CRM für Gesundheit, Pharma und Life Science.
Außendienst, Compliance und Service in einem System.
CRM-Software (Customer-Relationship-Management) für Pharma- und Medizintechnikhersteller, Life-Science-Unternehmen, Labor- und Diagnostikanbieter, Gesundheitsdienstleister sowie Zulieferer von Praxen und Kliniken im DACH-Raum. Der typische Anwendungsfall: Ein Außendienst betreut Ärztinnen, Ärzte, Apotheken, Kliniken und Einkaufsgemeinschaften, dokumentiert jeden Kontakt nachvollziehbar, hält Einwilligungen und Werbebeschränkungen ein und verbindet Vertrieb mit Service, Beschwerden und Sicherheitsmeldungen. Diese Fachseite zeigt, welche Funktionen in regulierten Märkten zählen, welche Normen ein CRM berühren, welche Systeme in Frage kommen und was ein Projekt kostet. Ihre dokumentierte Shortlist aus über 150 CRM-Systemen erhalten Sie im CRM-Matching für Gesundheit und Life Science in rund 6 Minuten, kostenlos und ohne Registrierung.
Warum regulierte Gesundheitsmärkte
ein eigenes CRM-Profil brauchen.
Im Gesundheitsmarkt entscheidet nicht nur der Vertrieb, ob ein Kontakt zulässig ist: Arzneimittel- und Medizinprodukterecht, Werberecht und Antikorruptionsnormen begrenzen, was Sie wem anbieten, schenken und mitteilen dürfen. Zugleich verändert sich die Zielgruppe, denn nach Angaben der Bundesärztekammer sind 39 Prozent der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte inzwischen angestellt, in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Ein CRM muss deshalb Beziehungen, Zulässigkeit und Nachweise zusammenhalten. Die Grundlagen erklärt Was ist ein CRM?
Ohne branchentaugliches CRM
- Ärztedaten liegen in Excel, im Postfach und im Kopf des Außendienstes. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, geht die Beziehungshistorie mit.
- Ob eine Ärztin E-Mails erhalten darf, weiß niemand sicher: Einwilligung und Widerspruch sind nicht am Datensatz dokumentiert.
- Musterabgaben werden auf Papier quittiert und lassen sich bei einer Behördenanfrage nur mühsam je Empfänger belegen.
- Hinweise auf Nebenwirkungen oder Produktmängel landen in Besuchsnotizen, statt fristgerecht bei Arzneimittelsicherheit oder Qualitätswesen anzukommen.
- Einladungen, Honorare und Bewirtung werden außerhalb des CRM erfasst, sodass die Transparenzmeldung jedes Jahr neu zusammengesucht wird.
Mit branchentauglichem CRM
- Eine gepflegte Kontakt- und Organisationsstruktur zeigt je Person Rolle, Einrichtung, Fachgebiet und Gesprächshistorie.
- Einwilligung, Kanal, Zweck und Zeitpunkt stehen am Datensatz, ein Werbewiderspruch sperrt Kampagnen und Einladungen systemweit.
- Muster werden je Empfänger mit Art, Menge und Datum erfasst, Obergrenzen und Anforderungen sind vor der Abgabe geprüft.
- Meldungen zu Nebenwirkungen und Produktmängeln lösen einen markierten Prozess mit Zeitstempel und Übergabe an die zuständige Stelle aus.
- Zuwendungen und Veranstaltungsteilnahmen werden je Fachkreisangehörigem erfasst und stehen für Freigaben und Berichte bereit.
Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025. Die Gegenüberstellung beruht auf Erfahrungswerten von Find-Your-CRM aus Auswahlprojekten. Stand Oktober 2026.
Sechs Bausteine für Außendienst
und Ärzteansprache (HCP-Management).
HCP steht für Healthcare Professional, also Angehörige der Heilberufe wie Ärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte. Die Bausteine gelten für Hersteller verschreibungspflichtiger und apothekenpflichtiger Arzneimittel ebenso wie für Anbieter von Diagnostika oder Nahrungsergänzung, soweit sie Fachkreise ansprechen. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Vorschriften, die Sie gesondert prüfen. Nutzen Sie die Liste als Gliederung Ihres Anforderungskatalogs.
HCP-Stammdaten und Organisationsstruktur
Das Datenmodell trennt Person, Einrichtung und Beziehung: Eine Ärztin kann in einer Praxis, einem MVZ und einer Klinik tätig sein. Fachgebiet, Standort und Zustimmung stehen am Personensatz. Weil die Zahl der angestellten ambulanten Ärztinnen und Ärzte seit 2020 um 48 Prozent gestiegen ist, verschiebt sich Entscheidungsmacht von Einzelpraxen zu Trägern und Ketten. Das CRM sollte beide Ebenen abbilden.
- Mehrfachzuordnung einer Person zu mehreren Einrichtungen
- Hierarchie aus Träger, MVZ, Praxis und Fachabteilung
- Dublettenprüfung und Abgleich mit Referenzdaten von Datenanbietern
Besuchsplanung und Gebietsmanagement
Pharmareferenten arbeiten nach Gebieten, Zielgruppen und Besuchsfrequenzen. Das CRM plant Touren, vergleicht je Kontakt Soll- und Ist-Frequenz und muss auch in Praxen und Kliniken mit schlechtem Mobilfunk funktionieren. ysura nennt Territory Management und Offline-Betrieb als Bausteine seines Pharma-CRM, GEDYS IntraWare eine Außendienst-App mit Offline-Synchronisation.
- Zielgruppen- und Frequenzplanung je Segment
- Offline-App mit Synchronisation nach dem Besuch
- Besuchsbericht mit Produktbotschaften und Folgeaktion
- Auswertung von Reichweite und Zeit im Gebiet
Einwilligungs- und Kanalmanagement
Telefonwerbung gegenüber sonstigen Marktteilnehmern erfordert mindestens eine mutmaßliche Einwilligung, Werbung per E-Mail eine ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UWG). Das CRM sollte deshalb je Kanal Einwilligung, Herkunft, Zeitpunkt und Widerspruch führen und Kampagnen daran binden. Das Pharma-CRM von ysura listet Consent und Personalized Email als eigene Funktionen im Paket Multichannel, Veeva nennt Approved Email für freigegebene E-Mail-Inhalte.
- Einwilligungsstatus je Kanal: Besuch, Telefon, E-Mail, Videotermin
- Nachweis mit Zeitstempel und Herkunft der Einwilligung
- Widerspruch sperrt Kampagnen und Einladungen automatisch
- Freigegebene Vorlagen statt frei formulierter Texte
Heilmittelwerbegesetz, Zuwendungen und Transparenz
Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nur bei Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Apothekern und Personen mit erlaubtem Handel geworben werden (§ 10 Abs. 1 HWG). Zuwendungen und Werbegaben sind nach § 7 Abs. 1 HWG nur in engen Grenzen zulässig, und Vorteile als Gegenleistung für eine unlautere Bevorzugung bei Verordnung oder Bezug sind nach §§ 299a und 299b StGB strafbar. Das CRM kann das nicht prüfen, aber Empfänger, Anlass, Wert und Freigabe dokumentieren.
- Freigabe-Workflow für Einladungen, Bewirtung und Honorare
- Pflichtfelder und Wertgrenzen je Zuwendungsart
- Zielgruppenprüfung: Fachkreis ja oder nein
- Auswertung für die jährliche Transparenzveröffentlichung
Musterverwaltung (Sample-Management)
Muster eines Fertigarzneimittels dürfen nach § 47 Abs. 4 AMG nur auf schriftliche oder elektronische Anforderung, in der kleinsten Packungsgröße und höchstens zweimal je Arzneimittel und Jahr abgegeben werden. Nachweise sind für jeden Empfänger gesondert zu führen. Beauftragte Pharmaberater müssen nach § 76 Abs. 2 AMG Empfänger, Art, Umfang und Zeitpunkt der Abgabe belegen. Das CRM bildet Anforderung, Abgabe und Zähler je Empfänger und Jahr ab.
- Anforderung als Pflichtschritt vor der Abgabe
- Zähler je Arzneimittel, Empfänger und Kalenderjahr
- Charge und Packungsgröße am Eintrag
- Nachweisbericht je Empfänger für Behördenanfragen
Nebenwirkungsmeldungen aus dem Außendienst
Pharmaberater müssen Mitteilungen von Angehörigen der Heilberufe über Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder sonstige Risiken schriftlich oder elektronisch aufzeichnen und dem Auftraggeber mitteilen (§ 76 Abs. 1 AMG). Die EMA-Leitlinie GVP Module VI verlangt für schwerwiegende Einzelfallmeldungen die Übermittlung spätestens 15 Kalendertage nach Eingang bei irgendeinem Mitarbeitenden des Zulassungsinhabers, ausdrücklich einschließlich Außendienst. Das CRM braucht daher einen Pflichtweg vom Besuchsbericht zur Pharmakovigilanz (Arzneimittelsicherheit).
- Hinweisfeld im Besuchsbericht mit Pflichtweiterleitung
- Zeitstempel des Eingangs als Fristbeginn
- Übergabe an das Safety-System, ohne Daten doppelt zu führen
- Schulungsnachweis der Mitarbeitenden
Quellen: Bundesärztekammer 2025, § 7 UWG, § 7 HWG, § 10 HWG, § 299a StGB, § 299b StGB, § 47 AMG, § 75 AMG, § 76 AMG, EMA GVP Module VI Rev 2, Abschnitt VI.B.7.1, ysura CRM, Veeva Vault CRM Features Brief, GEDYS Pharma und Life Sciences. Abgerufen am 6. Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Sechs Bausteine für Medizintechnik,
Labor und Gesundheitsdienstleister.
Medizintechnik-Hersteller verkaufen weniger über Besuchsfrequenzen als über Ausschreibungen, Einkaufsgemeinschaften und Servicebeziehungen. Laut SPECTARIS gab es 2024 in Deutschland 1.508 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten, 93 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Labore und Gesundheitsdienstleister haben wieder andere Beziehungen zu Zuweisern, Kostenträgern und Patienten. Beim Zusammenspiel von Vertrieb und Kundendienst hilft ergänzend CRM für Service und Helpdesk.
Klinikverbünde, Einkaufsgemeinschaften und Ausschreibungen
Kliniken kaufen häufig im Verbund, und an der Entscheidung beteiligen sich Ärztliche Leitung, Medizintechnik, Hygiene und Einkauf. Das CRM bildet diese Rollen je Projekt ab und hält Ausschreibungsfristen, Wettbewerber, Zuschlagskriterien und Verlustgründe am Vorgang fest. So bleibt nachvollziehbar, wer wann welche Unterlage erhalten hat.
- Rollenmodell je Projekt: Anwender, Fachbereich, Einkauf, Entscheider
- Ausschreibungsfristen mit Erinnerung
- Wettbewerber und Verlustgründe je Projekt
Installierte Geräte, Serien- und Chargennummern
Wer Geräte und Verbrauchsmaterial verkauft, muss wissen, was wo installiert ist. UDI (Unique Device Identification) bezeichnet die eindeutige Produktkennzeichnung von Medizinprodukten. TOPIX nennt auf seiner Medizintechnik-Seite Serien- und Chargennummern (UDI), Chargenrückverfolgbarkeit und Serviceobjekte; SMARTCRM führt eine eigene Branchenseite Medizintechnik mit ERP-Schnittstellen.
- Gerät, Seriennummer und Standort am Kundendatensatz
- Chargenbezug für Rückrufe und Kundeninformation
- Wartungsintervalle und Prüffristen als Aufgaben
Service, Wartung und Anwenderschulung
Medizintechnik ist ohne Service nicht verkaufbar: Wartung, Reparatur und Einweisung entscheiden über die Folgeaufträge. Ein Medizintechnik-Dienstleister mit Sitz in Aßlar und laut Referenz von CAS über 210 Mitarbeitenden nutzt CAS genesisWorld für Ticketerfassung, Einsatzplanung, Schulungsverwaltung und Servicevertragsmanagement und bindet das ERP-System NAV an.
- Tickets und Servicefälle mit Vertragsbezug
- Schulungsmanagement für Anwender und Techniker
- Anbindung an das ERP für Kundendaten, Rechnungen und Produkte
Beschwerden und Vorkommnisse bei Medizinprodukten
Medizinprodukteberater müssen Mitteilungen von Fachkreisangehörigen über Nebenwirkungen, Fehlfunktionen oder technische Mängel aufzeichnen und unverzüglich an den Hersteller weitergeben (§ 83 Abs. 4 MPDG). Hersteller melden schwerwiegende Vorkommnisse nach Angaben des BfArM innerhalb von 2, 10 oder 15 Tagen (Artikel 87 Absätze 3 bis 5 MDR). Das CRM sollte Beschwerden daher als eigenen Vorgangstyp mit Zeitstempel führen.
- Beschwerdeformular im Servicefall mit Pflichtweiterleitung
- Zeitstempel für Eingang und Weitergabe
- Übergabe an das Qualitätsmanagement, kein Parallelsystem
Zuweiser- und Partnermanagement für Labore und Diagnostik
Labore und Diagnostikanbieter pflegen Beziehungen zu einsendenden Praxen und Kliniken. Das CRM führt Verträge, Servicelevel, Kommunikation und Reklamationen. Vorsicht ist bei Vorteilen geboten: Nach § 299a Nummer 3 StGB macht sich ein Heilberufsangehöriger strafbar, der einen Vorteil als Gegenleistung für eine unlautere Bevorzugung bei der Zuführung von Patienten oder Untersuchungsmaterial annimmt, § 299b StGB erfasst die Gegenseite.
- Vertrags- und Leistungsdokumentation je Zuweiser
- Freigabe durch die Compliance-Stelle bei Vorteilen
- Servicelevel und Reklamationsquote je Einsender
Gesundheitsdienstleister: Abgrenzung zu PVS und Krankenhausinformationssystem
Behandlungsdaten gehören in das Praxisverwaltungssystem (PVS) oder das Krankenhausinformationssystem (KIS), nicht in das CRM. Das CRM führt bei Gesundheitsdienstleistern Zuweiser, Kooperationspartner, Anfragen und Kommunikationspräferenzen. Außerhalb der Fachkreise begrenzt das Heilmittelwerbegesetz Werbung, etwa mit Empfehlungen von im Gesundheitswesen tätigen Personen oder mit Dank- und Anerkennungsschreiben (§ 11 Abs. 1 HWG).
- Klare Trennung zwischen Behandlungsdaten und Beziehungsdaten
- Freitextfelder ohne Diagnoseangaben und mit Warnhinweis
- Werbeprüfung vor Patientenkampagnen
Quellen: SPECTARIS-Pressemitteilung vom 13.11.2025, § 83 MPDG, BfArM, Risiken bei Medizinprodukten melden, § 299a StGB, § 299b StGB, § 11 HWG, TOPIX Medizintechnik, SMARTCRM Medizintechnik, CAS Referenz CRS Medical. Abgerufen am 6. Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Drei Szenarien
und was sie vom CRM verlangen.
Der Gesundheitsmarkt ist kein einheitliches Feld. Ordnen Sie Ihr Unternehmen einem Szenario zu, bevor Sie Systeme vergleichen, denn die Gewichtung von Compliance, Außendienst, Service und Integration unterscheidet sich deutlich. Mischformen sind üblich, etwa bei Herstellern mit Arzneimitteln und Medizinprodukten.
Pharmaunternehmen mit Arzt- und Apothekenaußendienst
Gebiete, HCP-Segmente, Muster, Sicherheitsmeldungen
Hier steht die Beziehung zu Fachkreisen im Mittelpunkt, geführt über Besuche, Telefon, E-Mail und Veranstaltungen. Wichtig sind ein sauberes Kontaktmodell, Einwilligungen, Musternachweise, ein Meldeweg für Nebenwirkungen und die Auswertung von Zuwendungen. Exportiert das Unternehmen in die USA, kommen weitere Regeln hinzu: 23,8 Prozent der deutschen Pharma-Exporte gingen 2024 laut Statistischem Bundesamt dorthin.
- Gebietsplanung und Besuchsfrequenz je Segment
- Einwilligungen, Muster und Zuwendungen am Kontakt
- Pflichtweg für Sicherheitsmeldungen
- Anbindung an Referenzdaten und Freigabeprozesse
Medizintechnik-Hersteller mit Klinik- und Fachhandelsvertrieb
Ausschreibungen, Installed Base, Service, Vorkommnisse
Medizintechnik verkauft Geräte, Verbrauchsmaterial und Service an Kliniken, Praxen und Händler. Der Vertrieb arbeitet in Projekten mit mehreren Beteiligten, der Service hält die Beziehung über Jahre. Das CRM braucht deshalb Projektvertrieb, eine Installed Base mit Seriennummern, Servicefälle und einen sauberen Beschwerdeprozess. Da 68 Prozent des Umsatzes der Branche im Ausland entstehen, sind Mehrsprachigkeit und Exportunterlagen oft Pflicht.
- Projekt- und Ausschreibungsvertrieb
- Geräteakte mit Serien- und Chargennummern
- Servicefälle, Wartung und Schulung
- Beschwerden als eigener Vorgangstyp
Labore, Diagnostik und Gesundheitsdienstleister
Zuweiser, Verträge, Servicelevel, Patientenbezug
Einsender, Praxen und Kliniken sind die Kunden, Verträge, Fristen und Servicelevel das Geschäft. Das CRM verwaltet Zuweiserbeziehungen, Konditionen und Reklamationen, ohne Behandlungsdaten aufzunehmen. Weil Gesundheitsdaten eine besondere Kategorie personenbezogener Daten sind (Art. 9 DSGVO), lohnt eine klare Datentrennung: Patientenbezogene Informationen verbleiben im Fachsystem.
- Zuweiser- und Vertragsverwaltung
- Servicelevel und Reklamationsquote
- Marketing nur mit geprüften Inhalten
- Strikte Trennung vom Fachsystem
Quellen: Destatis, Pressemitteilung N018 vom 14.04.2025, SPECTARIS 2025, DSGVO-Text der BfDI, Stand März 2026. Vorgehen zur Auswahl: CRM auswählen: fünf Phasen, acht Kriterien.
Neun CRM-Systeme
für Pharma, Medizintechnik und Life Science.
Die Auswahl ist kuratiert, nicht bezahlt und keine Rangliste. Sie mischt Life-Science-Spezialisten, Plattformen und DACH-Anbieter, die laut Katalog oder Herstellerangaben Pharma, Medizintechnik oder Gesundheit adressieren. Ein Haken steht nur, wo die Funktion auf einer Herstellerseite oder in einer Kundenreferenz belegt ist, alles andere gehört in die Demo. Weitere Kandidaten aus über 150 CRM-Systemen liefert das CRM-Matching.
| Anbieter | Segment | Preis ab | HCP und Außendienst | Compliance-Bausteine | Medizintechnik und Service | Referenzen im Segment | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Veeva CRM (Vault CRM)Life-Science-Spezialist, Pleasanton CA | Enterprise | auf Anfrage | ✓ Approved Email, Events Management, Key Account Management, Offline-Betrieb auf iPad und iPhone | ✓ laut Hersteller vorvalidiert für 21 CFR Part 11 und die US-Regeln PDMA und TDDD | ≈ Service Center und Patient CRM als Module, Medizintechnik in der Demo prüfen | Katalog nennt unter anderem CSL und Amgen, 42 Referenzen | Zum Profil → |
| ysuraPharma-CRM, Deutschland | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Territory Management, Consent, Personalized Email, eDetailing und Medical Requests, je nach Paket | ≈ nennt regulierte Umgebung und länderspezifische Vorgaben, Validierungsumfang in der Demo prüfen | ≈ Fokus Pharma (Rx und OTC), Medizintechnik in der Demo prüfen | Katalog nennt CSL Seqirus und Orphalan, 13 Referenzen | Zum Profil → |
| Salesforce Life Sciences CloudPlattform mit Branchenedition | Enterprise | ab 350 €/Nutzer/Mo | ✓ Engagement mit medizinischen Fachkräften und Patientendienste laut Hersteller | ≈ Hersteller nennt konforme Interaktionen, Umfang in der Demo prüfen | ✓ Außendienst, Order Management und Bestandsmanagement für Medizintechnik laut Hersteller | Katalog: 81 Referenzen über alle Branchen | Zum Profil → |
| CAS genesisWorldDACH-CRM, Karlsruhe | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Kundenverwaltung, Außendienststeuerung und Kampagnenplanung laut Referenz EurimPharm | ✓ mehrstufiges Rechtesystem laut Referenz CRS Medical | ✓ Tickets, Schulungs- und Servicevertragsmanagement, NAV-Schnittstelle laut Referenz CRS Medical | EurimPharm (Arzneimittelimport), CRS Medical (Medizintechnik) | Zum Profil → |
| GEDYS IntraWareDACH-CRM, Proalpha Group | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Selektionen, Mailings, Außendienst-App mit Offline-Synchronisation laut Hersteller | ≈ nennt DSGVO-konforme Cloud, Audit-Trail in der Demo prüfen | ≈ Fokus Pharma und Life Sciences, Service in der Demo prüfen | Hersteller nennt Rottendorf Pharma als Referenz | Zum Profil → |
| SMARTCRMDACH-CRM für den Mittelstand | Mittelstand | auf Anfrage | ≈ Branchenseite Medizintechnik, Funktionsumfang in der Demo prüfen | ≈ Compliance-Umfang in der Demo prüfen | ✓ Service, Angebotsverfolgung und Anbindung an ERP wie SAP, abas und proALPHA | PAJUNK Medical Produkte, 59 Referenzen im Katalog | Zum Profil → |
| TOPIX CRMERP und CRM aus einer Hand | KMU | ab 33 €/Nutzer/Mo (CRM-Abo, 48 Monate) | ≈ Adress-, Termin- und Ticketverwaltung, Pharma-Außendienst in der Demo prüfen | ✓ revisionssichere und GoBD-konforme Dokumentenablage laut Hersteller | ✓ Serien- und Chargennummern (UDI), Serviceobjekte, Field-Service-Management | Katalog-Branche Medizintechnik, 14 Referenzen | Zum Profil → |
| Zoho CRMAllround-CRM, Zoho Corporation, Indien | KMU | ab 14 €/Nutzer/Mo | ≈ allgemeines Vertriebs-CRM, HCP-Datenmodell selbst aufbauen | ≈ Zertifikate und Rechenzentrumsstandort in der Demo prüfen | ≈ Servicefunktionen in der Demo prüfen | Katalog-Branche Healthcare, 36 Referenzen | Zum Profil → |
| OutfieldField-Sales-App, ergänzend zu jedem CRM | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Route Optimizer, Territory Builder, GPS-Aktivitätskarte und Terminplaner im Plan Dynasty | ≈ pharmaspezifische Compliance nicht belegt, in der Demo prüfen | ≈ Branchenseite für häusliche Pflege und Palliativversorgung | Katalog: 1 Referenz | Zum Profil → |
Preise laut Herstellerseiten, Stand 6. Oktober 2026, jährliche Abrechnung. Quellen: Salesforce Life Sciences Cloud Preise, Zoho CRM Preise, Veeva Features Brief, ysura, CAS Referenz EurimPharm, CAS Referenz CRS Medical, GEDYS, SMARTCRM, TOPIX, TOPIX Preise, Outfield. Katalogangaben (Referenzen, Branchen) laut Profilseiten von Find-Your-CRM. Zoho: Standard 14 €, Professional 23 €, Enterprise 40 €, Ultimate 52 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung.
CRM im Zusammenspiel mit
ERP, Datenanbietern und Qualitätssystemen.
Im Gesundheitsmarkt ist das CRM selten das führende System für Preise, Chargen oder Sicherheitsdaten. Es muss mit den Systemen zusammenspielen, die Aufträge, Stammdaten, Qualität und Arzneimittelsicherheit führen. Legen Sie vor der Auswahl fest, welches System welche Daten führt; die Grundmuster beschreibt CRM vs. ERP: Abgrenzung, Schnittstellen und Integration.
ERP: Kunden, Preise, Aufträge, Chargen
Das ERP-System (Enterprise Resource Planning) bleibt führend für Aufträge, Preise, Lieferungen und Rechnungen. Das CRM braucht davon eine aktuelle Kopie, um Kunden vollständig zu sehen und Angebote zu erstellen. SMARTCRM nennt Schnittstellen zu neun ERP-Systemen, darunter SAP, SAP Business One, Microsoft Dynamics, abas, proALPHA, Infor und Majesty, das Medizintechnik-Referenzprojekt von CAS bindet NAV an.
- Zurück ins CRM: Auftragsstatus, Umsätze, Lieferungen, offene Posten
- Chargen und Lager führen WMS oder ERP, das CRM zeigt den Bezug
- ERP-Systeme vergleichen: Find-Your-ERP
- Lager- und Chargenverwaltung vergleichen: Find-Your-WMS
Referenzdaten und Datenanbieter
Ärzte- und Einrichtungsdaten veralten schnell: Praxen werden verkauft, MVZ gegründet, Fachgebiete wechseln. Viele Hersteller gleichen ihre Stammdaten deshalb mit Datenanbietern ab. ysura nennt auf seiner Produktseite die Partner Exaris Solutions für Datenbereitstellung und Anreicherung, simcog für Kontaktempfehlungen und PeakData für Analytik.
- Regelmäßiger Abgleich mit Referenzdaten und Dublettenprüfung
- Herkunft und Stand je Datenfeld speichern
- Lizenzbedingungen der Datenanbieter für Speicherung und Weitergabe beachten
Pharmakovigilanz, Qualitätsmanagement und Dokumente
Meldungen zu Nebenwirkungen und Produktmängeln werden in der Regel in einem Safety- oder Qualitätssystem bearbeitet. Das CRM sollte sie erfassen und sauber weiterreichen, statt eine zweite Fallbearbeitung aufzubauen. Auch Werbematerialien durchlaufen meist eine interne Freigabe durch Medizin, Recht und Regulatory, bevor der Außendienst sie einsetzt.
- Schnittstelle oder definierter Übergabeprozess zum Safety-System
- Beschwerdenummer als gemeinsamer Schlüssel
- Freigegebene Dokumente und Präsentationen im Außendienst abrufbar
Kampagnen, Veranstaltungen und Auswertung
Pharma und Medizintechnik kommunizieren über Besuch, Telefon, E-Mail, Video und Veranstaltungen. Marketing Automation verknüpft Einwilligung, Segment und Inhalt; wie das im CRM funktioniert, beschreibt Marketing Automation im CRM. Für die Auswertung von Reichweite, Pipeline und Kosten je Kontakt lohnt der Blick auf Find-Your-BI.
- Segmentierung nach Fachgebiet, Einrichtung und Einwilligung
- Event-Teilnahmen und Zuwendungen am Kontakt
- Customer Journey über Kanäle: Touchpoints im CRM
- Qualifizierung und Pipeline: Lead Scoring im CRM
Quellen: SMARTCRM Schnittstellen, CAS Referenz CRS Medical, ysura CRM. Stand Oktober 2026.
DSGVO, Werberecht, Arzneimittelsicherheit:
was ein CRM im Gesundheitsmarkt erfüllen muss.
Ein CRM im Gesundheitsmarkt verarbeitet personenbezogene Daten von Fachkreisen, Mitarbeitenden und teilweise von Patienten und berührt Werberecht, Arzneimittel- und Medizinprodukterecht sowie Antikorruptionsnormen. Die folgenden Punkte ersetzen keine Rechtsberatung, gehören aber in jedes Lastenheft. Wo eine Norm genannt ist, wurde sie auf einer amtlichen Quelle geprüft.
Art. 9 DSGVO: wann Gesundheitsdaten ins Spiel kommen
Art. 9 Abs. 1 DSGVO untersagt die Verarbeitung von Gesundheitsdaten, Art. 4 Nr. 15 definiert sie als Daten, die sich auf die körperliche oder geistige Gesundheit beziehen und aus denen Informationen über den Gesundheitszustand hervorgehen. Ausnahmen regelt Art. 9 Abs. 2, etwa die ausdrückliche Einwilligung (Buchstabe a), ergänzt durch § 22 BDSG. Berufliche Daten von Ärztinnen und Ärzten sind in der Regel keine Gesundheitsdaten, Patientenangaben in Beschwerden oder Patientenprogrammen können es sein.
- Datensparsamkeit: nur die für den Zweck nötigen Angaben speichern
- Freitextfelder mit Warnhinweis gegen Diagnoseangaben
- Patientenprogramme getrennt von der Fachkreis-Kommunikation führen
- Rollen- und Rechtekonzept für Beschwerdefälle
DSFA und Auftragsverarbeitung
Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist nach Art. 35 Abs. 3 Buchstabe b DSGVO insbesondere bei umfangreicher Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten erforderlich, den Rat der oder des Datenschutzbeauftragten holen Sie nach Art. 35 Abs. 2 ein. Beim Cloud-CRM ist der Anbieter Auftragsverarbeiter, dafür ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO nötig. Bei Anbietern oder Unterauftragnehmern außerhalb der EU prüfen Sie die Drittlandübermittlung.
- Vorab klären, ob Patienten- oder Gesundheitsbezug entsteht
- AVV und Liste der Unterauftragnehmer prüfen
- Serverstandort und Support-Zugriffe klären
- Datenexport und Exit vertraglich sichern
UWG, Direktwerbung und Widerspruch
E-Mail-Werbung erfordert nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung, für Werbeanrufe gegenüber sonstigen Marktteilnehmern genügt eine mutmaßliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Bestandskunden können nach § 7 Abs. 3 UWG unter engen Voraussetzungen per E-Mail für ähnliche eigene Waren angesprochen werden. Gegen Direktwerbung steht der betroffenen Person nach Art. 21 DSGVO stets ein Widerspruchsrecht zu, das sie nicht begründen muss.
- Einwilligung mit Herkunft und Zeitpunkt je Kanal
- Werbewiderspruch systemweit sperren
- Abmeldelink und Impressumsangaben in jeder E-Mail
- Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO erfüllen
HWG und AMG im CRM-Prozess
§ 3a HWG verbietet Werbung für zulassungspflichtige, aber nicht zugelassene Arzneimittel, § 10 Abs. 1 HWG begrenzt die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf bestimmte Fachkreise, § 7 HWG regelt Zuwendungen und Werbegaben. Pharmaberater benötigen nach § 75 AMG Sachkenntnis, nach § 76 AMG müssen sie die Fachinformation vorlegen und Muster nachweisen. Das CRM unterstützt, indem es Zielgruppe, Inhalt, Freigabe und Nachweis je Kontakt festhält.
- Fachkreis-Kennzeichen am Kontakt als Voraussetzung für Kampagnen
- Freigegebene Inhalte mit Versionsstand
- Qualifikationsnachweis der Außendienstmitarbeitenden
- Musterdokumentation je Empfänger
Fristen für Nebenwirkungen und Vorkommnisse
Nach der EMA-Leitlinie GVP Module VI beginnt die 15-Tage-Frist für schwerwiegende Einzelfallmeldungen mit dem Eingang bei irgendeinem Mitarbeitenden des Zulassungsinhabers, einschließlich Außendienst. Meldungen aus Patientenprogrammen und Marktforschung gelten dort als solicited reports. Für Medizinprodukte nennt das BfArM Fristen von 2, 10 oder 15 Tagen nach Artikel 87 Absätze 3 bis 5 MDR.
- Eingangszeitpunkt systemseitig dokumentieren
- Schulung aller Mitarbeitenden mit Kundenkontakt
- Patientenprogramme und Marktforschung in den Meldeprozess einbeziehen
- Übergabe an die verantwortliche Stelle ohne Medienbruch
GxP, 21 CFR Part 11 und Annex 11
Der EU-GMP-Leitfaden Annex 11 gilt für computergestützte Systeme, die in GMP-regulierten Tätigkeiten eingesetzt werden; er verlangt Validierung und ein Risikomanagement über den Lebenszyklus. 21 CFR Part 11 nennt unter § 11.10 unter anderem Systemvalidierung (a) und sichere, zeitgestempelte Audit-Trails (e) für elektronische Aufzeichnungen, die unter FDA-Vorschriften gefordert sind. Ob ein Vertriebs-CRM darunter fällt, entscheiden Qualitätswesen und Fachbereich anhand einer Risikobewertung.
- Qualitätswesen früh einbinden und Einstufung dokumentieren
- Audit-Trail und Berechtigungskonzept prüfen
- Hersteller-Validierungspakete und Release-Takt klären
- Änderungs- und Release-Management festlegen
Quellen: DSGVO-Text der BfDI, Stand März 2026, § 22 BDSG, § 7 UWG, § 3a HWG, § 7 HWG, § 10 HWG, § 75 AMG, § 76 AMG, EMA GVP Module VI Rev 2, BfArM Vigilanz, EU-GMP Annex 11, 21 CFR Part 11 (eCFR). Abgerufen am 6. Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Rechenbeispiel Gesamtkosten
für einen Medizintechnik-Hersteller mit 25 Nutzern.
Rechenbeispiel von Find-Your-CRM, kein Angebot eines Herstellers: Ein Medizintechnik-Hersteller mit rund 150 Mitarbeitenden führt ein CRM für 25 Nutzer ein, davon 15 in Vertrieb und Außendienst, 6 im Service und 4 in Management und Marketing, mit ERP-Anbindung und Offline-App. Die Lizenzzeilen beruhen auf Listenpreisen zweier Hersteller als Untergrenze und Obergrenze, die übrigen Zeilen auf Annahmen von Find-Your-CRM. Interne Personalkosten für Projektleitung und Key-User sind nicht enthalten, Angebote der Hersteller ersetzen die Rechnung.
| Kostenblock | Annahme | Einmalig | Laufend pro Jahr | Summe 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Lizenzen, EinstiegAllround-CRM, Zoho Enterprise | 25 Nutzer zu 40 € je Nutzer und Monat, jährliche Abrechnung | 0 € | 12.000 € | 36.000 € |
| Lizenzen, BranchenplattformSalesforce Life Sciences Cloud Core | 25 Nutzer zu 350 € je Nutzer und Monat, jährliche Abrechnung | 0 € | 105.000 € | 315.000 € |
| EinführungKonfiguration und Prozesse | Workshops, Rollen, Pipeline, Berichte, Vorlagen, Einwilligungsprozess | 20.000 bis 60.000 € | 0 € | 20.000 bis 60.000 € |
| ERP-Integrationbidirektional | Kunden, Preise, Aufträge, Geräte und Chargenbezug | 10.000 bis 25.000 € | 2.000 bis 6.000 € | 16.000 bis 43.000 € |
| DatenmigrationAltsystem und Excel | Kontakte, Einrichtungen, Einwilligungen und offene Vorgänge bereinigen | 5.000 bis 15.000 € | 0 € | 5.000 bis 15.000 € |
| SchulungKey-User-Konzept | 25 Anwender, Außendienst-App, Service | 3.000 bis 8.000 € | 0 € | 3.000 bis 8.000 € |
| SupportBetrieb und Weiterentwicklung | Externer Support, kleine Anpassungen, Releases | 0 € | 4.000 bis 12.000 € | 12.000 bis 36.000 € |
| Gesamt, EinstiegsvarianteZoho-Lizenzen plus Projektkosten | 25 Nutzer, 3 Jahre | 38.000 bis 108.000 € | 18.000 bis 30.000 € | 92.000 bis 198.000 € |
| Gesamt, PlattformvarianteSalesforce-Lizenzen plus Projektkosten | 25 Nutzer, 3 Jahre | 38.000 bis 108.000 € | 111.000 bis 123.000 € | 371.000 bis 477.000 € |
| Option Validierungnur bei GxP-Relevanz | Validierungsplan, Tests, Dokumentation, Revalidierung bei Releases | 10.000 bis 40.000 € | 2.000 bis 6.000 € | 16.000 bis 58.000 € |
Rechenbeispiel von Find-Your-CRM, Stand Oktober 2026. Listenpreise: Salesforce Life Sciences Cloud Core 350 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, Zoho CRM Enterprise 40 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Für Veeva, ysura, CAS, GEDYS und SMARTCRM gibt es keine öffentlichen Listenpreise, die Lizenzzeile ändert sich je Angebot. TOPIX nennt CRM-Abo-Preise ab 33 € je Nutzer und Monat bei 48 Monaten Laufzeit. Weitere Preismodelle: Preise und Modelle.
Auswahl und Einführung
im Gesundheitsmarkt in sechs Schritten.
Die Schritte folgen der allgemeinen Methodik von Find-Your-CRM und ergänzen die Besonderheiten regulierter Märkte. Details zu Phasen und Kriterien finden Sie unter CRM auswählen: fünf Phasen, acht Kriterien und CRM einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren.
Geschäftsmodell und Regelwerk klären
Ordnen Sie Ihr Unternehmen einem Szenario zu und listen Sie die Regeln, die Ihr Vertrieb einhalten muss: Werberecht, Muster, Zuwendungen, Sicherheitsmeldungen, Datenschutz. Beteiligen Sie Vertrieb, Medizin oder Regulatory, Qualitätswesen, Datenschutz und IT von Anfang an. Halten Sie schriftlich fest, ob das CRM aus Sicht des Qualitätswesens GxP-relevant ist.
Datenmodell und Systemlandschaft festlegen
Definieren Sie Person, Einrichtung, Beziehung und Einwilligung und entscheiden Sie, welches System welche Daten führt. Dokumentieren Sie die Datenflüsse zu ERP, Datenanbieter, DMS und Safety-System in einer Integrationsmatrix. Klären Sie die Behandlung von Patientenbezug, bevor Sie Systeme vergleichen.
Anforderungen gewichten und Shortlist bilden
Übersetzen Sie die Prozesse in einen gewichteten Anforderungskatalog mit Muss- und Kann-Kriterien. Das CRM-Matching erzeugt aus Ihrer Unternehmens-URL automatisch ein Anforderungsprofil und in rund 6 Minuten eine dokumentierte Shortlist aus über 150 CRM-Systemen. Drei bis fünf Kandidaten sind für die Demo-Phase ein guter Umfang.
Szenario-Demos mit echten Fällen
Lassen Sie die Anbieter Ihre Fälle durchspielen: einen Besuch mit Einwilligungsprüfung, eine Musterabgabe, eine Nebenwirkungsmeldung, eine Beschwerde mit Servicefall, eine Einladung mit Freigabe. Im Selection Portal bewerten Vertrieb, Marketing und Service gemeinsam und dokumentiert, mit IT-Systemlandschaft, Anforderungsmanagement und direktem Anbieterkontakt.
Pilot mit Betriebsrat und Datenschutz
Starten Sie mit einer Region oder Produktlinie und einer stabilen Schnittstelle. Die Einführung eines CRM unterliegt der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, wenn es Verhalten oder Leistung der Mitarbeitenden überwachen kann; klären Sie das früh. Die Methodik für den Weg in den Betrieb beschreibt CRM einführen, für einen Systemwechsel CRM migrieren.
Rollout, Schulung und Nachweise
Schulen Sie den Außendienst an den Pflichtprozessen und dokumentieren Sie die Teilnahme. Prüfen Sie Berichte für Muster, Zuwendungen und Sicherheitsmeldungen vor dem ersten Echtbetrieb. Legen Sie Aufbewahrungs- und Löschfristen fest, für Handelsbriefe und Buchungsbelege etwa nach § 257 HGB und § 147 AO, und planen Sie Releases mit Änderungsdokumentation.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist ein CRM für Pharma und Life Science?
Ein CRM für Pharma und Life Science ist ein Kundenbeziehungssystem, das neben Kontakten und Vertriebschancen die Besonderheiten regulierter Gesundheitsmärkte abbildet. Dazu zählen ein Kontaktmodell für Ärzte, Apotheker und Einrichtungen, Einwilligungs- und Kanalmanagement, Musterverwaltung, ein Meldeweg für Nebenwirkungen und Zuwendungsdokumentation. Ein Standard-CRM kann vieles davon über Konfiguration abbilden, braucht dafür aber mehr Eigenleistung. Die Grundlagen erklärt Was ist ein CRM?.
Welche CRM-Anbieter kommen für den Pharma-Außendienst in Frage?
Für Pharma und Biotech sind im Katalog Veeva CRM und ysura die klar branchenspezifischen Systeme, dazu kommen Plattformen wie Salesforce mit der Life Sciences Cloud und DACH-Anbieter wie GEDYS IntraWare, CAS genesisWorld oder PisaSales CRM. Als Branche ausgewiesen sind im Katalog außerdem CBS-CRM (Life Science, Pharma) und Bloomr (Pharmaceuticals, Healthcare), die Tiefe der Pharma-Funktionen klären Sie in der Demo. Welche Systeme passen, hängt von Größe, Zielmarkt und Validierungsbedarf ab. Eine dokumentierte Shortlist liefert das CRM-Matching in rund 6 Minuten.
Was kostet ein CRM für Pharma und Medizintechnik?
Die Spanne ist groß: Salesforce nennt für die Life Sciences Cloud Core 350 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, Zoho CRM Enterprise 40 € je Nutzer und Monat, TOPIX CRM ab 33 € je Nutzer und Monat bei 48 Monaten Laufzeit. Veeva, ysura, CAS, GEDYS und SMARTCRM veröffentlichen keine Listenpreise. Im Rechenbeispiel dieser Seite liegen die Gesamtkosten für 25 Nutzer über drei Jahre zwischen 92.000 und 198.000 € bei einem Allround-CRM und zwischen 371.000 und 477.000 € bei einer Branchenplattform. Weitere Modelle beschreibt Preise und Modelle.
Darf ich Ärztinnen und Ärzten Newsletter und E-Mails schicken?
E-Mail-Werbung erfordert nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die Ausnahme für Bestandskunden in § 7 Abs. 3 UWG gilt nur unter vier Voraussetzungen, zum Beispiel muss die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten worden sein. Für Arzneimittel kommt das Heilmittelwerbegesetz hinzu: Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nur bei Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Apothekern und Personen mit erlaubtem Handel geworben werden (§ 10 Abs. 1 HWG). Das CRM sollte Einwilligung und Fachkreis-Status am Datensatz speichern.
Muss ein CRM nach GxP oder 21 CFR Part 11 validiert werden?
Nicht automatisch. EU-GMP Annex 11 gilt für computergestützte Systeme, die in GMP-regulierten Tätigkeiten eingesetzt werden, und 21 CFR Part 11 für elektronische Aufzeichnungen, die unter FDA-Vorschriften gefordert sind. Ob ein Vertriebs-CRM darunter fällt, entscheidet Ihr Qualitätswesen anhand einer Risikobewertung, die Sie dokumentieren sollten. Veeva gibt für Vault CRM an, vorvalidiert für 21 CFR Part 11 zu sein, das ersetzt die Einstufung in Ihrem Unternehmen nicht.
Wie dokumentiere ich Musterabgaben im CRM?
Das CRM sollte Anforderung, Abgabe, Empfänger, Art, Menge, Charge und Datum je Muster erfassen. Nach § 47 Abs. 4 AMG dürfen Muster nur auf schriftliche oder elektronische Anforderung, in der kleinsten Packungsgröße und höchstens zweimal je Arzneimittel und Jahr abgegeben werden, und Nachweise sind für jeden Empfänger gesondert zu führen. Beauftragte Pharmaberater müssen laut § 76 Abs. 2 AMG Empfänger, Art, Umfang und Zeitpunkt belegen. Ein Zähler je Empfänger und Kalenderjahr verhindert Überschreitungen.
Wie gehe ich im CRM mit Meldungen zu Nebenwirkungen um?
Das CRM erfasst Hinweise im Besuchsbericht oder Servicefall und leitet sie über einen Pflichtweg an Pharmakovigilanz oder Qualitätswesen weiter. Pharmaberater müssen solche Mitteilungen nach § 76 Abs. 1 AMG aufzeichnen und dem Auftraggeber melden. Die EMA-Leitlinie GVP Module VI nennt für schwerwiegende Fälle höchstens 15 Kalendertage ab Eingang bei irgendeinem Mitarbeitenden, einschließlich Außendienst. Das CRM sollte deshalb den Eingangszeitpunkt festhalten und keine zweite Fallbearbeitung aufbauen.
Spielt Art. 9 DSGVO eine Rolle, wenn ich Ärztedaten speichere?
Berufliche Kontaktdaten von Ärztinnen und Ärzten sind in der Regel keine Gesundheitsdaten, sie unterliegen aber der normalen DSGVO-Pflichtenlage, etwa Informationspflichten und Widerspruchsrecht. Art. 9 DSGVO wird relevant, sobald das CRM Angaben zur Gesundheit von Patienten enthält, etwa in Beschwerden oder Patientenprogrammen. Dann sind besondere Anforderungen zu beachten, zum Beispiel eine ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 Abs. 2 Buchstabe a oder die Prüfung einer Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35. Klären Sie diesen Punkt mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten, bevor Sie Freitextfelder freigeben.
Brauchen Praxen, Labore und Kliniken ein CRM oder reicht ihr Fachsystem?
Das Fachsystem (PVS oder KIS) führt Behandlungsdaten, ein CRM führt Beziehungen, Verträge und Kommunikation mit Zuweisern, Partnern und Lieferanten. Ein CRM lohnt sich, wenn Sie viele Kooperationspartner betreuen, Verträge mit Fristen verwalten oder Anfragen systematisch bearbeiten. Patientenbezogene Informationen gehören nicht in Freitextfelder des CRM. Bei Werbung außerhalb der Fachkreise beachten Sie die Grenzen der §§ 11 und 12 HWG.
Wie gehe ich mit Einladungen, Zuwendungen und Transparenz um?
Dokumentieren Sie jede Einladung, Bewirtung und Vergütung je Empfänger mit Anlass, Wert und Freigabe. Nach § 7 Abs. 1 HWG sind Zuwendungen und Werbegaben nur in engen Grenzen zulässig, und §§ 299a und 299b StGB stellen Vorteile als Gegenleistung für eine unlautere Bevorzugung unter Strafe. Die Mitgliedsunternehmen des FSA veröffentlichten für das Berichtsjahr 2024 geldwerte Leistungen von rund 768,7 Mio. € an Fachkreise und Einrichtungen, das CRM kann die Datenbasis für solche Berichte liefern.
Muss der Betriebsrat der CRM-Einführung zustimmen?
Gibt es einen Betriebsrat, hat er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitzubestimmen bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Ein CRM mit Besuchsberichten, Aktivitätsauswertungen oder Standortdaten kann dazu gehören. Beziehen Sie den Betriebsrat früh ein und regeln Sie Auswertungen in einer Betriebsvereinbarung. Das gilt besonders für Außendienst-Apps mit GPS-Funktionen.
Was bedeutet der Wechsel von Veeva CRM auf Vault CRM für bestehende Kunden?
Veeva migriert nach eigenen Angaben seine Kunden von Veeva CRM auf die eigene Plattform Vault CRM und will die Vereinbarung mit Salesforce für die Plattform nicht verlängern. Laut Geschäftsbericht (Form 10-K bei der US-Börsenaufsicht SEC) für das Jahr bis 31. Januar 2025 wird Veeva CRM bis zum 1. September 2030 unterstützt. Kunden planen den Wechsel mit Migrations- und Validierungsaufwand ein. Das Unternehmen weist im selben Bericht darauf hin, dass einzelne Kunden sich für andere CRM-Lösungen entschieden haben.
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