CRM für Handel und E-Commerce.
Ein Kunde, eine Sicht: Shop, Marktplatz, Filiale.
CRM-Software (Customer-Relationship-Management) für Einzelhändler, Onlinehändler, Omnichannel-Händler und B2B-Großhändler im DACH-Raum. Diese Fachseite zeigt, wie ein Handels-CRM Bestellungen, Retouren, Einwilligungen und Serviceanfragen aus Shop, Marktplatz, Filiale und Außendienst zu einer Kundensicht verbindet, welche acht Systeme in Frage kommen, was Einführung und Betrieb kosten und welche Pflichten aus Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), TDDDG und Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten. Ihre eigene Shortlist liefert das kostenlose CRM-Matching für Handel und E-Commerce.
Der Kunde kauft über viele Kanäle.
Ihre Daten sollten das abbilden.
Im Handel ist die Customer Journey selten linear: Ein Kunde entdeckt ein Produkt auf einem Marktplatz, kauft im eigenen Shop, holt in der Filiale ab und meldet sich wegen einer Retoure beim Service. Laut HDE Online-Monitor 2026 des Handelsverbands Deutschland liefen 2025 bereits 56,7 Prozent der Onlineumsätze über Marktplätze, davon 46,1 Prozentpunkte über den Amazon Marketplace. Wer die Kundenbeziehung nicht im eigenen System führt, überlässt Daten und Wiederkauf der Plattform.
Ohne Handels-CRM
- Shop, Marktplatz, Kasse und Service führen eigene Kundenstämme, derselbe Kunde existiert drei- oder viermal.
- Newsletter gehen an alle, weil Kaufhistorie, Retourenverhalten und Einwilligungen nicht zusammenliegen.
- Der Service sieht beim Anruf weder Filialkäufe noch die offene Retoure aus dem Shop.
- Marktplatzkunden bleiben Kunden der Plattform, ein eigener Kontakt für den Wiederkauf entsteht nicht.
- Punkte, Gutscheine und Kundenkarten laufen in Insellösungen ohne Bezug zum Kundenwert.
- Einwilligungen und Widersprüche sind nicht nachweisbar dokumentiert, ein Risiko nach Art. 7 DSGVO und § 7 UWG.
Mit Handels-CRM
- Eine Kunden-ID über Shop, App, Marktplatz, Filiale und Service, zusammengeführt über Login, Kundenkarte oder Bestellabgleich.
- Segmente nach Kaufaktualität, Kaufhäufigkeit, Umsatz und Customer Lifetime Value steuern Kampagnen und Budgets.
- Der Service bearbeitet Retouren und Reklamationen mit Bezug zur Bestellung, kanalübergreifend in einem Vorgang.
- Bestandskunden werden im Rahmen von § 7 Abs. 3 UWG angesprochen, neue Kontakte per Double-Opt-in mit Bestätigungslink gewonnen.
- Ein Loyalty-Programm belohnt Käufe im Shop und an der Kasse gleichermaßen und liefert eigene Kundendaten.
- Dashboards zeigen Wiederkaufrate, Retourenquote und Warenkorbgröße je Kanal und Segment.
Quellen: HDE Online-Monitor 2026 und HDE-Pressemitteilung vom 03.06.2026; Destatis, Einzelhandelsumsatz Juni 2026: Internet- und Versandhandel real plus 4,9 Prozent zum Vorjahresmonat, Einzelhandel gesamt im ersten Halbjahr 2026 real plus 0,7 Prozent.
Acht CRM-Lösungen,
die zum Handel passen.
Die Auswahl stammt aus dem Katalog von Find-Your-CRM mit über 150 CRM-Systemen und orientiert sich an den Branchen-Tags Retail, E-Commerce und Wholesale, an den Profiltexten und an den vom Hersteller dokumentierten Handelsfunktionen. Sie mischt Plattformen für große Händler, Allrounder für den Mittelstand, Lösungen aus Deutschland mit integrierter Warenwirtschaft (ERP, Enterprise Resource Planning) und Spezialisten für Loyalty und B2B-Außendienst. Ein Haken steht nur, wo der Hersteller die Funktion dokumentiert, Zusatzprodukte mit eigener Lizenz sind benannt; ≈ bedeutet Teilfunktion oder in der Demo prüfen. Die Reihenfolge ist keine Rangliste, Find-Your-CRM vergibt keine bezahlten Platzierungen.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Shop-Integration | Marketing Automation | Loyalty | B2B-Außendienst | Hosting | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SalesforceCustomer-360-Plattform, Commerce und Loyalty als eigene Produkte | Enterprise | Kostenlose Suite 0 €, Starter Suite 25 €/Nutzer/Mo, Pro Suite 100 € | ✓ Commerce Cloud B2C und B2B, eigene Lizenz | ✓ Marketing Cloud, eigene Lizenz | ✓ Loyalty Management | ✓ Consumer Goods Cloud mit Offline-App | Cloud, EU Operating Zone (Hyperforce) | Zum Profil → |
| HubSpot CRMAll-in-One für Marketing, Vertrieb und Service | Mittelstand | ab 0 € (Free CRM) | ✓ Shopify-Sync von HubSpot inkl. Warenkorbabbrüchen | ✓ Marketing Hub | – kein natives Punkteprogramm | ≈ Mobile App, Besuchsplanung in der Demo prüfen | Cloud, EU-Rechenzentrum für zahlende Kunden in der EU, Free-Konten in den USA | Zum Profil → |
| Zoho CRMSuite mit über 45 integrierten Anwendungen | KMU | ab 14 €/Nutzer/Mo (Standard, jährlich) | ✓ Shopify-Extension von Zoho (Kunden, Aufträge, Produkte) | ≈ Workflows im CRM, Marketing Automation als eigenes Produkt | – kein natives Punkteprogramm | ≈ Mobile App, in der Demo prüfen | Cloud, EU-Rechenzentrum verfügbar | Zum Profil → |
| OdooOpen-Source-Suite mit CRM, E-Commerce, Kasse und Warenwirtschaft | Mittelstand | 1 App gratis, alle Apps 31,10 US$/Nutzer/Mo (jährlich) | ✓ eigene E-Commerce-App, Kasse integriert | ✓ App Marketing-Automatisierung | ✓ Treuekarten und Punkte an der Kasse | ≈ CRM mobil, Außendienst in der Demo prüfen | Odoo Online, Odoo.sh oder On-Premise | Zum Profil → |
| weclappCloud-ERP und CRM aus Deutschland | KMU | ab 39 €/Nutzer/Mo, Paket ERP Handel 163 € | ✓ Shopware, WooCommerce, Shopify, Amazon, eBay, Kaufland (ERP Handel) | ≈ Kampagnen im CRM, Automatisierung in der Demo prüfen | – kein Loyalty-Modul dokumentiert | ≈ in der Demo prüfen | Cloud in deutschen Rechenzentren, Private Cloud (weclappOn) | Zum Profil → |
| edroneE-Commerce-CRM mit Marketing Automation | KMU | ab 0 € (Freemium bis 200 Kontakte), danach nach Kontaktzahl | ✓ über 25 Shopsysteme, u. a. WooCommerce und PrestaShop | ✓ Kern des Produkts | ≈ Bindungsstrecken, Punkteprogramm in der Demo prüfen | – kein B2B-Außendienst | Cloud (Software as a Service) | Zum Profil → |
| hello againLoyalty-App und Kundenclub, Märkte Österreich und Deutschland | KMU | auf Anfrage (Pakete Starter bis Enterprise) | ✓ Onlineshop-Integration ab Paket Plus | ✓ Push, E-Mail, SMS, Segmentierung | ✓ Treueclub, Statuslevels, digitaler Sammelpass (Paket Pro) | – kein B2B-Außendienst | Cloud (Software as a Service) | Zum Profil → |
| PepperiB2B-Commerce und mobile Auftragserfassung, Teil von Advantive | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ eigener B2B-Shop | – Fokus auf Vertrieb und Handelsaktionen | – kein Endkunden-Loyalty | ✓ Offline-App, Retail Execution, Tourenverkauf | Cloud, Standort beim Anbieter erfragen | Zum Profil → |
Preise laut Herstellerseiten je Nutzer und Monat, Stand Oktober 2026, Netto oder Brutto weist nicht jede Preisseite aus: Salesforce, HubSpot, Zoho, Odoo (Preisliste je nach Standort in Landeswährung, Rabatt im ersten Jahr), weclapp, edrone, hello again. Funktionen: HubSpot Shopify-Integration, HubSpot Hosting, Zoho Shopify-Extension, Salesforce Loyalty Management, Consumer Goods Cloud, EU Operating Zone, Odoo Kassensystem, Pepperi sowie die Profile im Katalog. Weitere Kategorien zeigt der CRM-Anbietervergleich nach Marktsegmenten.
Sechs Datenfunktionen,
die ein Handels-CRM tragen muss.
Ein Handels-CRM unterscheidet sich vom klassischen Vertriebs-CRM: Im Mittelpunkt stehen nicht Verkaufschancen, sondern Bestellungen, Wiederkauf und Kundenwert über viele Kanäle. Im Panel des EHI Retail Institute nennen 30 Prozent der IT-Verantwortlichen im Handel Customer Centricity als einen der wichtigsten Technologietrends der kommenden drei Jahre. Prüfen Sie diese sechs Funktionen in jeder Demo mit eigenen Daten; Loyalty, Kampagnen, Service und Großhandel folgen in eigenen Abschnitten.
Eine Kunden-ID über alle Kanäle
Das CRM führt Shop-Konto, Marktplatzbestellung, Kundenkarte und Servicekontakt zu einem Profil zusammen (Identity Resolution). Zuordnungsschlüssel sind Login, E-Mail-Adresse, Kartennummer oder ein Abgleich über Name und Lieferadresse. Eine Dublettenprüfung mit Freigabe verhindert, dass fremde Käufe verschmelzen.
- Regeln für Zusammenführen und Trennen
- Gastbestellungen nachträglich zuordnen
- Herkunftskanal je Datensatz speichern
Bestellungen, Retouren, Stornos
Kaufdaten aus Shop, Warenwirtschaft und Kasse kommen zeitnah ins CRM, mit Artikel, Wert, Kanal und Status. Erst mit Retouren und Stornos entsteht ein realistischer Nettoumsatz je Kunde. Das CRM muss nicht jede Position speichern, aber auf sie zugreifen können.
- Nettoumsatz nach Retouren
- Filialkäufe per Kundenkarte oder digitalem Bon
- Offene Vorgänge für den Service sichtbar
Dynamische Segmente und RFM
Die RFM-Analyse bewertet Kunden nach Aktualität (Recency), Häufigkeit (Frequency) und Umsatz (Monetary) ihrer Käufe. Dynamische Segmente aktualisieren sich mit jeder Bestellung und steuern Kampagnen, Gutscheinwerte und Servicelevel. Für detaillierte Profile verlangen die Datenschutzbehörden in der Regel eine Einwilligung.
- RFM-Scores und Kundenstatus
- Segmente nach Sortiment und Marke
- Ausschluss für Kunden mit hoher Retourenquote
Customer Lifetime Value
Der Customer Lifetime Value (CLV) schätzt den Deckungsbeitrag eines Kunden über die gesamte Beziehung. Im Handel zählen Bestellfrequenz, Warenkorb, Marge und Retourenquote. Laut HDE bestellen Onlinekäufer im Schnitt 35,2 Mal pro Jahr für durchschnittlich 53,2 Euro, verteilt auf viele Händler: Ihr Anteil daran ist die Stellgröße.
- CLV auf Deckungsbeitrag statt Umsatz
- CLV im Verhältnis zu Akquisekosten
- Prognose für Neukunden nach dem Erstkauf
Handelsspezifisches Reporting
Conversion, Warenkorbgröße, Retourenquote, Cross-Sell-Quote und Wiederkaufrate je Kanal und Segment gehören in ein Dashboard. Für Analysen über Sortimente, Filialen und Lieferanten ist oft zusätzlich ein BI-System (Business Intelligence) sinnvoll, das CRM, Shop und Warenwirtschaft verbindet.
- Kohorten nach Erstkaufmonat
- Filialvergleich bei Clubkunden
- Kampagnenerfolg gegen Kontrollgruppe
Empfehlungen und Next Best Offer
KI-Funktionen schlagen Produkte, Versandzeitpunkte oder Gutscheinwerte vor und fassen Servicefälle zusammen. Im EHI-Panel setzen 92 Prozent der Händler bereits KI ein (2023: 69 Prozent). Welche Anwendungen im CRM sinnvoll sind, zeigt der Leitfaden KI im CRM: Use Cases und EU AI Act.
- Produktempfehlungen je Segment
- Prognose des Abwanderungsrisikos
- Transparenzpflicht für Chatbots beachten
Quellen: EHI Retail Institute, Technologie-Trends im Handel 2025, Leseprobe, n = 119; HDE Online-Monitor 2026, S. 27; Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe Direktwerbung, Stand Februar 2022.
CRM, CDP, Marketing Automation, Shopsystem:
Wer führt welche Daten?
Im Handel arbeiten meist mehrere Systeme mit Kundendaten. Eine Customer Data Platform (CDP) ist laut CDP Institute Software, die einen dauerhaften, einheitlichen Kundendatensatz erstellt und anderen Systemen bereitstellt. Für den Mittelstand ist weniger entscheidend, ob eine CDP modern ist, sondern welches System die Kunden-ID führt und wo Einwilligungen verwaltet werden.
| System | Hauptaufgabe | Führende Daten | Typische Nutzer | Grenze im Handel |
|---|---|---|---|---|
| CRMCustomer-Relationship-Management | Beziehung, Service, Außendienst und Kampagnensteuerung | Kundenprofil, Kontakte, Vorgänge, Einwilligungen | Service, Marketing, Außendienst, Filialleitung | Speichert Klick- und App-Ereignisse nur begrenzt |
| CDPCustomer Data Platform | Daten aus allen Quellen zusammenführen und bereitstellen | Ereignisse, Identitäten, berechnete Merkmale | Data-Team, Marketing, Analytics | Ersetzt keine Servicevorgänge und keinen Außendienst |
| Marketing AutomationKampagnen und Strecken | Strecken ausspielen, Versand und Wirkung messen | Versandlisten, Öffnungen, Klicks, Abmeldungen | E-Commerce-Marketing, CRM-Management | Ob ein eigenes Tool nötig ist, hängt von Kanälen, Journey-Logik und Versandvolumen ab, siehe Marketing Automation im CRM |
| Shopsystemz. B. Shopware, Shopify, Adobe Commerce | Katalog, Warenkorb, Checkout, Kundenkonto | Kundenkonten, Bestellungen, Warenkörbe | E-Commerce-Team | Sieht weder Filiale noch Service noch Marktplatz |
| ERP und WarenwirtschaftEnterprise Resource Planning | Artikel, Preise, Bestände, Rechnungen, Buchhaltung | Konditionen, Staffelpreise, offene Posten | Einkauf, Logistik, Buchhaltung | Kein Kampagnen- oder Servicewerkzeug, siehe CRM vs. ERP |
| Loyalty-PlattformPunkte, Status, Prämien | Bonusprogramm, App-Kundenkarte, Prämien | Punktestände, Einlösungen, Mitgliedschaft | Marketing, Filialen | Punkte und Umsätze müssen ins CRM zurückfließen |
Definition: CDP Institute, What is a CDP, Stand 2026. Anbieter wie Spotler CRM kombinieren CDP und CRM, die API-basierte Commerce-Plattform Hublify verbindet Produktdaten, Aufträge und Kundendatenmanagement (Profiltexte im Katalog).
Loyalty und Marketing Automation,
die sich rechnen.
Kundenbindungsprogramme sind im Handel Standard: In einer Studie von ECC Köln und Knistr bieten 86 Prozent der befragten Händler ein Programm an, 56 Prozent der Verbraucher kaufen nach eigener Angabe häufiger bei Händlern, deren Vorteilsprogramm sie nutzen. Laut der Studie Channelup 2025 von IFH Media Analytics nutzen sieben von zehn Verbrauchern Loyalty-Apps aktiv, 77 Prozent wollen dort Punkte sammeln. Ob ein Programm Marge bringt, entscheidet die Steuerung im CRM.
Punkte, Stufen oder Vorteilsclub
Punkteprogramme belohnen Umsatz, Stufenmodelle belohnen Treue über Statusvorteile wie Gratisversand oder frühen Zugang zu Aktionen. Vorteilsclubs ohne Punkte arbeiten mit exklusiven Angeboten und sind einfacher zu bilanzieren. Für Filialisten ist die digitale Kundenkarte in App oder Wallet der Schlüssel zur Zuordnung von Kassenbons.
- Punktewert und Verfall festlegen
- Bilanzierung offener Punkte mit der Buchhaltung klären
Loyalty-Plattformen andocken
Bringt das CRM kein Punkteprogramm mit, schließen Spezialisten die Lücke: hello again bietet Treueclub-Apps, Leat punktebasierte und gestaffelte Programme für Handel und E-Commerce, ProCampaign einen Customer Engagement Hub mit Loyalty-Management. Entscheidend ist der Rückfluss von Punkten und Umsätzen ins Kundenprofil.
- Schnittstellen zu Kasse und Shop prüfen
- Einwilligungen nur in einem System führen
- Datenhoheit vertraglich regeln
Automatisierte Strecken nach Verhalten
Bewährte Strecken im Handel hängen an Ereignissen: Warenkorbabbruch, Erstkauf, Nachkaufzeitpunkt bei Verbrauchsgütern, Preisänderung auf der Merkliste, Inaktivität. Das CRM liefert Auslöser und Segment, das Automation-Modul den Versand. E-Commerce-CRMs wie edrone bündeln beides in einem Produkt.
- Willkommensstrecke mit Zweitkaufanreiz
- Nachkauf-Erinnerung je Produktzyklus
Inhalte aus Katalog und Kaufhistorie
Personalisierung verbindet Kaufhistorie und Katalog. Rabatte nur dort, wo ohne Anreiz kein Kauf zu erwarten ist, schonen die Marge. Empfehlungen brauchen Zugriff auf Bestände, damit keine ausverkauften Artikel beworben werden.
- Empfehlungen nach Kategorieaffinität
- Gutscheinwert nach CLV-Segment
E-Mail, App, SMS und Messenger
Neben E-Mail kommen App-Push, SMS und Messenger hinzu. Für Kundendialog und Verkauf über WhatsApp gibt es Spezialisten für Conversational Commerce wie charles. Jeder Kanal braucht eine eigene, nachweisbare Einwilligung und eine Frequenzgrenze.
- Kanalpräferenz im Profil speichern
- Frequenzgrenze je Kunde und Woche
- Abmeldungen kanalübergreifend synchronisieren
Wirkung mit Kontrollgruppen messen
Viele Kampagnen erreichen Kunden, die ohnehin gekauft hätten. Eine zufällige Kontrollgruppe ohne Ansprache zeigt den zusätzlichen Umsatz (Uplift). Messen Sie den Deckungsbeitrag nach Retouren und Rabatten, nicht nur Öffnungen und Klicks.
- Kontrollgruppe je Strecke
- Uplift auf Deckungsbeitrag
Quellen: ECC Köln und Knistr, Loyalty-Studie, Lebensmittelpraxis vom 18.09.2024; IFH Media Analytics, Channelup 2025, Lebensmittelpraxis vom 07.03.2025; Profiltexte im Katalog von Find-Your-CRM. Vertiefung: Customer Journey und Touchpoints im CRM.
Sechs KPIs für Handel und E-Commerce
im CRM-Dashboard.
Im Handel entscheiden Conversion, Margenstruktur und Wiederkaufrate über das Geschäft. Diese sechs Kennzahlen (KPIs, Key Performance Indicators) sollten im CRM oder im angebundenen BI-System je Kanal und Segment verfügbar sein. Trends sind aussagekräftiger als Absolutwerte, weil Vergleichswerte je Sortiment stark schwanken.
| Kennzahl | Berechnung | Datenquelle | Hebel im CRM |
|---|---|---|---|
| Conversion RateAnteil Besuche mit Kauf | Bestellungen geteilt durch Sitzungen, je Kanal | Webanalyse, Shop | Strecken bei Warenkorbabbruch, Segmente mit Einwilligung |
| Warenkorbgrößedurchschnittlicher Bestellwert | Umsatz geteilt durch Bestellungen | Shop, Kasse, ERP | Cross-Selling, Bundles, Schwelle für Gratisversand |
| Retourenquotenach Artikeln oder Wert | Retournierte geteilt durch versandte Artikel | ERP, Retourenportal | Retourengründe auswerten, Größenberatung, Segmentregeln |
| WiederkaufrateZweitkauf in zwölf Monaten | Kunden mit mindestens zwei Käufen geteilt durch alle Kunden einer Kohorte | CRM, Shop, Kasse über Kundenkarte | Willkommensstrecke, Loyalty, Servicequalität |
| Customer Lifetime ValueKundenwert | Deckungsbeitrag je Bestellung mal Bestellfrequenz mal erwartete Kundendauer | CRM mit Margen aus dem ERP | Budget je Segment, Servicelevel, Gutscheinwerte |
| Cost per AcquisitionKosten je Neukunde | Marketingkosten geteilt durch Neukunden | Werbekonten, Buchhaltung, CRM | Verhältnis CLV zu Akquisekosten je Kanal überwachen |
Zur Einordnung: Laut Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg wurde 2021 fast jedes vierte Paket im deutschen Onlinehandel zurückgeschickt (Pressemitteilung vom 07.09.2022); laut HDE Online-Monitor 2026 lagen die Ausgaben je Onlinebestellung 2025 bei durchschnittlich 53,2 Euro.
Shopify, Shopware, WooCommerce:
so kommt der Shop ins CRM.
Ein CRM wird an Shopify, Shopware oder ein anderes Shopsystem auf drei Wegen angebunden: über einen fertigen Konnektor des CRM- oder Shopherstellers, direkt über die API (Application Programming Interface) des Shops oder über eine Middleware, etwa eine Integrationsplattform oder die Warenwirtschaft. Welcher Weg passt, hängt vor allem davon ab, ob bereits ein ERP Kunden und Aufträge führt, siehe CRM vs. ERP: Abgrenzung und Integration. Die Karten nennen je Shopsystem Anbindungsweg, Objekte und Fehlerquellen laut Herstellerdokumentation.
GraphQL Admin API und Webhooks
Shopify führt die REST Admin API seit dem 1. Oktober 2024 als Legacy-Schnittstelle, neue öffentliche Apps müssen seit dem 1. April 2025 ausschließlich die GraphQL Admin API nutzen. Änderungen meldet Shopify per Webhook, garantiert laut Entwicklerdokumentation aber weder die Reihenfolge noch jede Zustellung und empfiehlt zusätzliche Abgleichsläufe. Fertige Konnektoren bieten etwa HubSpot CRM und Zoho CRM. Bei HubSpot laufen Kunden und Produkte in beide Richtungen, Bestellungen nur vom Shop ins CRM.
- Anbindung: CRM-Konnektor oder eigene App über GraphQL
- Objekte: Kunden, Firmen (nur Shopify Plus), Produkte, Bestellungen, abgebrochene Checkouts
- Fehlerquelle: ältere REST-Integrationen, doppelte oder fehlende Webhooks
Admin API und App-Webhooks
Die Admin API von Shopware 6 ist laut Dokumentation für Backend-Integrationen, Automatisierung und Datensynchronisation gedacht und bietet CRUD-Operationen (Anlegen, Lesen, Ändern, Löschen) für jede Entität. Apps abonnieren Webhooks, die Shopware mit einer SHA256-HMAC-Signatur versieht. Bei Ereignissen vom Typ entity.written enthält die Nachricht nur den Primärschlüssel, alle weiteren Daten muss die Integration über die API nachladen. weclapp bindet im Paket ERP Handel Shopware, WooCommerce und Shopify an.
- Anbindung: App mit Webhooks, Admin API oder ERP-Konnektor
- Objekte: alle Entitäten, typisch Kunden, Bestellungen, Produkte
- Fehlerquelle: fehlendes Nachladen, ungeprüfte Signatur
REST API v3 und Webhooks
WooCommerce ist eine Shop-Erweiterung für WordPress. Die REST API v3 setzt WooCommerce ab Version 3.5 und sprechende Permalinks voraus, authentifiziert per Consumer Key und Consumer Secret und liefert unter anderem Kunden, Bestellungen, Bestellnotizen und Erstattungen. Webhooks gibt es für Gutscheine, Kunden, Bestellungen und Produkte. Nach mehr als fünf aufeinanderfolgenden Fehlzustellungen deaktiviert WooCommerce einen Webhook automatisch, ein Ausfall des CRM-Endpunkts bleibt so leicht unbemerkt.
- Anbindung: Plugin des CRM-Herstellers, REST API oder Middleware
- Objekte: Kunden, Bestellungen, Produkte, Gutscheine
- Fehlerquelle: deaktivierte Webhooks, Plugin-Updates ohne Test
REST, GraphQL und I/O Events
Adobe Commerce, das frühere Magento Commerce, unterstützt GraphQL, REST und SOAP; Drittanwendungen authentifizieren sich laut Adobe mit OAuth 1.0a. Für ereignisgesteuerte Integrationen stellt Adobe I/O Events Transaktionsdaten für Anwendungen auf Adobe App Builder bereit. Adobes Beispiel meldet jede Bestellung an ein ERP und lädt Details per REST oder GraphQL nach; für ein CRM gilt dasselbe Muster. Magnalister unterstützt laut Profil neben Shopware und Shopify auch Magento.
- Anbindung: Extension, App Builder oder Middleware
- Objekte: Kunden, Bestellungen, Produkte je nach Extension
- Fehlerquelle: Eigenentwicklungen ohne Regressionstest beim Versionswechsel
JTL-Wawi API und JTL-Connector
JTL-Wawi ist eine Warenwirtschaft, die über JTL-Connector Artikel, Kategorien und Kundendaten bidirektional mit Shopware 6, WooCommerce, Shopify und PrestaShop austauscht. Für eigene Integrationen gibt es die REST-basierte JTL-Wawi API, deren Dokumentation unter anderem Endpunkte für Kunden, Kundengruppen, Aufträge, Angebote, Retouren und Verkaufskanäle führt; Rechnungen und Lieferscheine sind dort als geplant markiert. In diesem Muster führt die Warenwirtschaft, das CRM liest aus ihr.
- Anbindung: CRM an die JTL-Wawi API, Shop über JTL-Connector
- Objekte: Kunden, Aufträge, Angebote, Retouren
- Fehlerquelle: Shop und CRM pflegen Kundendaten parallel
plentymarkets: REST API mit Aufruflimits
PlentyONE, früher plentymarkets, verbindet Shop, Marktplätze und Warenwirtschaft und bringt im Menü CRM eigene Kontakt- und Firmendaten sowie einen Messenger für E-Mails mit. Die REST API arbeitet mit einem Bearer Token, das 24 Stunden gilt, und begrenzt Aufrufe je Tarif: im Tarif Basic auf 80 lesende und 40 schreibende Aufrufe je Nutzer und Minute, im Tarif Plus auf 280 und 120. Klären Sie vorab, ob Kontakte im PlentyONE-CRM oder im externen CRM führen.
- Anbindung: REST API oder Middleware
- Objekte: Kontakte, Firmen, Aufträge
- Fehlerquelle: Aufruflimits bei Erstbefüllung und nächtlichem Massenabgleich
Quellen, Stand 08.10.2026: Shopify REST Admin API, Shopify Webhooks, HubSpot Shopify-Sync, Shopware Admin API, Shopware Webhooks, weclapp Preise, WooCommerce REST API, WooCommerce Webhooks, Adobe Commerce Web APIs, Adobe I/O Events, JTL-Connector, JTL-Wawi API, PlentyONE REST API, PlentyONE CRM; Profiltexte im Katalog. Vertiefung: CRM migrieren, CRM Selection Portal, Find-Your-ERP.
Retouren und Reklamationen
als Kundenvorgang, nicht als Paket.
Deutschland hat laut Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg die höchsten Retourenquoten in Europa: 2021 rund 530 Millionen Retourensendungen mit etwa 1,3 Milliarden Artikeln. Die Rückgabefrist lag in der Händlerstichprobe im Schnitt bei 51,7 Tagen, 88,7 Prozent der Händler boten kostenlose Rücksendungen an. Für das CRM heißt das: Jede Retoure ist ein Kontaktpunkt mit Folgen für Kundenwert und Kampagnen.
Retoure mit Bezug zur Bestellung
Die Retoure wird im CRM als Vorgang mit Bestellung, Artikel, Grund und Status geführt, egal ob sie über das Retourenportal, die Filiale oder den Marktplatz kommt. So beantwortet der Service Rückfragen, ohne das ERP zu öffnen. Wareneingang und Prüfung bleiben im Lager- oder Retourensystem.
- Retourengrund als Pflichtfeld
- Erstattungsstatus aus dem ERP
- Umtausch statt Erstattung anbieten
Widerrufsfunktion nach § 356a BGB
Seit dem 19. Juni 2026 müssen Unternehmer bei Fernabsatzverträgen, die über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen werden, eine Widerrufsfunktion bereitstellen, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend. Nach dem Absenden ist dem Verbraucher unverzüglich eine Eingangsbestätigung mit Inhalt, Datum und Uhrzeit auf einem dauerhaften Datenträger zu übermitteln. Das CRM sollte daraus automatisch einen Vorgang anlegen.
- Widerrufsfrist 14 Tage nach § 355 BGB
- Widerruf und Retoure verknüpfen
Reklamation und Gewährleistung
Reklamationen sind keine Retouren: Hier geht es um Mängelrechte nach § 437 BGB, die bei neuen Waren in der Regel nach zwei Jahren verjähren (§ 438 BGB). Zeigt sich ein Mangel innerhalb eines Jahres nach Gefahrübergang, wird beim Verbrauchsgüterkauf vermutet, dass er schon vorher bestand (§ 477 BGB). Das CRM dokumentiert Fehlerbild, Fotos, Entscheidung und Kosten.
- Fehlercodes je Warengruppe
- Lieferantenregress vorbereiten
- Auswertung nach Artikel und Charge
Ein Postfach für alle Kanäle
Anfragen kommen per E-Mail, Formular, Chat, Telefon, Social Media und aus Marktplatz-Postfächern. Ein gemeinsames Ticketsystem mit Bestellbezug verhindert, dass dieselbe Frage dreimal beantwortet wird.
- Kategorien wie „Wo ist meine Bestellung?“
- Antwortzeiten je Kanal messen
Retourengründe für Sortiment und Marketing
Retourengründe wie „zu klein“ oder „anders als abgebildet“ sind wertvolle Produktdaten. Ausgewertet nach Artikel, Größe und Kampagne zeigen sie, wo Beschreibung, Größentabelle oder Bilder nachgebessert werden müssen. Kampagnen sollten Artikel mit auffälliger Quote nicht zusätzlich bewerben.
- Gründe als feste Auswahlliste
- Bericht je Artikel und Lieferant
Servicelevel nach Kundenwert
Mit dem Kundenwert im Profil steuert der Service Kulanz über die gesetzlichen Rechte hinaus begründet, etwa schnellere Erstattung oder Gutschrift für Stammkunden. Laut Universität Bamberg verursacht ein retournierter Artikel im Schnitt 2,85 Euro Transport- und Bearbeitungskosten. Kulanzregeln gehören dokumentiert und regelmäßig überprüft.
- Kulanzrahmen je Kundensegment
- Freigaben ab festgelegtem Wert
- Kulanzkosten im CLV berücksichtigen
Quellen: Universität Bamberg, Forschungsgruppe Retourenmanagement, 07.09.2022; § 356a BGB; § 477 BGB; IHK Braunschweig zum Widerrufs-Button. Vertiefung: CRM für Service und Helpdesk.
Filiale, Kundenkarte, Kasse:
ein Kundenprofil für alle Kanäle.
Ein CRM im Einzelhandel verknüpft Filialkäufe über eine Kundenkennung an der Kasse, meist Kundenkarte oder App-Code, mit Shopbestellungen und Servicekontakten zu einem Kundenprofil. Ohne diese Kennung bleibt der Kauf in der Filiale für das CRM ohne Kundenbezug. Laut HDE Online-Monitor 2026 verkauften 2025 40 Prozent der befragten stationären Händler auch online; 12 Prozent der befragten Internetnutzer versuchen bei höherem Mindestbestellwert und höheren Retourenkosten, in die Filiale liefern zu lassen oder Retouren dort abzugeben.
Kundenkarte, App-Code oder E-Mail
An der Kasse entsteht der Kundenbezug nur, wenn sich der Kunde ausweist: mit Plastikkarte, Karte in der Wallet, QR-Code in der App oder der E-Mail-Adresse für den elektronischen Beleg. Steuern Sie die Zuordnungsquote, also den Anteil der Kassenumsätze mit Kundenkennung, je Filiale als eigene Kennzahl. Sie zeigt, wie belastbar Segmente und Kundenwert für den stationären Teil sind.
- Zuordnungsquote je Filiale und Woche
- Kartennummer als Schlüssel im Profil
- Ersatzkarte ohne neues Profil ausgeben
Kassensystem und elektronischer Beleg
Elektronische Kassen müssen nach § 146a Abs. 1 AO durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung geschützt sein, nach § 146a Abs. 2 AO erhält der Kunde einen Beleg. Diesen darf der Händler nach § 6 KassenSichV mit Zustimmung des Empfängers elektronisch ausgeben. Die Zustimmung zum E-Bon ist keine Werbeeinwilligung und gehört in ein eigenes Feld. Cloud-Kassen wie flour bringen laut Profil Kundenmanagement und Anbindung an Onlineshops mit, Odoo verbindet Kasse, Treuekarten und Preislisten.
- Kasse führt Belege, CRM den Kundenbezug
- Bondaten mit Kartennummer übertragen
Abholung und Retoure in der Filiale
Bei Click and Collect bestellt der Kunde online und holt in der Filiale ab, bei Reserve and Collect zahlt er erst vor Ort. Das CRM braucht dafür Bestände je Filiale aus der Warenwirtschaft, den Abholstatus und eine Nachricht bei Bereitstellung. Nicht abgeholte Bestellungen und Retouren in der Filiale gehören als Vorgang zur Onlinebestellung, sonst fehlen sie im Kundenwert und im Service.
- Abholfrist mit automatischer Erinnerung
- Filialretoure mit Onlinebestellung verknüpfen
- Bestand je Filiale vor der Zusage prüfen
Beratung mit Kundenhistorie
Beim Clienteling sieht das Verkaufspersonal auf Tablet oder Smartphone Käufe, Größen, Vorlieben und offene Retouren des Kunden. Das gelingt nur mit klaren Rollen: Filialteams brauchen Kaufhistorie und Präferenzen, aber keine Zahlungsdaten oder Servicenotizen anderer Abteilungen. Der Grundsatz der Datenminimierung nach Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO spricht für schmale Sichten je Rolle und Filiale.
- Freitextnotizen ohne sensible Angaben
- Zugriffe protokollieren
Einwilligung je Kanal
Eine Werbeeinwilligung gilt nur für die Kanäle, die beim Einholen genannt wurden: Laut Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz (DSK) muss sie die Art der Werbung wie Brief, E-Mail, SMS oder Telefon benennen. Werbeanrufe bei Verbrauchern erfordern nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, E-Mail-Werbung nach Nr. 2 ebenso, soweit nicht die Bestandskundenausnahme greift. Briefwerbung ohne Profiling kann auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO gestützt werden; nach einem Widerspruch werden die Daten nach Art. 21 Abs. 3 DSGVO nicht mehr für Werbung verarbeitet.
- Je Kanal Status, Datum, Quelle und Text
- Double-Opt-in nach Anmeldung an der Kasse
- Widerspruch sperrt den Kanal sofort
Anmeldung und Zweckbindung
Der Antrag auf die Kundenkarte ist meist der Moment, in dem Einwilligungen entstehen. Enthält das Formular auch andere Erklärungen, muss die Einwilligung nach Art. 7 Abs. 2 DSGVO klar davon unterscheidbar sein. Sollen Daten, die nur zur Abwicklung des Programms erhoben wurden, später für Werbung dienen, ist ohne Einwilligung eine Vereinbarkeitsprüfung nach Art. 6 Abs. 4 DSGVO nötig. Loyalty-Apps wie hello again oder Leat liefern Punkte und Einlösungen, die Einwilligungen führen Sie in einem System.
- Programmteilnahme und Werbung trennen
- Papieranträge mit Belegnummer archivieren
- Zweck je Datenfeld dokumentieren
Quellen, Stand 08.10.2026: HDE Online-Monitor 2026, S. 26 (HDE-Befragungen) und S. 45 (Befragung von Internetnutzern im Oktober 2025, n = 1.047 bis 1.103); § 146a AO; § 6 KassenSichV; § 7 UWG; DSGVO Art. 5, 6, 7 und 21 in der Fassung auf EUR-Lex; DSK, Orientierungshilfe Direktwerbung, Stand Februar 2022; Odoo Kassensystem; Profiltexte im Katalog. Vertiefung: Customer Journey und Touchpoints im CRM, Marketing Automation im CRM, CRM einführen.
CRM für den Großhandel:
Außendienst, Konditionen, B2B-Shop.
Im Großhandel kauft kein Einzelkunde, sondern ein Unternehmen mit mehreren Ansprechpartnern, Rahmenvertrag und eigenen Preisen. Laut B2B-Marktmonitor 2025 von ECC Köln, FIS und Shopware setzten Hersteller und Großhändler 2024 über Onlineshops und Marktplätze 509 Milliarden Euro um, 7 Prozent mehr als im Vorjahr und 12,1 Prozent ihres Gesamtumsatzes. Der Rest läuft über EDI (Electronic Data Interchange), Außendienst, Telefon und E-Mail, deshalb muss das CRM alle Wege verbinden. Im Katalog sind dafür unter anderem SugarCRM, ADITO, TOPIX CRM und manaCRM mit Handels- oder Großhandelsbezug getaggt.
Besuchsplanung und mobile Erfassung
Der Außendienst plant Touren nach Umsatzpotenzial und Besuchsrhythmus, erfasst Besuchsberichte und Aufträge mobil, auch ohne Netz beim Kunden. Spezialisten wie Pepperi verbinden mobile Auftragserfassung mit Retail Execution, also der Kontrolle von Platzierung und Aktionen im Handel.
- Besuchsrhythmus je A-, B- und C-Kunde
- Offline-Fähigkeit im Test prüfen
- Fotos und Checklisten vom Verkaufspunkt
Rahmenverträge und Jahresvereinbarungen
Rahmenverträge, Boni, Jahresziele und Werbekostenzuschüsse gehören sichtbar ins Kundenprofil, damit der Außendienst Zielerreichung und offene Mengen kennt. Das ERP rechnet ab, das CRM steuert Verhandlung, Fristen und Wiedervorlagen.
- Laufzeiten mit Erinnerung
- Bonusstaffeln und Zielerreichung
- Vertragsdokumente versioniert
Staffelpreise und Kundenkonditionen
Staffelpreise, kundenindividuelle Preislisten und Sonderkonditionen führt in aller Regel das ERP. Das CRM muss sie lesen und im Angebot korrekt zeigen, sonst entstehen Angebote mit falschen Preisen. Prüfen Sie in der Demo, ob Preise live abgefragt oder nur nachts synchronisiert werden.
- Preisfindung im ERP belassen
- Angebote mit Live-Preis
- Warnung bei Rabatten unter Mindestmarge
B2B-Shop und Self-Service
Kunden bestellen abends im B2B-Shop, der Außendienst sieht am Morgen Bestellung und offene Bestelllisten. Shopware bietet mit den B2B Components etwa Schnellbestellung per Artikelnummer, Mitarbeiterkonten mit Rollen, Freigabe-Workflows und Angebotsmanagement. Das CRM liefert Ansprechpartner, Aufgaben und Besuchshistorie dazu.
- Shop-Aktivität als Signal für den Vertrieb
- Angebotsanfragen aus dem Shop als Chance
- Eine Kundennummer in Shop, ERP und CRM
Mehrere Ansprechpartner je Kunde
Einkauf, Technik, Geschäftsführung und Filialleitung des Kunden haben unterschiedliche Interessen. Das CRM bildet Firmen, Standorte und Kontakte mit Rollen ab und plant Gespräche entlang dieser Beziehungen. Für Neukunden und Projekte hilft eine Pipeline mit Lead Scoring; itmX crm suite etwa adressiert Bauzuliefererhandel und Einzelhandel mit SAP-Integration.
- Firmenhierarchie und Standorte
- Rollen im Einkaufsprozess
- Kontaktfrequenz je Rolle
Werbung an Geschäftskunden
Auch im B2B braucht Werbung per E-Mail nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, außer die Bestandskundenausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG greift. Telefonwerbung gegenüber Unternehmen ist bei zumindest mutmaßlicher Einwilligung zulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Dokumentieren Sie die Grundlage je Kontakt im CRM.
- Rechtsgrundlage je Kontakt
- Mutmaßliche Einwilligung begründen
Quellen: B2B-Marktmonitor 2025 von ECC Köln, FIS und Shopware, onlinemarktplatz.de vom 09.10.2025; Shopware B2B Components; § 7 UWG; Profiltexte im Katalog. Für Hersteller mit Projektvertrieb: CRM für B2B-Vertrieb in Industrie und Maschinenbau.
Vier Händlertypen,
vier Architekturen.
Welches CRM passt, hängt weniger von der Branche als vom Vertriebsmodell ab. Die Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) zeigen die Unterschiede: 2025 wuchsen Marktplätze um 4,9 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro und Online-Pureplayer um 2,1 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro, während Multichannel-Händler 1,1 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro verloren. Hersteller mit eigenem Versand kamen auf 2,9 Milliarden Euro.
Reiner Onlinehändler
Beispiel: ein eigener Shop auf Shopify oder Shopware, dazu zwei Marktplätze, ein kleines Marketing- und Serviceteam. Das Kundenprofil entsteht im Shop, Marktplatzkunden lassen sich nur eingeschränkt ansprechen. Passend sind E-Commerce-CRMs mit starker Marketing Automation oder Allrounder mit nativem Shop-Konnektor.
- Kern: Shop-Sync, Strecken, Segmente
- Kandidaten: edrone, HubSpot CRM, Zoho CRM
- Achtung: Regeln der Marktplätze für Kundenkontakt
Omnichannel mit Filialen
Beispiel: Filialist mit Shop und App. Die Herausforderung ist die Zuordnung von Filialkäufen über Kundenkarte, App-Code oder digitalen Kassenbon; laut EHI haben 92 Prozent der befragten Händler digitale Bons im Einsatz oder konkret geplant. Gebraucht werden Loyalty, Kassenanbindung und Clienteling, also Beratung mit Kundenhistorie auf dem Tablet.
- Kern: Kunden-ID über Kasse und Shop
- Kandidaten: Salesforce, Odoo, hello again als Loyalty-Ergänzung
- Achtung: Einwilligung an der Kasse sauber einholen
B2B-Großhandel
Beispiel: Großhändler mit Außendienst, Innendienst und B2B-Shop. Das ERP führt Preise und Konditionen, das CRM Besuche, Verträge und Chancen. Mobile Offline-Erfassung und eine saubere ERP-Integration sind hier wichtiger als ausgefeilte Kampagnen.
D2C-Hersteller
Beispiel: Markenhersteller, der neben Handel und Marktplätzen direkt an Endkunden verkauft (Direct to Consumer, D2C). Das CRM muss zwei Welten trennen: Händlerkunden mit Konditionen und Endkunden mit Kampagnen. Konflikte mit dem eigenen Handelsnetz entstehen, wenn Preise und Aktionen nicht abgestimmt sind.
- Kern: getrennte B2B- und B2C-Profile, gemeinsame Produktdaten
- Kandidaten: Salesforce, HubSpot CRM, Odoo
- Achtung: Produktregistrierung und Garantie als eigene Datenquelle
Quellen: bevh, Präsentation zur Jahrespressekonferenz 2026 (Umsätze inklusive Umsatzsteuer), VerkehrsRundschau vom 22.01.2026; EHI, Technologie-Trends im Handel 2025. Die Kandidaten sind Beispiele, keine Empfehlung.
Shop, Marktplatz, ERP, Kasse:
die Schnittstellen entscheiden.
Ein Handels-CRM ist nur so gut wie seine Datenflüsse. Native Konnektoren sparen Projektzeit: Die Shopify-Integration von HubSpot synchronisiert Kunden, Firmen, Produkte, Bestellungen und abgebrochene Checkouts und überträgt Änderungen innerhalb von 10 Minuten. Klären Sie für jede Schnittstelle Richtung, Takt, Fehlerbehandlung und Verantwortung für die Wartung.
Shopware, Shopify, Adobe Commerce, SAP Commerce
Shopware ist ein Shopsystem aus Deutschland, Shopify eine Cloud-Plattform, Adobe Commerce das frühere Magento Commerce, SAP Commerce Cloud die Commerce-Lösung von SAP. Zoho bietet eine eigene Shopify-Extension, die Kunden, Aufträge, Produkte und abgebrochene Checkouts überträgt.
- Kundenkonto, Bestellungen, Warenkörbe, Produkte
- Ereignisse per Webhook statt nächtlichem Export
- Plattformen wie Hublify bündeln Produktinformationsmanagement (PIM) und Aufträge
Amazon, eBay, Otto, Kaufland, Zalando
Von Marktplätzen kommen Bestellungen und Retouren, Kontaktdaten aber nur eingeschränkt und zweckgebunden. Multichannel-Werkzeuge wie Magnalister oder Afterbuy verbinden Shop und Marktplätze und liefern Auftragsdaten weiter.
- Marktplatz als Herkunftskanal kennzeichnen
- Keine Werbung über Marktplatz-Postfächer
Preise, Bestände, Rechnungen
Das ERP (Enterprise Resource Planning) führt Artikel, Konditionen, Debitoren und Rechnungen, das CRM liest sie. weclapp bindet im Paket ERP Handel Shopware, WooCommerce, Shopify sowie Amazon, eBay und Kaufland an. Grundlagen dazu im Leitfaden CRM vs. ERP und für die Systemwahl auf Find-Your-ERP.
- Offene Posten und Kreditlimit im CRM
- Lieferstatus je Bestellung
- Eine Kundennummer in allen Systemen
Kassensysteme und digitale Bons
Die Kasse (POS, Point of Sale) ist im stationären Handel eine zentrale Datenquelle. Cloud-Kassen wie flour bringen Kundenmanagement und Anbindung an Onlineshops mit, Odoo integriert Treuekarten direkt in die Kasse.
- Kundenkarte oder App-Code an der Kasse
- Bons tagesaktuell oder in Echtzeit
- Einwilligung am Terminal dokumentieren
Zahlung, Versand, Retourenlabel
Zahlungsstatus von Anbietern wie PayPal, Klarna, Adyen oder Stripe und Sendungsstatus aus dem Versand gehören in den Servicevorgang. Kartendaten haben im CRM nichts zu suchen. Lager und Retourenabwicklung steuert ein Lagerverwaltungssystem, Auswahlhilfe bietet Find-Your-WMS.
- Sendungsverfolgung im Ticket
- Retourenlabel aus dem Versandsystem
E-Mail, SMS, WhatsApp
Viele Händler nutzen spezialisierte Versandtools wie CleverReach, Brevo, Klaviyo oder Mailchimp neben dem CRM. Dann müssen Einwilligungen, Abmeldungen und Segmente in beide Richtungen synchronisiert werden. Kanalübergreifende Auswertungen gehören oft in ein BI-System, siehe Find-Your-BI.
- Segmente aus dem CRM, Versand im Tool
- Kampagnenerfolg zurück ins Profil
Quellen: HubSpot Knowledge Base, Shopify-Integration; Zoho Help, Shopify-Extension; weclapp Preise und Leistungsumfang; Odoo Kassensystem; Händlerbund zu den Amazon-Kommunikationsrichtlinien, aktualisiert 22.06.2022; Profiltexte im Katalog. Stand Oktober 2026.
DSGVO, UWG, TDDDG, BFSG:
was Händler im CRM abbilden müssen.
Kundendaten sind im Handel zentrales Kapital und zugleich ein Haftungsrisiko. Die folgenden Pflichten betreffen jedes Handels-CRM direkt, weil sie Einwilligungen, Werbewege, Tracking, Speicherdauer und Barrierefreiheit regeln. Die Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Art. 6 und Art. 7 DSGVO
Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO, im Handel meist Vertrag (lit. b), Einwilligung (lit. a) oder berechtigtes Interesse (lit. f). Eine Einwilligung müssen Sie nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO nachweisen, ihr Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung (Art. 7 Abs. 3). Das Koppelungsverbot nach Art. 7 Abs. 4 betrifft Loyalty-Programme, die Vorteile an Werbeeinwilligungen knüpfen.
- Zeitpunkt, Text, Kanal und Quelle speichern
- Widerruf sofort in allen Systemen
§ 7 UWG und Bestandskunden
E-Mail-Werbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine unzumutbare Belästigung, gegenüber Verbrauchern wie Unternehmen. Die Ausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG greift nur, wenn die Adresse beim Verkauf erhoben wurde, eigene ähnliche Waren beworben werden, kein Widerspruch vorliegt und bei Erhebung und jeder Nutzung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird.
- Kennzeichen Bestandskunde nach § 7 Abs. 3
- Ähnliche Waren je Sortiment definieren
Nachweis und Telefonwerbung
Für elektronisch erklärte Einwilligungen hält die Datenschutzkonferenz (DSK) das Double-Opt-in-Verfahren für geboten: Der Kunde bestätigt seine Anmeldung über einen Link in einer E-Mail. Eine gespeicherte IP-Adresse allein genügt nach dem Bundesgerichtshof (Urteil vom 10.02.2011, I ZR 164/09) nicht. Für Telefonwerbung bei Verbrauchern verlangt § 7a UWG, die Einwilligung zu dokumentieren und fünf Jahre aufzubewahren.
- Bestätigung mit Zeitstempel speichern
- Anmeldetexte versionieren
- Telefon-Einwilligung getrennt erfassen
§ 25 TDDDG, Cookies und Pixel
Das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Endgerät ist nach § 25 Abs. 1 TDDDG (Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz) nur mit Einwilligung zulässig, außer es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich (Abs. 2). Das betrifft Analyse-Cookies, Werbe-Pixel und Tracking-Bausteine in Apps, deren Daten ins Kundenprofil fließen. Ein vorausgefülltes Häkchen ist nach dem Urteil Planet49 des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, C-673/17) keine wirksame Einwilligung.
- Consent-Status an das CRM übergeben
- Keine Profilanreicherung ohne Einwilligung
Segmente, Löschfristen, Aufbewahrung
Einfache Selektionen nach einer Bestellung sind laut DSK meist über das berechtigte Interesse gedeckt; detaillierte Profile und Verhaltensprognosen für Werbung erfordern in der Regel eine Einwilligung. Entfällt der Zweck, sind Daten nach Art. 17 DSGVO zu löschen. Buchungsbelege wie Rechnungen bewahren Sie acht Jahre auf, Handelsbriefe sechs Jahre (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO).
- Löschkonzept je Datenkategorie
- Inaktive Profile nach Frist löschen
- Werbewidersprüche in einer Sperrdatei führen
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Seit dem 28. Juni 2025 müssen Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr für Verbraucher barrierefrei sein (§ 1 Abs. 3 Nr. 5 BFSG), also Onlineshops samt Kundenkonto, Formularen und Apps. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme (§ 3 Abs. 3 BFSG). Verstöße können mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld geahndet werden (§ 37 BFSG).
- Kundenportale und Loyalty-Apps prüfen
- Anforderungen an Anbieter vertraglich festhalten
Normen: § 7 UWG, § 7a UWG, § 25 TDDDG, § 1 BFSG, § 3 BFSG, § 257 HGB, § 147 AO; DSK, Orientierungshilfe Direktwerbung, Stand Februar 2022; EuGH C-673/17. Stand Oktober 2026.
Was ein Handels-CRM kostet:
Rechenbeispiel über drei Jahre.
Lizenzen sind bei den Gesamtkosten (TCO, Total Cost of Ownership) im Handel nach Erfahrungswerten von Find-Your-CRM selten der größte Posten. Teurer werden Schnittstellen zu Shop, ERP und Kasse, Datenbereinigung und der laufende Betrieb der Kampagnen. Zur Einordnung: Händler im EHI-Panel wenden im Schnitt 1,98 Prozent ihres Nettoumsatzes für IT auf. Die Spannen sind ein Rechenbeispiel von Find-Your-CRM auf Basis von Erfahrungswerten im Mittelstand und ersetzen kein Angebot.
| Szenario | Annahmen | Software pro Jahr | Einführung einmalig | Betrieb pro Jahr | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| OnlinehändlerShop plus Marktplätze | 10 Nutzer, 50.000 Kundenkonten, Shop-Konnektor, Marketing Automation | 6.000 bis 22.000 € | 15.000 bis 40.000 € | 5.000 bis 12.000 € | 48.000 bis 142.000 € |
| Omnichannel-Filialist20 Filialen, Shop, App | 40 Nutzer, Loyalty-Programm, Kassenanbindung, 200.000 Kundenkonten | 30.000 bis 90.000 € | 60.000 bis 180.000 € | 15.000 bis 40.000 € | 195.000 bis 570.000 € |
| B2B-GroßhändlerAußendienst und B2B-Shop | 60 Nutzer, davon 25 im Außendienst, ERP-Integration, Rahmenverträge | 40.000 bis 110.000 € | 80.000 bis 200.000 € | 15.000 bis 45.000 € | 245.000 bis 665.000 € |
Rechenweg: TCO = 3 × Software + Einführung + 3 × Betrieb. Software inklusive Zusatzmodulen für Marketing Automation oder Loyalty, Betrieb inklusive Administration, Konnektor-Wartung und Support. Listenpreise siehe Vergleichstabelle oben, IT-Budget laut EHI, Technologie-Trends im Handel 2025. Erfahrungswerte von Find-Your-CRM, Stand Oktober 2026.
Handels-CRM auswählen
in sechs Schritten.
Die Auswahl folgt der Methodik von Find-Your-CRM, die auf über 200.000 Referenzprojekten aus Softwareprojekten aller Kategorien beruht. Im Handel kommt es vor allem darauf an, früh festzulegen, welches System Kunden-ID, Preise und Einwilligungen führt. Phasen und Kriterien im Detail beschreibt der Leitfaden CRM auswählen: fünf Phasen, acht Kriterien.
Datenlage und Kanäle erfassen
Listen Sie alle Systeme mit Kundendaten auf: Shop, Marktplätze, Kasse, ERP, Newsletter-Tool, Service und Loyalty. Halten Sie fest, wo Kunden-IDs entstehen, wie viele Dubletten es gibt und wo Einwilligungen liegen. Diese Bestandsaufnahme ist die Grundlage jeder Schnittstellenplanung.
Anwendungsfälle priorisieren
Wählen Sie eine überschaubare Zahl von Anwendungsfällen mit messbarem Nutzen, etwa Warenkorbabbruch, Rückgewinnung, Filialberatung, Retourenservice oder Außendienstbesuch. Ordnen Sie jedem Fall eine Kennzahl zu. So bleibt die Auswahl am Geschäft orientiert statt an Funktionslisten.
Zielarchitektur festlegen
Entscheiden Sie, welches System Kunden-ID, Preise, Bestände und Einwilligungen führt und ob CRM, CDP und Marketing Automation getrennt oder als Suite laufen. Für Großhändler gehört die ERP-Preisfindung in diese Entscheidung. Halten Sie Hosting-Anforderungen und Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO früh fest.
Shortlist erstellen
Im CRM-Matching geben Sie Ihre Unternehmens-URL ein, das Anforderungsprofil entsteht automatisch, und Sie erhalten in rund 6 Minuten eine dokumentierte Shortlist, kostenlos und ohne Registrierung. Ergänzen Sie bei Bedarf Spezialisten für Loyalty oder Außendienst. Wie das Verfahren arbeitet, erklärt die Seite So funktioniert das CRM-Matching.
Demo mit eigenen Daten
Lassen Sie zwei bis drei Anbieter Ihre Anwendungsfälle mit realistischen, pseudonymisierten Testdaten zeigen: Shopbestellung, Filialkauf, Retoure, Kampagne. Prüfen Sie Schnittstellen live statt auf Folien. Vertrieb, Marketing und Service bewerten gemeinsam, etwa im CRM Selection Portal.
Pilot, Rollout, Messung
Starten Sie mit einem Kanal oder einer Filialregion und messen Sie die Kennzahlen aus Schritt zwei gegen eine Kontrollgruppe. Danach folgen weitere Kanäle und Datenquellen. Hinweise geben die Leitfäden CRM einführen und CRM migrieren.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist ein CRM für Handel und E-Commerce?
Ein CRM für Handel und E-Commerce ist eine Software, die Kundendaten aus Shop, Marktplätzen, Filiale, Service und Außendienst zu einem Kundenprofil zusammenführt. Anders als beim klassischen Vertriebs-CRM stehen Bestellungen, Retouren, Wiederkauf und Kundenwert im Mittelpunkt. Typische Funktionen sind Segmentierung, Loyalty, Marketing Automation und Servicevorgänge mit Bestellbezug. Grundlagen erklärt die Seite Was ist ein CRM.
Brauche ich ein CRM, wenn mein Shopsystem schon Kundenkonten hat?
Ja, sobald Sie mehr als einen Kanal betreiben oder Kunden gezielt binden wollen. Das Shopsystem kennt Onlinebestellungen und Kundenkonten, aber weder Filialkäufe noch Serviceanfragen oder Marktplatzkunden. Ein CRM verbindet diese Daten und steuert Kampagnen und Service. Für sehr kleine Händler mit nur einem Kanal kann ein Newsletter-Tool mit Shop-Anbindung zunächst genügen.
Wie binde ich Shopify oder Shopware an ein CRM an?
Am schnellsten über einen fertigen Konnektor des CRM- oder Shopherstellers, etwa die Shopify-Integration von HubSpot oder die Shopify-Extension von Zoho. Fehlt ein Konnektor, nutzen Sie die API des Shops, bei Shopify die GraphQL Admin API, bei Shopware die Admin API mit Webhooks, oder eine Middleware. Führt bereits eine Warenwirtschaft wie JTL-Wawi oder ein ERP die Kunden und Aufträge, binden Sie das CRM besser dort an als direkt am Shop. Legen Sie vorher fest, welches System Kunden anlegt und ob das CRM Bestellungen nur liest.
Was ist der Unterschied zwischen CRM und CDP?
Eine CDP sammelt und vereinheitlicht Kundendaten aus allen Quellen und stellt sie anderen Systemen bereit, ein CRM nutzt Kundendaten für Beziehung, Service und Vertrieb. Viele mittelständische Händler kommen ohne eigene CDP aus, wenn das CRM Shop-, Kassen- und Newsletterdaten sauber anbindet. Eine CDP lohnt sich vor allem bei vielen Datenquellen und Personalisierung in Echtzeit.
Darf ich Marktplatzkunden von Amazon oder eBay im CRM für Werbung nutzen?
In der Regel nein, Marktplatzdaten dienen der Bestellabwicklung. Sie dürfen Bestell- und Lieferdaten zur Vertragserfüllung verarbeiten, doch Marktplätze geben Kontaktdaten nur eingeschränkt weiter; Amazon etwa untersagt in seinen Kommunikationsrichtlinien Marketing- und Werbebotschaften einschließlich Coupons über das Nachrichtensystem. Prüfen Sie die Richtlinien jedes Marktplatzes, bevor Sie Daten für Kampagnen verwenden.
Darf ich Bestandskunden ohne Einwilligung Newsletter schicken?
Ja, wenn alle vier Bedingungen des § 7 Abs. 3 UWG erfüllt sind. Sie müssen die E-Mail-Adresse beim Verkauf erhalten haben, dürfen nur eigene ähnliche Waren bewerben, der Kunde darf nicht widersprochen haben, und Sie müssen bei Erhebung und in jeder Mail auf das Widerspruchsrecht hinweisen. Für alle anderen Werbemails brauchen Sie eine ausdrückliche Einwilligung, die Sie per Double-Opt-in nachweisen.
Wie kommen Filialkäufe ins CRM?
Über eine Kundenkennung an der Kasse, zum Beispiel Kundenkarte, App-Code oder die E-Mail-Adresse für den elektronischen Beleg. Die Kasse überträgt den Bon mit dieser Kennung, das CRM ordnet ihn dem Kundenprofil zu. Ohne Kennung lässt sich der Kauf keinem Kunden zuordnen, deshalb lohnt es sich, den Anteil zugeordneter Kassenumsätze je Filiale zu messen. Die Zustimmung zum elektronischen Beleg nach § 6 KassenSichV ersetzt keine Werbeeinwilligung.
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für mein CRM?
Das BFSG gilt für Ihre Angebote an Verbraucher, nicht für das intern genutzte CRM. Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops und andere Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr barrierefrei sein. Betroffen sind auch Kundenportale, Formulare und Loyalty-Apps, die Ihr CRM für Kunden bereitstellt. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind ausgenommen.
Was kostet ein CRM für Handel und E-Commerce?
Für einen Onlinehändler mit zehn Nutzern liegen die Gesamtkosten über drei Jahre nach Erfahrungswerten von Find-Your-CRM bei rund 48.000 bis 142.000 Euro. Omnichannel-Filialisten und Großhändler mit Kassen- oder ERP-Integration liegen im Rechenbeispiel bei 195.000 bis 665.000 Euro. Listenpreise beginnen bei 0 Euro für Einstiegsversionen und erreichen bei Enterprise-Editionen mehrere hundert Euro pro Nutzer und Monat.
Welches CRM eignet sich für den B2B-Großhandel?
Für den Großhandel eignen sich CRM-Systeme mit starker ERP-Integration, mobiler Offline-Erfassung für den Außendienst und Abbildung von Rahmenverträgen. Spezialisten wie Pepperi verbinden Außendienst und B2B-Shop, ERP-nahe Lösungen wie weclapp oder TOPIX CRM verbinden Warenwirtschaft und CRM auf einer Plattform. Wichtig ist, dass Preise und Konditionen im ERP bleiben und das CRM sie nur liest. Eine Shortlist für Ihren Fall liefert das CRM-Matching.
Kann ein CRM ein Loyalty-Programm ersetzen?
Teilweise: Einige CRM-Systeme bringen Loyalty-Funktionen mit, viele nicht. Salesforce bietet Loyalty Management als eigenes Produkt, Odoo Treuekarten und Punkte an der Kasse. Fehlt die Funktion, binden Sie eine Loyalty-Plattform an und führen Punkte und Einlösungen im Kundenprofil zusammen. Prüfen Sie das Koppelungsverbot nach Art. 7 Abs. 4 DSGVO, wenn Programmvorteile an Werbeeinwilligungen hängen.
Wo sollten die Kundendaten eines Handels-CRM gehostet werden?
Bevorzugt in der EU und immer mit Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Viele Anbieter bieten EU-Rechenzentren, etwa HubSpot in Deutschland, Salesforce mit der EU Operating Zone und weclapp ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Bei Anbietern mit Sitz in den USA prüfen Sie zusätzlich die Grundlage für Übermittlungen nach Art. 44 ff. DSGVO, etwa eine Zertifizierung unter dem EU-US Data Privacy Framework. Lassen Sie sich Unterauftragsverarbeiter und Supportzugriffe offenlegen.
Wie lange darf ich Kundendaten im CRM speichern?
So lange ein Zweck besteht, danach sind die Daten nach Art. 17 DSGVO zu löschen. Rechnungen und andere Buchungsbelege müssen Sie acht Jahre aufbewahren, Handelsbriefe sechs Jahre (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO), für andere Zwecke werden diese Daten gesperrt. Werbewidersprüche dürfen Sie nach Auffassung der DSK in einer Werbesperrdatei führen, wenn Sie auf Basis berechtigter Interessen werben.
Wie lange dauert die Einführung eines Handels-CRM?
Ein erstes produktives System für die ersten Teams ist nach acht bis zwölf Wochen realistisch. Die vollständige Anbindung von Shop, ERP, Kasse und Loyalty dauert bei Filialisten und Großhändlern nach Erfahrungswerten von Find-Your-CRM oft sechs bis zwölf Monate, vor allem wegen Datenbereinigung und Schnittstellen. Phasen und Rollen beschreibt der Leitfaden CRM einführen.
Das passende CRM
für Ihren Handel.
Geben Sie Ihre Unternehmens-URL ein: Das Anforderungsprofil entsteht automatisch, und Sie erhalten in rund 6 Minuten eine dokumentierte Shortlist aus über 150 CRM-Systemen, kostenlos und ohne Registrierung. Im Selection Portal bewerten Vertrieb, Marketing und Service anschließend gemeinsam, bilden Ihre IT-Systemlandschaft mit Shop, ERP und Kasse ab, steuern Anforderungen und treten direkt mit Anbietern in Kontakt.