Cloud CRM.
Hosting, Datenstandort und On-Premise prüfen.
Ein Cloud CRM ist ein CRM-System, das der Hersteller oder ein Dienstleister in seinem Rechenzentrum betreibt und über das Internet als Dienst bereitstellt. Vor der Auswahl klären Sie drei Fragen: welches Betriebsmodell, welcher Datenstandort unter welchem Recht und wie Sie mit allen Daten wieder aussteigen. On-Premise bieten einige Hersteller weiterhin an.
- Für wen: Geschäftsführung, IT, Datenschutz und Vertrieb im DACH-Mittelstand, die zwischen Public SaaS, privater Cloud, Hosting beim Partner und eigenem Betrieb entscheiden.
- Im Überblick: eine Entscheidungstabelle für sechs Betriebsmodelle, Datenstandorte von 13 Anbietern laut Herstellerangabe, ein Rechenbeispiel Cloud gegen On-Premise und Prüffragen zu Hosting und Exit als CSV.
- Zahl: 23 Prozent der Unternehmen mit Cloud-Diensten nutzten 2025 CRM aus der Cloud (Destatis, Pressemitteilung Nr. 416 vom 24.11.2025).
- Weiter: Schritt 5 der CRM-Auswahl; Rechtsgrundlagen, AVV und Löschfristen stehen unter CRM DSGVO-konform.
Redaktion und fachliche Prüfung: Dr. Marcel Panzer, Sectorlens GmbH · Aktualisiert am 24.10.2026
Das Betriebsmodell festlegen,
bevor die Shortlist steht.
Das Betriebsmodell folgt in der CRM-Auswahl auf die CRM Kosten und steht vor der Entscheidung im CRM Selection Portal. Wer es erst im Vertrag klärt, merkt oft zu spät, dass der Favorit nur eine der benötigten Varianten anbietet.
Hosting erst im Vertrag geklärt
- „Server in Deutschland“ steht im Prospekt, der Vertrag nennt nur „Europa“.
- Der kostenlose Einstieg läuft auf einem Standort, den der Hersteller wählt.
- Support, KI-Funktionen und Analysedaten laufen über andere Länder als die Datenbank.
- Beim Wechsel fehlen Exportformat, Fristen und Kosten des Ausstiegs.
Hosting als Anforderung im Lastenheft
- Betriebsmodell, Datenregion und Supportstandort stehen als Muss-Kriterien im CRM Lastenheft.
- Alle Anbieter beantworten dieselben Prüffragen schriftlich.
- Die Kosten des Eigenbetriebs liegen neben den Cloud-Preisen.
- Der Exit ist vor der Unterschrift getestet: Export, Format, Frist, Löschnachweis.
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 416 vom 24.11.2025: 54 Prozent der Unternehmen ab 10 Beschäftigten nutzten 2025 kostenpflichtige Cloud-Dienste. Die Grundsatzfrage für jede Unternehmenssoftware behandelt Cloud vs. On-Premise.
Welches Betriebsmodell passt
zu Ihrem CRM?
„Cloud“ ist kein einzelnes Modell. Zwischen einer geteilten Plattform für Tausende Kunden und dem eigenen Server liegen Zwischenstufen, die sich in Kontrolle, Aufwand und Preis unterscheiden. Viele Hersteller betreiben ihre Dienste bei einem Hyperscaler, also einem großen Anbieter von Cloud-Infrastruktur wie Amazon Web Services (AWS). Von oben nach unten wachsen Ihre Kontrolle und Ihr Betriebsaufwand.
| Betriebsmodell | Wer betreibt, wo liegen die Daten | Passt, wenn | Grenzen | Beispiele laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|
| Public SaaSgeteilte Plattform, viele Mandanten | Der Hersteller betreibt eine Plattform für alle Kunden, oft bei einem Hyperscaler. Die Region wählen Sie bei der Anmeldung oder der Hersteller ordnet sie zu. | Sie schnell starten wollen, Teams verteilt arbeiten und keine eigene IT den Betrieb tragen soll. | Updatezeitpunkt, Funktionsumfang und Regionen bestimmt der Hersteller. | HubSpot, Pipedrive, SAP Sales Cloud Version 2, weclapp, Zoho CRM |
| Public SaaS mit Datenzonegeteilte Plattform, vertragliche Grenze | Wie Public SaaS, aber Speicherung, Verarbeitung und teils Support sind vertraglich auf eine Zone wie EU und EFTA begrenzt. | Der Datenschutz eine Verarbeitung in der EU verlangt und Sie trotzdem eine große Plattform nutzen wollen. | Die Zone gilt nur für freigegebene Produkte. Nutzungsdaten, Add-ons und Partnerdienste sind oft ausgenommen. | Salesforce Hyperforce Operating Zone, Microsoft EU Data Boundary |
| Dedizierte oder private Cloudeigene Instanz beim Hersteller | Der Hersteller oder sein Rechenzentrumspartner betreibt eine eigene Serverinstanz nur für Sie, mit Wartung, Updates und Sicherung. | Sie eine abgeschottete Instanz oder einen deutschen Betreiber ohne eigenen Serverbetrieb brauchen. | Höherer Preis je Nutzer als im Eigenbetrieb, Mindestlaufzeiten, Zusatzzugänge teils gegen Gebühr. | combit Private Cloud, CAS genesisWorld Private Cloud |
| Hosting beim PartnerLizenz vom Hersteller, Betrieb beim Dienstleister | Ein Systemhaus oder Hoster Ihrer Wahl betreibt die Software in seinem Rechenzentrum. Lizenz und Betrieb laufen über zwei Verträge. | Sie einen vertrauten IT-Dienstleister haben, der Hosting, Support und Integration übernimmt. | Zwei Verträge, zwei Auftragsverarbeiter, Zuständigkeit bei Störungen ausdrücklich regeln. | combit (Hoster Ihrer Wahl), Odoo im Custom-Tarif, SuiteCRM |
| On-PremiseBetrieb in Ihrer eigenen IT | Sie betreiben Server, Datenbank, Sicherung und Updates selbst. Die Lizenz kommt meist als Abonnement. | Daten das Haus nicht verlassen sollen, lokale Systeme tief angebunden sind und eine eigene IT den Betrieb trägt. | Verfügbarkeit, Wiederherstellung und Sicherheit liegen bei Ihnen. Neue Funktionen kommen teils nur in der Cloud. | CAS genesisWorld, cobra One, combit, Microsoft Customer Engagement (on-premises), Sugar Enterprise |
| Hybrideigener Kern, Cloud-Dienste angebunden | Das CRM läuft On-Premise, einzelne Funktionen wie KI, Telefonie oder Newsletter kommen als Cloud-Dienst dazu. | Kerndaten im Haus bleiben sollen, Sie aber einzelne Cloud-Funktionen nutzen wollen. | Jede Erweiterung hat eigene Datenflüsse, Standorte und Verträge, die Sie gesondert prüfen. | cobra One (On-Premise mit Cloud-Erweiterungen, KI-Provider OpenAI, Azure oder IONOS frei wählbar) |
Zusammenstellung von Find-Your-CRM, Beispiele laut Herstellerangaben, Abruf 24.10.2026: combit Editionen, combit Private Cloud, CAS genesisWorld, cobra Preise, Odoo Preise, Salesforce Operating Zone, Microsoft EU Data Boundary. Welche Systemarten es gibt, zeigt CRM Systeme.
Welche Cloud CRM Anbieter hosten
in Deutschland oder der EU?
Der Auszug zeigt 13 Anbieter mit Bezug zum DACH-Markt, alphabetisch und ohne Wertung: deutsche Mittelstandsanbieter, US-Plattformen mit EU-Optionen, ERP-Suiten und Open Source. Alle Angaben laut Hersteller, Abruf 24.10.2026. Ein Haken steht, wo der Hersteller einen Standort in Deutschland oder der EU selbst nennt, ein Teilhaken (≈) heißt: Bedingungen im Angebot prüfen.
| Anbieter | Betriebsmodelle laut Hersteller | Datenstandort laut Hersteller | Was Sie klären | Profil |
|---|---|---|---|---|
| CAS genesisWorldCRM und xRM, CAS Software AG, Karlsruhe | Cloud-Hosting als Public oder Private Cloud, alternativ On-Premise in Ihrer IT | ✓ zertifiziertes Rechenzentrum in Deutschland | Betreiber des Rechenzentrums und Geltungsbereich des Zertifikats | Zum Profil → |
| cobra CRMCRM, cobra GmbH, Konstanz | Cloud-Tarife nur in der Cloud, cobra One als On-Premise mit Cloud-Erweiterungen, Wechsel zwischen den Tarifen möglich | ✓ Hosting und Support in Deutschland für die Cloud-Tarife | Rechenzentrumsbetreiber und Datenflüsse des gewählten KI-Providers bei cobra One | Zum Profil → |
| combit CRMCRM, combit Software GmbH, Konstanz | On-Premise in eigener IT oder bei einem Hoster Ihrer Wahl, Private Cloud auf dediziertem Server | ✓ Private Cloud bei der WORTMANN AG in Hüllhorst (NRW), Sicherungen ebenfalls in Deutschland | Servicegebühr für die Datenbereitstellung nach Kündigung der Private Cloud | Zum Profil → |
| HubSpot CRMAll-in-One-Plattform, HubSpot, Inc., Sitz USA | Public SaaS auf AWS | ≈ Standard ist AWS US East; seit 19.07.2021 ist das EU-Rechenzentrum Frankfurt wählbar; ohne Abonnement wählt HubSpot den Standort | Ausnahmen der Richtlinie vom 18.09.2024: Add-ons, Drittanbieter, Analyse- und Nutzungsdaten | Zum Profil → |
| Microsoft Dynamics 365 SalesCRM-App auf der Microsoft Power Platform | SaaS; Customer Engagement (on-premises) Version 9.1 für den Eigenbetrieb | ≈ EU Data Boundary, wenn Tenant und alle Umgebungen in der Makroregion EU und EFTA liegen und die Rechnungsadresse in einem EU- oder EFTA-Land | On-Premises Version 9: Mainstream-Support bis 12.01.2027, Extended Support bis 09.01.2029 | |
| OdooERP-Suite mit CRM-App | Odoo Online (SaaS); im Custom-Tarif auch Odoo.sh oder Selbstbetrieb von Odoo Enterprise | ≈ Hosting-Region wählbar, darunter Europa; Backups werden auch in Kanada repliziert, das ist nicht abwählbar | Region bei der Anlage festlegen, Backupstandort in die Drittlandprüfung aufnehmen | Zum Profil → |
| PipedriveVertriebs-CRM, Cloud-Dienst | Public SaaS auf AWS | ✓ AWS-Regionen EU (Frankfurt) und EU (Dublin) vorrangig für Kunden aus der EU | Laut Hersteller sind Abweichungen etwa durch IP-Zuordnung möglich, Standort schriftlich bestätigen lassen | Zum Profil → |
| Salesforce Sales CloudCRM-Plattform, Salesforce, Inc., Sitz USA | Public SaaS auf der Infrastruktur Hyperforce | ≈ Hyperforce Operating Zone mit Speicherung und Verarbeitung in EU und Schweiz, Support rund um die Uhr durch Personal aus der EU | Die Zone umfasst ausgewählte Produkte; Umfang und Konditionen im Angebot erfragen | Zum Profil → |
| SAP Sales CloudCRM-SaaS der SAP SE, Walldorf | Version 2 als Mehrmandanten-SaaS auf AWS | ✓ Region Frankfurt, daneben Sydney, São Paulo, Mumbai und N. Virginia | SAP CRM 7.0 On-Premise: Mainstream-Wartung bis Ende 2027, optional erweitert bis Ende 2030 | |
| SugarAIvormals SugarCRM, umbenannt im April 2026 | SugarCloud mit Sugar Market, Sell und Serve auf AWS; Sugar Enterprise On-Premise | ≈ SugarCloud auf AWS, Region nennt der Hersteller nicht | Region und Supportstandort in der Demo erfragen und in den Vertrag schreiben | Zum Profil → |
| SuiteCRMOpen-Source-CRM, Lizenz AGPL-3.0 | Selbstbetrieb auf eigenem Server oder Hosting-Angebot SuiteCRM Hosted | ≈ bei Selbstbetrieb frei wählbar, Standort von SuiteCRM Hosted erfragen | Wer Updates, Sicherheitspatches und Support übernimmt | |
| weclappCloud-ERP mit CRM, weclapp GmbH, Kitzingen | Public SaaS | ✓ ISO 27001 und PCI DSS zertifiziertes Rechenzentrum in Frankfurt am Main | CRM laut Netzwerkvergleich nur zusammen mit einem ERP-Paket buchbar | Zum Profil → |
| Zoho CRMCRM in der Zoho-Suite, Cloud-Dienst | Public SaaS | ✓ EU-Rechenzentren Amsterdam (primär) und Dublin (sekundär) | Datenregion bei der Kontoanlage festlegen, Supportzugriffe erfragen | Zum Profil → |
Auszug, alphabetisch, ohne Wertung und ohne bezahlte Platzierung, Abruf 24.10.2026. Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-CRM, CAS, cobra, combit, HubSpot Sicherheit, HubSpot Hosting-Richtlinie, Microsoft EU Data Boundary, Microsoft Support v9, Odoo Cloud-SLA, Pipedrive, Salesforce, SAP Trust Center, SAP Wartung, SugarAI, Umbenennung SugarAI, SuiteCRM, SuiteCRM Lizenz, weclapp, Zoho. Hauptsitz und Hosting deutscher Anbieter vergleicht CRM Software Deutschland. Weitere Systeme finden Sie im CRM-Katalog und im CRM-Matching.
Ist ein Cloud CRM
DSGVO-konform?
Ein Cloud CRM kann DSGVO-konform betrieben werden, wenn der Einsatz alle Pflichten erfüllt; die Software allein ist es nie. Für die Standortfrage zählen drei Ebenen: wohin Daten übermittelt werden (Kapitel V DSGVO), welchem Recht der Anbieter unterliegt und wie er Sicherheit nachweist. Rechtsgrundlagen, AVV nach Art. 28 und Löschfristen behandelt CRM DSGVO-konform, hier geht es um Hosting und Zugriff.
Drittland heißt mehr als Rechenzentrum
Jede Übermittlung außerhalb des EWR braucht eine Grundlage aus Kapitel V. Dazu zählt auch der Fernzugriff eines Supportteams aus einem Drittland oder ein Unterauftragsverarbeiter für E-Mail oder KI.
- Speicherort, Backupstandort und Supportorte getrennt erfragen
EU-US Data Privacy Framework
Für zertifizierte US-Empfänger gilt der Angemessenheitsbeschluss (EU) 2023/1795 vom 10. Juli 2023. Das Gericht der EU wies die Klage dagegen am 3. September 2025 ab (T-553/23); das Rechtsmittel C-703/25 P ist beim EuGH anhängig (Stand 24.10.2026).
- Zertifizierung je US-Empfänger in der DPF-Liste prüfen
- Ersatzweg vereinbaren, etwa Standardvertragsklauseln nach Art. 46
Garantien und Ausnahmen
Ohne Angemessenheitsbeschluss braucht es geeignete Garantien wie Standardvertragsklauseln (Art. 46 Abs. 2 Buchst. c). Die Ausnahmen des Art. 49, etwa die ausdrückliche Einwilligung, sind für Einzelfälle gedacht und tragen keinen Dauerbetrieb eines CRM.
- Übermittlungsweg je Unterauftragsverarbeiter dokumentieren
US CLOUD Act als Risiko einordnen
Seit 2018 müssen US-Anbieter Daten in ihrem Besitz, Gewahrsam oder ihrer Kontrolle auf behördliche Anordnung herausgeben, unabhängig vom Speicherort. Maßgeblich ist, ob Anbieter oder Konzern US-Recht unterliegen, nicht ob der Server in Frankfurt steht.
- Gesellschafterstruktur und Konzernmutter erfragen
Gegengewichte, keine Panik
Ein Anbieter kann eine Anordnung anfechten, wenn der Kunde keine US-Person ist und die Herausgabe das Recht eines Partnerstaats verletzen würde (18 U.S.C. § 2703(h)(2)). Art. 48 DSGVO erkennt Urteile aus Drittländern nur auf Grundlage internationaler Übereinkünfte an, etwa Rechtshilfeabkommen.
- Fragen, wie der Anbieter mit Behördenanfragen umgeht
Nachweis statt Siegel
Das BSI hat am 7. April 2026 den Kriterienkatalog C5:2026 veröffentlicht. Wirtschaftsprüfer testieren, ob ein Cloud-Anbieter die Kriterien erfüllt; neu sind unter anderem Post-Quanten-Kryptographie und Confidential Computing. Ein Testat ersetzt Ihr eigenes Risikomanagement nicht.
- Prüfen, ob das CRM selbst oder nur das Rechenzentrum testiert ist
Quellen: DSGVO, EUR-Lex, Beschluss (EU) 2023/1795, EuG T-553/23, Rechtsmittel C-703/25 P, 18 U.S.C. § 2713, 18 U.S.C. § 2703, Bundesnetzagentur zu Art. 32 Data Act, BSI, C5:2026 vom 07.04.2026, Odoo Cloud-SLA, Stand 24.10.2026. Vertiefung im Netzwerk: DSGVO und Serverstandort. Keine Rechtsberatung.
Was kostet ein Cloud CRM
im Vergleich zu On-Premise?
Rechenbeispiel von Find-Your-CRM, kein Angebot: 25 Nutzer, combit CRM Professional, 36 Monate. combit eignet sich, weil derselbe Hersteller dieselbe Edition als Private Cloud und zum Selbstbetrieb mit veröffentlichten Listenpreisen anbietet. Preise netto zuzüglich Mehrwertsteuer. Das Ergebnis zeigt, wie viel Budget der Eigenbetrieb haben darf, nicht welche Variante günstiger ist.
| Posten | combit Private Cloud | combit On-Premise | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Plattforminklusive 5 Benutzer | 450 € je Monat | 210 € je Monat | Listenpreis; Private Cloud monatliche Zahlweise, On-Premise jährliche Zahlweise |
| 20 weitere NutzerProfessional | 20 × 90 € = 1.800 € | 20 × 35 € = 700 € | Listenpreis je weiterem Benutzer und Monat |
| Lizenz je Monat25 Nutzer | 2.250 € | 910 € | Summe der Zeilen oben |
| Lizenz über 36 MonateAnnahme Laufzeit | 81.000 € | 32.760 € | Mindestlaufzeit bei beiden Varianten 12 Monate |
| BetriebServer, Datenbank, Sicherung | im Preis: Wartung, Updates, Backups, Support | selbst zu tragen: Server, Datenbank, Sicherung, Überwachung, Administration | Leistungsbeschreibung combit Private Cloud |
| Spielraum EigenbetriebDifferenz der Lizenzen | entfällt | 1.340 € je Monat, 48.240 € in 36 Monaten | Bei monatlicher Zahlweise On-Premise (230 € plus 20 × 40 €) sind es 1.220 € je Monat |
| Beispielannahme Administrationdurch eigene Werte ersetzen | entfällt | 6 Stunden je Monat × 90 € interner Satz = 540 € | Annahme von Find-Your-CRM, kein Marktpreis |
Rechenweg: 2.250 € minus 910 € gleich 1.340 € je Monat, mal 36 gleich 48.240 €. Nach der Beispielannahme bleiben 800 € je Monat für Server, Datenbank, Sicherung und Notfallvorsorge. Quellen: combit Editionen und Preise, combit Private Cloud, Abruf 24.10.2026. Bei cobra kosten Cloud-Tarife und cobra One laut Preisliste gleichermaßen ab 36 € je Nutzer und Monat, beruhen aber auf unterschiedlicher Technologie. Lizenzmodelle vergleicht CRM Kosten.
Exit und Datenexport:
was der Data Act beim Wechsel vorgibt.
Die EU-Datenverordnung (Data Act, VO (EU) 2023/2854) gilt seit 12. September 2025 (Art. 50). Kapitel VI (Art. 23 bis 31) regelt den Wechsel zwischen Datenverarbeitungsdiensten und erfasst auch Software-as-a-Service, also ein Cloud CRM. Für On-Premise gelten diese Fristen nicht, dort entscheiden Lizenzvertrag und Exportfunktionen. Wie Sie die Klauseln formulieren und verhandeln, zeigt CRM Vertrag; hier stehen die Eckwerte.
| Regelung | Vorgabe der Verordnung | Fundstelle |
|---|---|---|
| Kündigungsfrist für den Wechsel | höchstens zwei Monate | Art. 25 Abs. 2 Buchst. d |
| Übergangszeitraum | höchstens 30 Kalendertage, mit Unterstützung und Kontinuität des Dienstes | Art. 25 Abs. 2 Buchst. a |
| Technisch nicht machbar | Mitteilung binnen 14 Arbeitstagen, Alternative höchstens sieben Monate | Art. 25 Abs. 4 |
| Datenabruf | mindestens 30 Kalendertage nach dem Übergang | Art. 25 Abs. 2 Buchst. g |
| Exportumfang | erschöpfende Liste, mindestens alle exportierbaren Daten | Art. 25 Abs. 2 Buchst. e |
| Löschung | vollständig nach dem Abrufzeitraum | Art. 25 Abs. 2 Buchst. h |
| Wechselentgelte | bis 12. Januar 2027 höchstens direkte Kosten, danach keine | Art. 29 Abs. 1 bis 3 |
| Transparenz zum Zugriff | Angaben zur Rechtsordnung der Infrastruktur und zu Maßnahmen gegen staatlichen Zugriff aus Drittländern | Art. 28 Abs. 1 |
| Ausnahmen | teilweise nicht für individuell gebaute Dienste und Testversionen | Art. 31 Abs. 1 und 2 |
Ein Beispiel für Exitkosten heute: combit stellt nach Kündigung der Private Cloud eine ZIP-Datei mit der Datenbanksicherung bereit und erhebt dafür laut Herstellerangabe eine Servicegebühr. Den technischen Ablauf eines Systemwechsels beschreibt CRM Datenmigration. Quellen: VO (EU) 2023/2854, EUR-Lex, Bundesnetzagentur, Anbieterwechsel, Stand 24.10.2026. Keine Rechtsberatung.
Wann lohnt sich
ein CRM On-Premise noch?
On-Premise lohnt sich, wenn Kerndaten das Haus nicht verlassen dürfen, das CRM tief mit lokalen Systemen wie ERP oder Telefonanlage verbunden ist und eine eigene IT Betrieb und Patches dauerhaft leistet. Eine Kauflizenz ist dabei selten: Die meisten Hersteller vermieten auch die Installation im eigenen Haus. Drei Gruppen bieten On-Premise laut eigener Angabe an.
Wahlfreiheit als Prinzip
CAS genesisWorld, cobra, combit
CAS nennt Cloud-Hosting in Deutschland oder den Betrieb in Ihrer eigenen IT. cobra führt mit cobra One eigene On-Premise-Tarife mit Cloud-Erweiterungen, combit verkauft dieselben Editionen zum Selbstbetrieb und als Private Cloud.
- Bei cobra liegt der KI-Umfang laut Hersteller in den Cloud-Tarifen höher als in cobra One
On-Premise mit Ablaufdatum
Microsoft, SAP
Microsoft verlängerte den Mainstream-Support für Customer Engagement (on-premises) Version 9 bis 12. Januar 2027, Extended Support bis 9. Januar 2029. Für SAP CRM 7.0 gilt Mainstream-Wartung bis Ende 2027, optional erweitert bis Ende 2030; SAP Sales Cloud Version 2 läuft als SaaS.
- Neuprojekte auf Altversionen nur mit Ausstiegsplan
Kontrolle gegen Eigenleistung
Odoo, SugarAI, SuiteCRM
SuiteCRM steht unter der Lizenz AGPL-3.0 und lässt sich auf eigenem Server betreiben. Odoo erlaubt im Custom-Tarif den Selbstbetrieb von Odoo Enterprise, SugarAI bietet Sugar Enterprise für den Betrieb vor Ort.
- Updates, Sicherheit und Support vertraglich einem Partner zuordnen
Quellen, Abruf 24.10.2026: CAS, cobra Preise und FAQ, combit Editionen, Microsoft Lifecycle, SAP News vom 04.02.2020, SAP Trust Center, Odoo Preise, SugarAI, SuiteCRM. Wie das CRM mit dem ERP verbunden wird, zeigt CRM und ERP integrieren.
Prüffragen an Anbieter
zu Hosting und Exit als CSV.
Stellen Sie die Fragen schriftlich an alle Anbieter der Shortlist, die Antworten werden Vertragsanlage. Am besten gehören sie schon in die CRM Ausschreibung, damit Sie Antworten vergleichen statt Zusagen.
| Nr | Thema | Prüffrage | Nachweis vom Anbieter |
|---|---|---|---|
| 01 | Betriebsmodell | Welche Betriebsmodelle bieten Sie für genau unsere Edition an, und ist ein späterer Wechsel möglich? | Produktblatt oder Preisliste mit Datum |
| 02 | Standort | In welchem Land und bei welchem Betreiber liegen Produktivdaten, Backups und Testumgebungen? | Vertragsanlage mit Region und Betreiber |
| 03 | Standort | Gilt die Region auch für kostenlose Tarife, Add-ons, Nutzungs- und Analysedaten? | Hosting-Richtlinie mit Ausnahmen |
| 04 | Zugriff | Aus welchen Ländern greifen Support, Betrieb und Entwicklung auf unsere Daten zu? | Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Ländern |
| 05 | Zugriff | Auf welcher Grundlage übermitteln Sie Daten in Drittländer, je Empfänger? | DPF-Eintrag oder Standardvertragsklauseln |
| 06 | Recht | Unterliegen Sie oder Ihre Konzernmutter US-Recht, und wie gehen Sie mit Behördenanfragen um? | Gesellschafterstruktur, Angaben nach Art. 28 Data Act |
| 07 | Nachweis | Welche Testate oder Zertifikate gelten für das CRM selbst, nicht nur für das Rechenzentrum? | C5-Prüfbericht, ISO/IEC 27001 mit Geltungsbereich |
| 08 | Betrieb | Wo werden KI-Funktionen verarbeitet, und lassen sie sich einzeln abschalten? | Liste der KI-Funktionen mit Dienstleistern |
| 09 | Exit | Welche Daten exportieren Sie in welchem Format, inklusive Anhängen, Aktivitäten und Historie? | Exportliste nach Art. 25 Abs. 2 Buchst. e Data Act |
| 10 | Exit | Welche Kosten entstehen beim Wechsel bis zum 12. Januar 2027 und danach? | Entgeltübersicht nach Art. 29 Data Act |
| 11 | Exit | Wie lange können wir nach Vertragsende Daten abrufen, und wann löschen Sie mit Nachweis? | Exit-Klausel und Löschbestätigung |
| 12 | On-Premise | Bis wann erhält die On-Premise-Version Updates und Sicherheitspatches? | Lifecycle- oder Wartungsrichtlinie |
| 13 | On-Premise | Welche Funktionen gibt es nur in der Cloud, und welche Cloud-Dienste ruft die lokale Installation auf? | Funktionsvergleich der Betriebsmodelle |
Semikolon-getrennt, UTF-8, mit Spalten für die Antwort des Anbieters und eine Bewertung von 0 bis 5.
Zusammenstellung von Find-Your-CRM, Stand 24.10.2026, keine Rechtsberatung. Wie Sie die Antworten bewerten und die Shortlist begründen, unterstützt das CRM Selection Portal.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist ein Cloud CRM?
Ein Cloud CRM ist ein CRM-System, das der Hersteller oder ein Dienstleister in seinem Rechenzentrum betreibt und Ihnen über das Internet als Dienst bereitstellt. Sie zahlen in der Regel je Nutzer und Monat, Betrieb, Updates und Sicherung übernimmt der Betreiber. Es gibt mehrere Varianten: eine geteilte Plattform für viele Kunden (Public SaaS), eine Plattform mit vertraglicher Datenzone, eine dedizierte Instanz nur für Sie oder das Hosting bei einem Partner. Welche Variante passt, hängt von Datenschutz, Integration und eigener IT ab.
Ist ein Cloud CRM DSGVO-konform?
Ein Cloud CRM kann DSGVO-konform eingesetzt werden, konform ist aber immer der Einsatz, nie die Software allein. Für das Hosting zählen ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, eine Grundlage für jede Übermittlung in Drittländer nach Art. 44 bis 49 und nachgewiesene Sicherheitsmaßnahmen. Prüfen Sie dabei nicht nur das Rechenzentrum, sondern auch Backupstandorte, Supportzugriffe und Unterauftragsverarbeiter. Rechtsgrundlagen, Einwilligungen und Löschfristen beschreibt unser Leitfaden CRM DSGVO-konform. Diese Antwort ist keine Rechtsberatung und ersetzt nicht die Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten.
Welche Cloud CRM Anbieter hosten in Deutschland oder der EU?
Laut eigener Angabe hosten unter anderem CAS genesisWorld, cobra (Cloud-Tarife), combit (Private Cloud in Hüllhorst) und weclapp (Frankfurt am Main) in Deutschland. Pipedrive nutzt vorrangig AWS-Regionen in Frankfurt und Dublin für Kunden aus der EU, Zoho Rechenzentren in Amsterdam und Dublin. HubSpot bietet ein EU-Rechenzentrum in Frankfurt, SAP Sales Cloud Version 2 die Region Frankfurt, Salesforce eine Operating Zone für EU und Schweiz. Lassen Sie den Standort immer vertraglich bestätigen (Stand 24.10.2026).
Muss ein CRM in Deutschland gehostet werden?
Nein, die DSGVO schreibt keinen Serverstandort in Deutschland vor; innerhalb der EU darf der freie Datenverkehr nicht eingeschränkt werden (Art. 1 Abs. 3 DSGVO). Ein Standort in Deutschland oder der EU vermeidet aber Drittlandübermittlungen bei der Speicherung und vereinfacht die Prüfung. Entscheidend sind zusätzlich der Supportstandort, die Unterauftragsverarbeiter und das Recht, dem der Anbieter oder seine Konzernmutter unterliegt. Ein deutscher Serverstandort bei einem US-Konzern beantwortet die Frage nach dem CLOUD Act nicht.
Was bedeutet der US CLOUD Act für ein Cloud CRM?
Der CLOUD Act verpflichtet Anbieter mit US-Bezug, Daten in ihrem Besitz, Gewahrsam oder ihrer Kontrolle auf behördliche Anordnung herauszugeben, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind (18 U.S.C. § 2713). Er ist ein rechtlicher Zugriffsweg für Ermittlungen, kein freier Zugang. Anbieter können Anordnungen unter Bedingungen anfechten (§ 2703(h)), und Art. 48 DSGVO erkennt Drittlandurteile nur auf Grundlage internationaler Abkommen an. Bewerten Sie das Risiko nach Schutzbedarf Ihrer Daten, nicht pauschal.
Darf ich ein CRM eines US-Anbieters nutzen?
Ja, wenn jede Übermittlung die Bedingungen der Art. 44 ff. DSGVO erfüllt. Für US-Empfänger, die im EU-US Data Privacy Framework zertifiziert sind, gilt der Angemessenheitsbeschluss (EU) 2023/1795 vom 10. Juli 2023. Das Gericht der EU hat die Klage dagegen am 3. September 2025 abgewiesen (T-553/23), das Rechtsmittel C-703/25 P ist beim EuGH anhängig (Stand 24.10.2026). Prüfen Sie die Zertifizierung je Empfänger und vereinbaren Sie Standardvertragsklauseln nach Art. 46 DSGVO als Ersatzweg, falls die Grundlage entfällt.
Wann lohnt sich ein CRM On-Premise noch?
On-Premise lohnt sich, wenn Kerndaten das Haus nicht verlassen dürfen, das CRM eng mit lokalen Systemen verbunden ist und eine eigene IT Betrieb, Sicherung und Patches dauerhaft übernimmt. Wirtschaftlich zählt der Abstand zwischen Cloud- und Eigenbetriebspreis: Im Rechenbeispiel mit combit Professional für 25 Nutzer bleiben 1.340 € je Monat für Server, Datenbank und Administration. Bei Konzernplattformen kommen Wartungsenden hinzu, etwa Mainstream-Support für Microsoft Customer Engagement (on-premises) Version 9 bis 12. Januar 2027.
Welche CRM-Hersteller bieten noch On-Premise an?
Laut eigener Angabe bieten unter anderem CAS genesisWorld, cobra mit cobra One und combit einen Betrieb in Ihrer eigenen IT an. Microsoft führt Customer Engagement (on-premises) Version 9.1, SugarAI das Produkt Sugar Enterprise, Odoo erlaubt den Selbstbetrieb im Custom-Tarif und SuiteCRM steht als Open Source unter AGPL-3.0 zum eigenen Betrieb bereit. SAP CRM 7.0 erhält Mainstream-Wartung bis Ende 2027. Reine Cloud-Dienste sind dagegen etwa HubSpot, Pipedrive, weclapp und Zoho CRM.
Ist ein Cloud CRM günstiger als On-Premise?
Nicht automatisch, denn beim Eigenbetrieb kommen Server, Datenbank, Sicherung und Administration zu den Lizenzen hinzu. Im Rechenbeispiel von Find-Your-CRM kostet combit Professional für 25 Nutzer als Private Cloud 2.250 € je Monat und zum Selbstbetrieb 910 € je Monat bei jährlicher Zahlweise, jeweils netto. Die Differenz von 1.340 € je Monat ist das Budget, mit dem der Eigenbetrieb auskommen muss. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Stunden und Infrastrukturkosten über mindestens 36 Monate.
Was ist der Unterschied zwischen Public Cloud und Private Cloud beim CRM?
In der Public Cloud teilen sich viele Kunden eine Plattform; Region und Update-Zeitpunkt legt der Hersteller fest. In der Private Cloud erhalten Sie eine eigene, abgeschottete Serverinstanz, die der Hersteller oder sein Rechenzentrumspartner für Sie betreibt. combit nennt für seine Private Cloud einen dedizierten Server je Organisation bei der WORTMANN AG in Hüllhorst, CAS bietet Public und Private Cloud in Deutschland an. Die Private Cloud kostet je Nutzer meist mehr, bietet aber mehr Kontrolle.
Wie wechsle ich aus einem Cloud CRM zu einem anderen Anbieter?
Seit dem 12. September 2025 regelt die EU-Datenverordnung (Data Act) den Wechsel bei Cloud-Diensten einschließlich Software-as-a-Service. Die Kündigungsfrist für den Wechsel beträgt höchstens zwei Monate, der Übergang höchstens 30 Kalendertage, Daten bleiben danach mindestens 30 Kalendertage abrufbar (Art. 25 Abs. 2). Bis 12. Januar 2027 dürfen Anbieter nur direkte Wechselkosten berechnen, danach keine Wechselentgelte mehr (Art. 29). Testen Sie den vollständigen Export vor der Unterschrift, inklusive Anhängen, Aktivitäten und Historie.
Welche Nachweise sollte ein Cloud CRM Anbieter vorlegen?
Fordern Sie einen Prüfbericht nach BSI C5 oder ein ISO/IEC-27001-Zertifikat an und prüfen Sie Geltungsbereich, Prüfzeitraum und Datum. Das BSI hat am 7. April 2026 die Fassung C5:2026 veröffentlicht; Wirtschaftsprüfer testieren, ob ein Anbieter die Kriterien erfüllt. Achten Sie darauf, ob das CRM selbst oder nur das Rechenzentrum geprüft wurde. Dazu kommen die Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Ländern, die Hosting-Richtlinie mit Ausnahmen und die Angaben zum staatlichen Zugriff nach Art. 28 Data Act.
Betriebsmodell geklärt,
jetzt das passende CRM finden.
Legen Sie Betriebsmodell und Datenregion als Muss-Kriterien fest und lassen Sie sich passende Systeme vorschlagen: Das CRM-Matching erstellt aus über 150 CRM-Systemen im Katalog eine Shortlist in rund 6 Minuten, kostenlos und ohne Registrierung. Das CRM Selection Portal ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Anforderungen sammeln, begründete Shortlist, Demos bewerten, Vertrag, alles nachvollziehbar dokumentiert. Unterstützung bei Auswahl und Verhandlung bietet die CRM Beratung.