Standorte koordiniert. Fristen, Handakte und Gebührenabrechnung bleiben in der Kanzleisoftware. Bindet die Kanzlei einen Cloud-Anbieter ein, verlangen § 62a StBerG und § 43e BRAO einen Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitsverpflichtung, zusätzlich zum AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Prüfen Sie außerdem, ob das System eine Kollisionsprüfung nach § 43a Abs. 4 BRAO oder § 57 Abs. 1a bis 1c StBerG unterstützt.

Wie gewichtet man Tagessatz, Festpreis, Retainer und Erfolgshonorar im Forecast?

Gewichten Sie jedes Honorarmodell getrennt und verteilen Sie den Betrag nach Leistungsmonat, nicht nach Abschlussmonat. Tagessatz- und Festpreisangebote gehen mit Auftragswert mal Abschlusswahrscheinlichkeit ein, Festpreise verteilt auf die Meilensteinmonate. Retainer zählen mit Monatsbetrag mal Laufzeit mal Abschlusswahrscheinlichkeit, die Verlängerung als eigene Opportunity. Beim Erfolgshonorar multiplizieren Sie den variablen Teil zusätzlich mit der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit: Im Rechenbeispiel von Find-Your-CRM ergeben 15.000 Euro variabler Anteil so nur 3.000 Euro im Forecast.

Wie hilft Find-Your-CRM bei der Auswahl?

Find-Your-CRM erstellt aus Ihrer Unternehmens-URL automatisch ein Anforderungsprofil und in rund 6 Minuten eine dokumentierte Shortlist aus über 150 CRM-Systemen. Das CRM-Matching ist kostenlos und ohne Registrierung. Für die Feinauswahl bewerten Vertrieb, Marketing und Service im Selection Portal gemeinsam und kontaktieren Anbieter direkt. Find-Your-CRM ist unabhängig, es gibt keine bezahlten Platzierungen.

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