CRM Software · Energieversorger und Stadtwerke

CRM für Energieversorger und Stadtwerke.
Kunden, Verträge und Anlagen in einem Bild.

CRM-Software (Customer-Relationship-Management) für Stadtwerke, regionale Energieversorger, Netzbetreiber, Energievertriebe, Wasser- und Wärmeversorger und Energiedienstleister im DACH-Raum, mit Schwerpunkt Deutschland. Diese Fachseite zeigt, was ein CRM dort neben dem Abrechnungssystem leisten muss: Kundenanlagen mit Marktlokation und Messlokation, Vertrags- und Tarifverwaltung, Wechselprozesse, Vertrieb an Gewerbe und Sonderkunden, Kundenservice mit Beschwerdemanagement, Energiedienstleistungen wie Photovoltaik, Wallbox und Wärmepumpe sowie Einwilligungen und Datenschutz. Sie finden neun Systeme im Vergleich, ein Rechenbeispiel für die Gesamtkosten und die rechtlichen Punkte mit exakter Norm. Ihre dokumentierte Shortlist aus über 150 CRM-Systemen erhalten Sie im CRM-Matching für Energieversorger und Stadtwerke in rund 6 Minuten, kostenlos und ohne Registrierung.

Marktlokation und MesslokationVertrags- und TarifverwaltungWechselprozesseBeschwerdemanagementAbrechnungsanbindungGewerbe und SonderverträgeSolar, Wallbox, WärmepumpeEinwilligung und DSGVO
139 und 108
Strom- und Gasanbieter konnten Haushalte 2024 wählen (Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt, Monitoringbericht 2025, Stand 26.11.2025)
7,1 Mio.
Haushalte wechselten 2024 den Stromlieferanten, die Wechselquote lag bei rund 14 % (Bundesnetzagentur, Stand 26.11.2025)
57.000
Anfragen und Beschwerden erreichten 2025 den Verbraucherservice Energie (Bundesnetzagentur, Stand 16.01.2026)
über 1.600
Mitgliedsunternehmen hat der Verband kommunaler Unternehmen, mit rund 319.000 Beschäftigten (VKU, Verbandsseite, Bezugsjahr 2023)
Ausgangslage

Warum Stadtwerke ein CRM
neben dem Abrechnungssystem brauchen.

Stadtwerke und Energieversorger führen Millionen Kundenbeziehungen in einem regulierten Markt: Verträge, Zählpunkte, Preise und Fristen sind gesetzlich geprägt, und der Wettbewerb ist groß. Das Abrechnungssystem (Customer Information System, kurz CIS) rechnet zuverlässig ab, bildet aber selten Vertriebschancen, Kampagnen, Beschwerdeverläufe und die Beziehung zum Gewerbekunden ab. Ein CRM schließt diese Lücke, ohne die Abrechnung zu ersetzen. Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 insgesamt 54 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Services, unter diesen Nutzern setzen jeweils 23 % CRM- bzw. ERP-Software als Cloud-Service ein. Die Systemkategorien erklärt der CRM-Anbietervergleich, die Grundlagen finden Sie unter Was ist ein CRM?

Ohne CRM neben dem Abrechnungssystem

  • Die Kundenakte liegt verteilt: Vertrag und Zählpunkt im CIS, Gespräche im E-Mail-Postfach, Angebote in Excel, Beschwerden in einer Gemeinschaftsmailbox.
  • Der Kundenservice sieht Rechnungsdaten, aber nicht die letzte Preisänderung, den offenen Netzanschlussantrag oder das Angebot für die Wallbox.
  • Vertragsenden von Gewerbe- und Sondervertragskunden fallen erst auf, wenn der Kunde schon gekündigt hat.
  • Beschwerden werden nicht als Vorgang mit Fristen geführt, die Vier-Wochen-Frist nach § 111a EnWG hängt am Gedächtnis einzelner Personen.
  • Wechselwillige und Grundversorgte sind nicht als Zielgruppe erkennbar, Kampagnen gehen an alle oder an niemanden.
  • Einwilligungen für Werbung und Kontakt stehen in mehreren Listen, ein Widerspruch erreicht nicht alle Kanäle.
  • Energiedienstleistungen wie Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur laufen als Insellösung neben dem Kerngeschäft.

Mit CRM als Vertriebs- und Serviceschicht

  • Eine Kundenakte bündelt Person, Firma, Standorte, Anlagen, Verträge, Dokumente und Kommunikation, die Stammdaten kommen aus dem führenden CIS.
  • Der Kundenservice sieht Verträge, Tarife, offene Vorgänge und Kampagnenkontakte in einer Ansicht und antwortet beim ersten Kontakt.
  • Vertragsenden, Preisgültigkeiten und Ausschreibungstermine erzeugen Aufgaben und Chancen mit Vorlauf.
  • Beschwerden sind eigene Vorgänge mit Fristampel, Eskalation und Vorlagen für die Antwort in Textform.
  • Segmente wie Grundversorgte, Wechselkandidaten, Eigenheimbesitzer oder Gewerbekunden mit Vertragsende lassen sich gezielt ansprechen.
  • Einwilligungen sind je Kanal und Zweck gespeichert, ein Widerspruch sperrt systemweit.
  • Photovoltaik, Wallbox und Wärmepumpe laufen als Vertriebs- und Serviceprozess mit Angebot, Installation und Wartung im selben System.

Quellen: Destatis, Pressemitteilung vom 24.11.2025 zur Cloud-Nutzung, § 111a EnWG. Die Gegenüberstellung beschreibt typische Situationen; Erfahrungswerte von Find-Your-CRM aus Auswahlprojekten.

Kundenanlagen, Verträge und Wechsel

Sechs Funktionsbausteine rund um
Zählpunkt, Vertrag und Tarif.

Diese Bausteine unterscheiden ein branchentaugliches Energie-CRM von einer reinen Kontaktverwaltung. Nicht jedes Haus braucht alle in voller Tiefe: Ein reiner Netzbetreiber gewichtet Anschlussprozesse, ein Energievertrieb Tarife und Wechsel, ein Mehrspartenversorger die durchgängige Kundensicht. Nutzen Sie die Liste als Gliederung für Ihren Anforderungskatalog und klären Sie je Baustein, welches System führend ist.

01 · Kundenanlagen

Kundenanlagen: Marktlokation, Messlokation und Zählpunkt

In der Marktkommunikation bündelt die Marktlokation (MaLo) die Stelle, an der Energie erzeugt oder verbraucht wird und die mit einem Netz verbunden ist; sie ist Anknüpfungspunkt für Lieferverträge und Bilanzierung. Die Messlokation (MeLo) ist der Ort, an dem Energie gemessen wird, identifiziert über die Zählpunktbezeichnung. Beide stehen laut BDEW-Foliensatz in 1:1-, 1:n- oder n:1-Beziehungen, etwa bei Hauptmessung und Untermessungen. Ein CRM muss Kunden mit mehreren Standorten und Anlagen abbilden können, ohne diese Struktur neu zu erfinden.

  • Kunde, Standort, Marktlokation und Messlokation als verknüpfte Objekte
  • Mehrere Sparten (Strom, Gas, Wasser, Wärme) je Kunde und Standort
  • Identifikationsnummern aus dem führenden System übernehmen, nicht doppelt pflegen
02 · Vertrag und Tarif

Vertrags- und Tarifverwaltung im Zusammenspiel mit der Abrechnung

Energielieferverträge müssen einfach und verständlich sein und bestimmte Angaben enthalten, darunter die belieferte Verbrauchsstelle mit der Identifikationsnummer der Entnahmestelle, Vertragsbeginn und Vertragsdauer, Preise, Kündigungsfristen und die Tarifbezeichnung (§ 41 Abs. 1 EnWG). Preise werden abgerechnet im CIS, im CRM brauchen Vertrieb und Service die vertragliche Sicht. EVI von CURSOR nennt dafür Angebotsmanagement, Vertragsverwaltung und Tarifmanagement einschließlich dynamischer Tarife.

  • Vertrag, Tarif, Laufzeit und Kündigungsfrist je Marktlokation sichtbar
  • Tarifwechsel und Produktwechsel als Vorgang mit Historie
  • Dynamische Tarife (seit 2025 Pflichtangebot für Kunden mit intelligentem Messsystem, siehe Abschnitt Recht) als eigener Produkttyp
03 · Preisänderung

Preisänderungen und Vertragsänderungen kommunizieren

Behält sich ein Lieferant vertraglich einseitige Änderungen vor, muss er über Preisänderungen spätestens zwei Wochen, bei Haushaltskunden spätestens einen Monat vor Eintritt der Änderung unterrichten, und der Kunde kann dann ohne Frist kündigen (§ 41 Abs. 5 EnWG). Das CRM sollte solche Aktionen als Kampagne mit Terminlogik führen: Zielgruppe, Versanddatum, Rückfragen und Kündigungen im Anschluss. So sieht der Service, wer welches Schreiben bekommen hat.

  • Versandnachweis je Kunde und Schreiben in der Akte
  • Fristrechner für den spätesten Versandtermin je Kundengruppe
  • Rückfragen und Sonderkündigungen als Vorgänge mit Bezug zur Aktion
04 · Wechselprozesse

Kundenwechsel und Rückgewinnung

2024 wechselten laut Bundesnetzagentur rund 7,1 Millionen Haushalte ihren Stromanbieter und rund 2,3 Millionen den Gasanbieter. Der technische Wechsel läuft über die Marktkommunikation, und ab dem 1. Januar 2026 muss er binnen 24 Stunden vollzogen und an jedem Werktag möglich sein (§ 20a Abs. 2 EnWG). Die Bundesnetzagentur hat die Marktprozesse dafür in der Festlegung BK6-22-024 vom 21.03.2024 geregelt, der beschleunigte Lieferantenwechsel ist laut Bundesnetzagentur seit dem 6. Juni 2025 abzuwickeln. Die Prozesse selbst gehören in das Abrechnungs- und Marktkommunikationssystem. Das CRM nutzt die Status: Kündigungseingang, Wechselgrund, Rückgewinnungsangebot und Wiederaufnahme der Beziehung.

  • Kündigungs- und Wechselstatus aus dem CIS im Kundenkontext anzeigen
  • Wechselgründe strukturiert erfassen und auswerten
  • Rückgewinnungsaktionen mit Angebot und Nachverfolgung steuern
05 · Gewerbe und Sonderverträge

Vertrieb an Gewerbe, Industrie und Sonderkunden

Als Haushaltskunden gelten auch Kunden, die für berufliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke höchstens 10.000 Kilowattstunden im Jahr beziehen (§ 3 Nr. 57 EnWG). Größere Gewerbe- und Sondervertragskunden brauchen einen anderen Vertrieb: Angebot mit Preisblatt, Laufzeit, Ansprechpartner auf mehreren Ebenen und eine Pipeline mit Vertragsende als Auslöser. Salesforce nennt für Energieversorger ein CRM für B2B-Energiekunden mit Quote-to-Contract-Automatisierung, die Pipeline-Logik erklärt Lead-Scoring und Sales-Pipeline im CRM.

  • Chancen mit Vertragsende, Preisgültigkeit und Wettbewerbsangebot
  • Buying Center: Einkauf, Energiemanagement, Geschäftsführung
  • Angebote mit Preisblatt und Freigabe nach Vier-Augen-Prinzip
06 · Grundversorgung

Grundversorgung, Ersatzversorgung und Sondervertrag unterscheiden

Wer die Grundversorgung für ein Netzgebiet durchführt, muss Allgemeine Bedingungen und Allgemeine Preise veröffentlichen und jeden Haushaltskunden dazu versorgen (§ 36 Abs. 1 EnWG). Der Vertrag muss zudem den Hinweis enthalten, ob die Belieferung in der Grundversorgung oder außerhalb erfolgt (§ 41 Abs. 1 Nr. 6 EnWG). Laut Bundesnetzagentur lag der Anteil der Grundversorgten 2024 bei rund 22 % im Strom und rund 16 % im Gas. Für den Vertrieb ist das eine große, klar abgrenzbare Zielgruppe für Produktangebote.

  • Versorgungsart als Pflichtmerkmal am Vertrag
  • Segment Grundversorgung für Produktkampagnen und Bindungsangebote
  • Unterschiedliche Kündigungs- und Preisregeln im Service-Skript hinterlegen

Quellen: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2025, BDEW, Objekte der Marktkommunikation, § 3, § 20a, Bundesnetzagentur, Festlegung BK6-22-024, § 36 und § 41 EnWG auf gesetze-im-internet.de, CURSOR, EVI, Salesforce, Energy and Utilities, Stand 07.10.2026.

Service, Netz und Energiedienstleistungen

Sechs Bausteine für Service,
Netzanschluss und neue Produkte.

Stadtwerke verkaufen längst mehr als Kilowattstunden: Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpen verändern Kontakt und Wertschöpfung. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Service und Transparenz. Die folgenden Bausteine beschreiben, wie ein CRM diese Felder abdeckt und wo die Grenze zu Fachverfahren liegt.

01 · Kundenservice

Kundenservice über alle Kanäle

Der Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur erhielt 2025 rund 57.000 Anfragen und Beschwerden; wichtigstes Thema waren die Energielieferverträge, etwa Abrechnung, Preiszusammensetzung und Kündigung; viele Fragen betrafen auch den Anschluss einer Wärmepumpe (Bundesnetzagentur). Das zeigt, wo Ihr Service gefragt ist. Schleupen.CS nennt dafür laut Hersteller Kundenserviceprozesse (CS.KSP) und ein Vertriebsportal (CS.IT) mit Vertragsabschluss, Abschlagsänderung und Zählerstandübermittlung rund um die Uhr. Mehr zu Ticketing und Wissensdatenbank finden Sie unter CRM für Service und Helpdesk.

  • Telefon, E-Mail, Portal, Brief und Kundencenter in einer Akte
  • Vorlagen und Wissensdatenbank für Abrechnung, Abschlag und Zählerstand
  • Erstlösungsquote und Bearbeitungszeit als Kennzahlen
02 · Beschwerdemanagement

Beschwerdemanagement mit Fristen und Schlichtung

Energieversorgungsunternehmen, Messstellenbetreiber und Messdienstleister müssen Verbraucherbeschwerden zum Netzanschluss, zur Belieferung und zur Messung innerhalb von vier Wochen ab Zugang beantworten. Wird nicht abgeholfen, sind die Gründe in Textform darzulegen und auf das Schlichtungsverfahren hinzuweisen (§ 111a EnWG). CURSOR-CRM nennt Beschwerdemanagement als EVI-Modul, GEDYS IntraWare Beschwerdeprozesse für die Energiewirtschaft. Ob Fristampel und Textbausteine für Schlichtungshinweise vorhanden sind, prüfen Sie in der Demo.

  • Beschwerde als eigener Vorgangstyp mit Eingangsdatum und Vier-Wochen-Ampel
  • Weiterleitung an beteiligte Unternehmen wie Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber
  • Vorlage für Ablehnung mit Hinweis auf die Schlichtungsstelle
03 · Netzanschluss

Netzanschluss, Einspeiseanträge und steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Netzbetreiber bearbeiten Anträge für Hausanschlüsse, Photovoltaikanlagen, Wallboxen und Speicher. TINA von CURSOR richtet sich laut Hersteller an Netzbetreiber und nennt unter anderem den Netzanschlussprozess, Einspeiseanträge mit Abgleich zum Marktstammdatenregister, steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG und die Marktpartnerkommunikation. Schleupen.CS nennt ein Netzkundenportal für Anträge zu Hausanschlüssen und Photovoltaikanlagen. Netzprozesse sind Fachverfahren, das CRM steuert Kontakt, Antrag und Status.

  • Antragsstrecke mit Dokumenten, Rückfragen und Terminen
  • Statusanzeige für Kunde und Service
  • Trennung von Netz- und Vertriebsdaten beachten (siehe Abschnitt Recht)
04 · Energiedienstleistungen

Solar, Wallbox, Speicher und Wärmepumpe verkaufen

Der Bestand wächst: 2025 kamen laut Bundesnetzagentur 16,4 Gigawatt Solarleistung hinzu, der Bestand stieg auf 117 Gigawatt. Der Bundesverband Wärmepumpe meldet 299.000 abgesetzte Heizungswärmepumpen für 2025, und die Zahl öffentlicher Ladepunkte lag laut Bundesnetzagentur-Daten am 1. Mai 2026 bei 203.951. Für Stadtwerke heißt das: Lead, Angebot, Planung, Installation und Wartung brauchen einen durchgängigen Prozess. 2Solar (heute Sollit) und Leveto sind Beispiele aus dem Katalog für Systeme mit Solar-Fokus.

  • Lead aus Website, Beratung und Bestandskundenkampagne
  • Angebot mit Komponenten, Förderhinweis und Finanzierung
  • Wartungsvertrag und Servicetermine nach der Installation
05 · Marketing

Marketing, Segmente und Einwilligung

Stadtwerke kennen ihre Kunden gut, nutzen die Daten für Marketing aber oft nur in Briefaktionen. Segmente wie Grundversorgte, Eigenheimbesitzer, Gewerbekunden mit Vertragsende oder Kunden mit Wärmepumpe lassen sich im CRM aufbauen und über Kanäle ansprechen. Für automatisierte Strecken kommen Marketing-Plattformen wie ProCampaign (SaaS Customer Engagement Hub laut Profil), Spotler CRM oder HubSpot CRM in Frage. Das Zusammenspiel erklärt Marketing Automation im CRM.

  • Segmente aus Vertrags-, Verbrauchs- und Anlagendaten bilden
  • Einwilligung je Kanal und Zweck als Voraussetzung jeder Aussendung
  • Wirkung messen: Rücklauf, Abschluss und Wechselquote
06 · Außendienst

Außendienst, Kundencenter und mobile Nutzung

Außendienst und Kundencenter sehen die Beziehung vor Ort: Beratung zu Tarifen, Termin zur Anlagenplanung, Gespräch beim Gewerbekunden. Resco CRM ist laut Hersteller auf Offline-Betrieb, Formulare und Inspektionen ausgelegt und lässt sich mit Dynamics 365, Salesforce und Power Platform integrieren. Für Zählerwechsel und Störungsbehebung nutzen Netzbetreiber meist eigene Fachverfahren; das CRM sollte deren Status anzeigen, aber nicht ersetzen.

  • Tagesplan und Kundenhistorie auf dem Tablet
  • Fotos, Formulare und Unterschrift vor Ort
  • Offline-Betrieb mit Synchronisation, wenn Funkloch oder Keller

Quellen: Bundesnetzagentur, Verbraucherservice Energie, Bundesnetzagentur, Ausbau Erneuerbarer 2025, BWP via Solarserver, ecomento zu Bundesnetzagentur-Ladepunkten, Schleupen, CS.KSP, CURSOR, TINA, Resco, § 111a EnWG, Stand 07.10.2026.

Systemklassen

Drei Wege zum CRM
für Stadtwerke und Versorger.

Am Markt lassen sich drei Klassen unterscheiden. Jede hat typische Stärken und Grenzen, keine ist grundsätzlich besser. Welche passt, hängt von Größe, Sparten, vorhandener Abrechnung und der Frage ab, ob Sie eine durchgängige Versorger-Suite oder eine flexible Vertriebs- und Serviceschicht wollen.

01 · Versorger-Suite

Abrechnungsnahe Suite für regulierte Märkte

Schleupen.CS: Kundenprozesse im Verbund mit der Abrechnung

Schleupen.CS der Schleupen SE konzentriert sich laut Profil auf regulierte Versorgungsmärkte für Strom, Gas, Wasser und Non-Commodity. Auf der Referenzseite schreibt der Hersteller, jedes vierte deutsche Stadtwerk setze Schleupen.CS ein; im Katalog stehen 58 Referenzen, darunter Stadtwerke Tuttlingen, Fellbach und Annweiler. Laut Anwenderbericht der Stadtwerke Emden wird das Modul CS.KSP (Stand des Berichts: August 2025) mit Kundensegmentierung und Handlungsempfehlungen fast zu einem CRM-System ausgebaut, die Segmentierung stammt dort von einem Dienstleister. Das spricht für kurze Wege zwischen Service und Abrechnung; die Tiefe von Marketing und Vertriebssteuerung sollten Sie gegen Ihre Anforderungen prüfen.

  • Abrechnung und Kundenservice im selben Produktumfeld
  • Schnittstellen zu CRM-Systemen wie CURSOR und Salesforce laut Hersteller
  • Marketing- und Pipeline-Tiefe in der Demo prüfen

Preis auf Anfrage

02 · Energie-CRM

Spezialisiertes Energie-CRM als Vertriebs- und Serviceschicht

CURSOR-CRM mit EVI und TINA

CURSOR-CRM der CURSOR Software AG bietet mit EVI ein CRM für Energievertrieb und Energiedienstleistungen und mit TINA eine Lösung für Netzbetreiber. Laut Hersteller gibt es vorkonfigurierte Vorlagen für Angebots- und Anlagenmanagement, Vertragsverwaltung und dynamische Tarife, dazu Beschwerdemanagement und Zählerstanderfassung; als Referenzen zeigt die Seite unter anderem ENTEGA, EnBW und N-ERGIE. Die nvb Nordhorner Versorgungsbetriebe digitalisieren damit eine Warteschlange im Kundencenter. Betrieb ist On-Premises oder aus der Cloud in deutschen Rechenzentren möglich. Die Stärke liegt in der Branchenlogik, die Einführung hängt an der Anbindung Ihres Abrechnungssystems.

  • EVI für Vertrieb und Service, TINA für Netzbetreiber
  • Integration mit ERP, DMS, GIS, CTI und Webportalen laut Hersteller
  • Katalog: 9 Referenzen, darunter e-netz Südhessen AG

Preis auf Anfrage

03 · Konfigurierbare Plattform

Anpassbares Mittelstands-CRM oder globale Plattform

GEDYS, crm-now, Salesforce und andere

GEDYS IntraWare nennt Energie und Entsorgung als eine von zehn Branchen und liefert laut Hersteller Angebots-, Vertrags- und Beschwerdeprozesse als Cloud-Lösung mit Hosting in Deutschland. CRM-Now nennt als Zielgruppe Kabel- und Fasernetzbetreiber sowie Stadtwerke, der Listenpreis liegt bei 35 € je Account und Monat. Salesforce bietet eine Energy and Utilities Cloud für Energievertrieb, Außendienst und Omnichannel-Service, die laut Preisseite je nach Edition 250 bis 700 € je Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung kostet. Diese Klasse passt, wenn Sie Prozesse selbst gestalten und das CIS über Schnittstellen anbinden wollen.

  • Hohe Anpassbarkeit, dafür mehr Projektaufwand
  • Abrechnungsanbindung als eigenes Teilprojekt planen
  • Preisanker je Nutzer und Monat: crm-now 35 €, Salesforce E&U Cloud 250 bis 700 €

Preisbeispiel: crm-now 35 € je Account und Monat netto

Quellen: Katalogprofile auf Find-Your-CRM, Schleupen, Referenzen, Schleupen, CS.KSP, CURSOR, EVI, GEDYS, Energiewirtschaft, crm-now, Preise, Salesforce, Energy and Utilities, Stand 07.10.2026. Herstellerangaben, nicht unabhängig geprüft.

Systemvergleich

Neun CRM-Systeme
für Energieversorger und Stadtwerke.

Die Auswahl ist kuratiert, nicht bezahlt und keine Rangliste. Sie mischt Versorger-Suiten, Energie-CRM, konfigurierbare Plattformen und Systeme für Energiedienstleistungen, jeweils laut Katalog oder Herstellerangaben mit Bezug zur Branche. Ein Haken steht nur, wo die Funktion auf der Herstellerseite oder im Profil belegt ist, alles andere prüfen Sie in der Demo. Weitere Kandidaten aus über 150 CRM-Systemen liefert das CRM-Matching, einen Überblick bietet der Katalog aller CRM-Systeme.

AnbieterSegmentPreis abFokus laut QuelleAnbindung Abrechnung und ERPService, Beschwerden und PortaleHosting und BetriebProfil
Schleupen.CSVersorger-Plattform der Schleupen SEMittelstandauf AnfrageStrom, Gas, Wasser und Non-Commodity laut Profil✓ Schnittstellen zu Salesforce und CURSOR laut Hersteller✓ CS.KSP, Vertriebsportal CS.IT, Netzkundenportal laut HerstellerBetriebsmodell in der Demo prüfenZum Profil →
CURSOR-CRM (EVI, TINA)Energie-CRM und Netzbetreiber-CRMMittelstandauf AnfrageEnergievertrieb und Netzbetreiber, Referenzen laut Hersteller unter anderem ENTEGA, EnBW, N-ERGIE✓ ERP, DMS, GIS, CTI und Webportale laut Hersteller✓ Beschwerdemanagement und Anlagenmanagement (EVI), Netzanschlussprozess (TINA) laut Hersteller✓ On-Premises oder Cloud, deutsche Rechenzentren laut HerstellerZum Profil →
GEDYS IntraWareKonfigurierbare CRM-Plattform, Energie als BrancheMittelstandauf AnfrageEnergie und Entsorgung als eine von zehn Branchen laut Hersteller≈ Schnittstellen und Datenintegration genannt, Abrechnungsanbindung in der Demo prüfen✓ Angebots-, Vertrags- und Beschwerdeprozesse, mobile App laut Hersteller✓ Hosting in Deutschland, SaaS-Start in wenigen Wochen laut HerstellerZum Profil →
crm-nowKlassisches CRM und xRM für NetzbetreiberKMU35 €/Account/Mo nettoKabel- und Fasernetzbetreiber und Stadtwerke laut Hersteller≈ API-Dokumentation vorhanden, Abrechnungsanbindung in der Demo prüfen✓ Tickets und Kundenportal für xRM-Betreiber laut Hersteller✓ ISO 9001, Software Made in Germany, On-Premises auf Anfrage laut HerstellerZum Profil →
SalesforceGlobale Plattform mit Energy and Utilities CloudEnterpriseE&U Cloud ab 250 €/Nutzer/MoEnergievertrieb, Außendienst, Omnichannel-Service laut Hersteller (Seite abgerufen am 07.10.2026)≈ Schnittstelle zu Schleupen.CS laut Schleupen, weitere CIS per Integration✓ Omnichannel-Kundenservice und Self-Service-Portale laut HerstellerRechenzentrum und Vertrag nach Art. 28 DSGVO in der Demo prüfenZum Profil →
Resco CRMMobile Plattform für Außendienst und InspektionenMittelstandResco Forms ab 19 €/Nutzer/Mo, Mobile CRM auf AnfrageAußendienst und Inspektionen, Energie als Branche im Katalog✓ Integration mit Dynamics 365, Salesforce und Power Platform laut Hersteller✓ Offline-Betrieb, Formulare, Barcode und RFID laut HerstellerMobile Schicht auf einem Backend-CRM, kein ErsatzZum Profil →
2Solar (heute Sollit)Betriebssoftware für Solar, Wärmepumpe und SpeicherKMUauf AnfrageInstallateure und Energiedienstleister, über 1.000 Kunden laut Hersteller≈ Anbindung an Buchhaltung und Messsysteme in der Demo prüfen✓ Wartungsverträge, Monitoring und Service als Modul laut HerstellerSaaS, laut Meldung Marktführer in Benelux mit Niederlassung in DeutschlandZum Profil →
LevetoBranchen-CRM mit Solar-EditionMittelstandauf AnfrageEdition für Solarteure und Solarfachbetriebe laut Hersteller, Branche erneuerbare Energien laut Profil≈ API-Anbindungen zu Lead-Lieferanten, Kalendern und Webhooks laut Hersteller, CIS-Anbindung prüfen✓ Dachplanung, Angebotskonfiguration, Rechnung und Projektplanung laut Hersteller✓ Deutsche Rechenzentren laut HerstellerZum Profil →
ApptivoCRM und Projektmanagement, Energie und Versorger als BrancheKMUPreis auf Herstellerseite prüfenKleine bis mittlere Unternehmen, Energie- und Versorgungsunternehmen laut Profil≈ Schnittstellen in der Demo prüfen≈ Rechnungsstellung und Kampagnenmanagement laut Profil, Beschwerdeprozesse prüfenSSAE18 SOC2 Type II laut Profil, Hosting-Standort und DSGVO-Vertrag prüfenZum Profil →

Preise laut Herstellerseiten, Stand 07.10.2026, netto bzw. wie dort ausgewiesen. Quellen: crm-now, Preise, Salesforce, Energy and Utilities Cloud Preise, Salesforce, Sales-Preise, Resco, Preise, Sollit, Meldung vom 24.05.2024, Sollit und Zolar, 01.10.2025, Leveto. Alle anderen Preise auf Anfrage.

Branchen-CRM oder allgemeines CRM

Vier Wege im Vergleich:
Wo liegt die Fachlogik?

Die zentrale Frage in der Auswahl lautet nicht, welches Produkt das beste ist, sondern welche Schicht Ihre Fachlogik trägt: das Abrechnungssystem, ein Energie-CRM, ein konfigurierbares Mittelstands-CRM oder eine globale Plattform. Die Tabelle typisiert die vier Wege. Sie ersetzt keine Demo, hilft aber, die Shortlist von Anfang an richtig zu schneiden.

AnbieterSegmentPreis abZählpunkt- und VertragsmodellMarktkommunikation und AbrechnungAnpassbarkeit und MarketingTypische GrenzeProfil
Abrechnungsnahe Versorger-Suitezum Beispiel Schleupen.CSMittelstandauf AnfrageZählpunkt, Vertrag und Tarif im führenden System, CRM-Funktionen im selben HausProzesse im Standard der Branche, Marktkommunikation im Verbund≈ Anpassung über Hersteller und Partner, Marketing je nach ModulPipeline, Kampagnen und Segmentierung oft schlanker als im Spezial-CRMZum Profil →
Energie-CRM als Service- und Vertriebsschichtzum Beispiel CURSOR EVI und TINAMittelstandauf AnfrageStammdaten aus dem CIS, Branchenobjekte wie Anlagen und Beschwerden im CRMAnbindung über Schnittstellen zu ERP und CIS, Projektaufwand einplanen✓ Branchenlogik vorhanden, Marketing und Segmentierung breit nutzbarAbhängigkeit von Spezialanbieter, Schnittstellenpflege bei CIS-WechselZum Profil →
Konfigurierbares Mittelstands-CRMzum Beispiel crm-now, GEDYS, SugarCRM, Zoho CRMKMUab 35 €/Nutzer/Mo (crm-now)Objekte frei konfigurierbar, Zählpunktmodell selbst zu definierenAbrechnung und Marktkommunikation nur über eigene Schnittstellen✓ Hohe Anpassbarkeit, Marketing-Funktionen je ProduktFachlogik der Energiewirtschaft muss im Projekt aufgebaut werdenZum Profil →
Globale Plattform mit Branchen-Cloudzum Beispiel SalesforceEnterpriseE&U Cloud ab 250 €/Nutzer/MoBranchenobjekte laut Hersteller verfügbar, Datenmodell im Projekt festlegenIntegration über Partner und Schnittstellen, Abrechnung bleibt im CIS✓ Marketing, Service, Außendienst und KI-Funktionen im PlattformumfangLizenzkosten und Projektaufwand liegen oft höher, Betreibermodell prüfenZum Profil →

Typisierung nach Herstellerangaben und Erfahrungswerten von Find-Your-CRM, Stand 07.10.2026. Welche Funktion ein einzelnes Produkt tatsächlich liefert, klären Sie mit Szenarien in der Demo. Preisanker laut Herstellerseiten wie in der Tabelle oben.

Systemlandschaft

CRM im Zusammenspiel mit
Abrechnung, Marktkommunikation und Portalen.

Im Energieunternehmen ist das CRM selten das einzige System. Abrechnung, Marktkommunikation, Netzführung, Portale und Buchhaltung führen jeweils eigene Daten. Legen Sie vor der Auswahl fest, welches System welches Objekt führt; die Grundmuster beschreibt CRM vs. ERP: Abgrenzung, Schnittstellen und Integration. Als Faustregel gilt: Das CIS bleibt führend für Zählpunkt, Vertrag, Tarif und Abrechnung, das CRM für Beziehung, Vertrieb, Service und Kampagnen (Erfahrungswerte von Find-Your-CRM).

Abrechnungssystem

CIS und Abrechnung: SAP, Schleupen und andere

Laut ZfK-Bericht vom 17.02.2026 stellt SAP die reguläre Wartung der älteren ERP-Generation zum 31. Dezember 2027 ein; Energieversorger mit SAP IS-U oder ECC müssen bis dahin auf S/4HANA Utilities wechseln oder eine Übergangslösung wählen. Anbieter wie SIV, RKU.IT, Wilken, Kraftwerk Software und Schleupen bieten laut Bericht Alternativen oder Umstiegsverfahren an; SIV nennt die durchgängige Meter-to-Cash-Abbildung über alle Marktrollen. Planen Sie die CRM-Schnittstelle so, dass sie einen CIS-Wechsel überlebt.

  • Entkoppelte Schnittstelle über API oder Ereignisse statt Direktzugriff auf Datenbanken
  • Eindeutige Kunden- und Marktlokations-ID als Schlüssel
  • Zeitplan des CIS-Projekts mit dem CRM-Projekt abstimmen
  • Zeitnahe Übernahme von Zahlungs- und Mahnstatus für den Service
Marktkommunikation

Marktkommunikation: Status lesen, nicht nachbauen

Die elektronische Marktkommunikation im Strom läuft seit dem 1. April 2024 über AS4 (Beschluss BK6-21-282 der Bundesnetzagentur vom 31.03.2022); E-Mail mit S/MIME darf dafür laut BDEW nicht mehr genutzt werden. Zu den Prozessen zählen unter anderem GPKE für die Kundenbelieferung und WiM für Wechselprozesse im Messwesen. Diese Austauschformate gehören in das Marktkommunikationssystem. Das CRM zeigt Wechsel- und Anmeldestatus an und löst bei Ablehnungen Aufgaben aus.

  • Statusmeldungen aus der Marktkommunikation im Kundenkontext
  • Aufgaben bei Ablehnung, Stornierung oder Klärfall
  • Keine EDIFACT-Verarbeitung im CRM nachbauen
Portale und Apps

Kundenportal, App und Netzkundenportal

Self-Service entlastet den Service, wenn Portal und CRM zusammenspielen. Schleupen.CS nennt laut Hersteller ein Vertriebsportal mit Single Sign-on, die SchleupenOne App mit Push-Nachrichten und ein Netzkundenportal für Anträge. Entscheidend ist, ob Portalaktionen als Vorgang im CRM landen: Zählerstand, Abschlagsänderung, Adressänderung und Antrag müssen für den Service sichtbar sein.

  • Single Sign-on und eine Kundenidentität
  • Portalvorgänge erzeugen CRM-Vorgänge mit Bezug zum Vertrag
  • Chat und Telefonie (CTI) mit Anruferkennung
GIS, DMS, CTI

GIS, Dokumentenmanagement, Telefonie und E-Mail

CURSOR-CRM nennt laut Hersteller Integrationen zu ERP-Systemen, Dokumentenmanagement, GIS, Kalkulationstools, CTI und Webportalen. Das ist die typische Landkarte im Versorgungsunternehmen: Der Netzplan im GIS, die Vertragsunterlagen im DMS, der Anruf über die Telefonanlage. Rechtliche Aufbewahrung regeln HGB und Abgabenordnung, etwa sechs Jahre für Geschäftsbriefe (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO).

  • GIS-Link zum Standort im Kundendatensatz
  • Dokumente im DMS, Verknüpfung statt Kopie
  • Telefonie mit Anruferkennung und Gesprächsnotiz
  • E-Mail-Archivierung mit Zuordnung zur Akte
Marketing und Messaging

Marketing-Automation, E-Mail und SMS

Kampagnen brauchen Segmente aus dem CRM und Versandwerkzeuge. ProCampaign beschreibt sich im Profil als SaaS Customer Engagement Hub für Marketingautomation, personalisierte E-Mail- und SMS-Kampagnen und Loyalty-Management. Spotler CRM verbindet laut Profil Customer Data Platform, Web- und E-Mail-Marketing mit einem CRM. Klären Sie, ob Einwilligungen in beide Richtungen synchronisiert werden und wo die Daten liegen.

  • Einwilligungen und Widersprüche in Echtzeit abgleichen
  • Segmente aus CRM-Daten, Verbrauchsdaten nur mit Rechtsgrundlage
  • Erfolgsmessung bis zum Vertragsabschluss
SAP- und Microsoft-Umfeld

Integration in SAP- und Microsoft-365-Landschaften

Viele Versorger arbeiten mit SAP und Microsoft 365. itmX legt laut Profil den Fokus auf die Integration mit SAP ERP und Microsoft 365, nennt als Schwerpunkte aber Fertigung, Bauzuliefererhandel und Einzelhandel, nicht die Versorgung. Als Beispiel ist es für SAP-nahe Landschaften interessant, die Branchenfachlogik müssten Sie selbst aufbauen. Resco CRM verbindet sich laut Hersteller mit Dynamics 365, Salesforce und Power Platform.

  • Microsoft 365: Outlook, Teams, SharePoint als Arbeitsumgebung
  • SAP: Debitoren, Aufträge und Kundenstamm abgleichen
  • Berechtigungen aus dem Verzeichnisdienst übernehmen

Quellen: ZfK, E-world 2026, 17.02.2026, BDEW, AS4 in der Sparte Strom, 30.01.2024, Bundesnetzagentur, BK6-21-282, Mitteilung Nr. 3,CURSOR, EVI, Schleupen, CS.KSP, Resco, § 257 HGB, § 147 AO, Katalogprofile auf Find-Your-CRM, Stand 07.10.2026.

Recht und Datenschutz

DSGVO, Entflechtung, Verbraucherrechte:
was ein Energie-CRM erfüllen muss.

Ein CRM im Energieunternehmen verarbeitet Identitäts-, Vertrags- und Verbrauchsdaten und liegt im Spannungsfeld von Datenschutz, Energie- und Wettbewerbsrecht. Die folgenden Punkte ersetzen keine Rechtsberatung, gehören aber in jedes Lastenheft. Welche Normen für Ihr Haus gelten, hängt von Ihrer Rolle ab: Lieferant, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber oder Mehrspartenunternehmen.

01 · DSGVO

Rechtsgrundlage, Nachweis und Verzeichnis

Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO, bei Energielieferverträgen typischerweise die Vertragserfüllung (Art. 6 Abs. 1 lit. b) und für bestimmte Zwecke das berechtigte Interesse (lit. f). Beruht eine Verarbeitung auf einer Einwilligung, müssen Sie sie nachweisen können (Art. 7 Abs. 1). Verbrauchsdaten sind personenbezogen und lassen Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten zu, behandeln Sie sie entsprechend zurückhaltend. Ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten führen Sie nach Art. 30 Abs. 1 DSGVO.

  • Zweck und Rechtsgrundlage je Datenfeld dokumentieren
  • Einwilligung mit Zeitstempel, Wortlaut und Quelle speichern
  • Löschkonzept mit Speicherbegrenzung (Art. 5 Abs. 1 lit. e DSGVO)
  • Informationspflichten und Betroffenenrechte im Prozess verankern
02 · Werbung

Telefon, E-Mail und Bestandskundenausnahme

Werbung per Telefon gegenüber Verbrauchern verlangt eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, Werbung per E-Mail ebenfalls (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UWG). Für E-Mail gibt es eine Ausnahme für Bestandskunden, wenn Sie die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten haben, für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen werben, der Kunde nicht widersprochen hat und bei Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird (§ 7 Abs. 3 UWG). Gegen Direktwerbung können Betroffene nach Art. 21 Abs. 2 und 3 DSGVO jederzeit Widerspruch einlegen.

  • Einwilligung je Kanal: Telefon, E-Mail, SMS, Post
  • Kennzeichen für Bestandskundenausnahme mit Datum und Quelle
  • Widerspruch sperrt kanalübergreifend und sofort
  • Double-Opt-in-Nachweis im Datensatz
03 · Entflechtung

Informatorische Trennung von Netz und Vertrieb

Vertikal integrierte Unternehmen und Netzbetreiber haben sicherzustellen, dass die Vertraulichkeit wirtschaftlich sensibler Informationen gewahrt wird, von denen sie als Netzbetreiber Kenntnis erlangen, und dass solche Informationen gegenüber anderen Teilen des Unternehmens vertraulich behandelt werden (§ 6a Abs. 1 und 2 EnWG). Für ein Stadtwerk mit Netz und Vertrieb heißt das: Das CRM darf Netzdaten nicht einfach im Vertrieb sichtbar machen. Der Wortlaut nennt keine Größenschwelle; für die rechtliche Entflechtung nimmt § 7 Abs. 2 EnWG vertikal integrierte Unternehmen aus, an deren Elektrizitätsverteilernetz weniger als 100.000 Kunden unmittelbar oder mittelbar angeschlossen sind (für Gasverteilernetze entsprechend). Klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung, was für Sie gilt.

  • Mandanten oder Rollen für Netz und Vertrieb trennen
  • Feldrechte für Netzdaten, die Vertrieb nicht sehen darf
  • Zugriffsprotokoll und regelmäßige Rechteprüfung
  • Abgrenzung Netzkunden- und Lieferkundendaten im Datenmodell
04 · Vertrag und Preise

Vertragsangaben, Preisänderung und Grundversorgung

Energielieferverträge enthalten Pflichtangaben wie Verbrauchsstelle, Vertragsdauer, Preise und Kündigungsfristen; innerhalb einer angemessenen Frist nach Vertragsschluss ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Bedingungen bereitzustellen (§ 41 Abs. 1 und 4 EnWG). Preisänderungen sind spätestens zwei Wochen, bei Haushaltskunden spätestens einen Monat vorher mitzuteilen (§ 41 Abs. 5 EnWG). Rechnungen weisen unter anderem Entnahmestelle, Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Zählerstände aus (§ 40 Abs. 2 EnWG). Seit 2025 müssen alle Stromlieferanten Kunden mit intelligentem Messsystem einen Vertrag mit dynamischen Tarifen anbieten (§ 41a Abs. 2 EnWG).

  • Pflichtangaben als Felder und Dokumentvorlagen im CRM
  • Fristen für Preisänderung als Kampagnenlogik
  • Versorgungsart (Grund- oder Sondervertrag) als Pflichtfeld
  • Produkttyp dynamischer Tarif für Angebote und Service
05 · Wechsel und Beschwerde

Wechselfristen, Beschwerdefrist und Schlichtung

Der neue Lieferant bestätigt dem Letztverbraucher unverzüglich in Textform, ob und wann er die Belieferung aufnehmen kann; das Wechselverfahren darf drei Wochen ab Zugang der Anmeldung zur Netznutzung beim Netzbetreiber nicht überschreiten, und ab 1. Januar 2026 muss der technische Wechsel binnen 24 Stunden vollzogen und an jedem Werktag möglich sein (§ 20a Abs. 1 und 2 EnWG). Die Marktprozesse dafür legt die Bundesnetzagentur in der Festlegung BK6-22-024 fest, abzuwickeln seit dem 6. Juni 2025. Verbraucherbeschwerden sind binnen vier Wochen zu beantworten, bei Nichtabhilfe ist auf die Schlichtung hinzuweisen, zu der eine Teilnahmepflicht besteht (§ 111a und § 111b EnWG).

  • Textform-Bestätigung bei Wechsel mit Ablage in der Akte
  • Beschwerdeeingang, Fristende und Antwort revisionssicher
  • Hinweis auf Schlichtungsstelle in der Ablehnungsvorlage
  • Information beteiligter Unternehmen dokumentieren
06 · Aufbewahrung und IT-Sicherheit

Aufbewahrung, Auftragsverarbeitung und Cybersicherheit

Geschäftsbriefe sind sechs, Buchungsbelege acht Jahre aufzubewahren (§ 257 Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 AO); das CRM braucht ein Löschkonzept, das beides mit der DSGVO vereint. Setzen Sie ein Cloud-CRM ein, benötigen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Das BSI-Gesetz ordnet unter anderem Stromlieferanten, Gaslieferanten, Betreiber von Verteilnetzen, Fernwärmeversorger und Ladepunktbetreiber den Sektoren besonders wichtiger und wichtiger Einrichtungen zu (§ 28 und Anlage 1 BSIG); ob Ihr Haus erfasst ist, hängt von Größe und Rolle ab.

  • Aufbewahrungs- und Löschfristen je Dokumentart
  • Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmer prüfen
  • Sicherheitsnachweise des Anbieters anfordern (zum Beispiel ISO/IEC 27001)
  • Zuständigkeit für BSIG-Pflichten im Haus klären

Normen geöffnet auf gesetze-im-internet.de und EUR-Lex (Verordnung (EU) 2016/679), Stand 07.10.2026: § 6a, § 7, § 20a, § 40, § 41, § 41a, § 111a, § 111b EnWG, § 7 UWG, § 257 HGB, § 147 AO, § 28 BSIG. Keine Rechtsberatung.

Kosten

Rechenbeispiel Gesamtkosten
für ein Stadtwerk mit 35 CRM-Nutzern.

Rechenbeispiel von Find-Your-CRM, kein Angebot eines Herstellers: Ein Stadtwerk mit rund 150 Mitarbeitenden führt ein CRM für 35 Nutzer aus Vertrieb, Kundenservice, Netzanschluss und Marketing ein, mit Anbindung an das Abrechnungssystem, DMS und Kundenportal. Die Lizenzspanne von 35 bis 120 € je Nutzer und Monat reicht vom Listenpreis eines Mittelstands-CRM (crm-now, 35 €) über Salesforce Sales Cloud Pro Suite (100 €) bis zu einer Annahme für Branchen-CRM mit Energiefunktionen, für das Hersteller keine Preise nennen. Plattformen mit eigener Energie-Cloud liegen laut Listenpreis deutlich darüber, siehe die zweite Tabelle. Alle übrigen Spannen sind Annahmen auf Basis von Erfahrungswerten von Find-Your-CRM. Interne Personalkosten sind nicht enthalten.

KostenblockAnnahmeEinmaligLaufend pro JahrSumme 3 Jahre
Lizenzen35 Nutzer35 bis 120 € je Nutzer und Monat0 €14.700 bis 50.400 €44.100 bis 151.200 €
EinführungKonfiguration und ProzesseWorkshops, Rollen, Vorgangstypen, Fristen, Berichte20.000 bis 80.000 €0 €20.000 bis 80.000 €
SchnittstellenCIS, DMS, Portal, E-MailDrei bis fünf Anbindungen, Pflege und Updates15.000 bis 60.000 €2.000 bis 8.000 €21.000 bis 84.000 €
DatenmigrationAltsysteme und ExcelKunden, Anlagen, Kontakte und Dokumente bereinigen und übernehmen8.000 bis 30.000 €0 €8.000 bis 30.000 €
SchulungKey-User-Konzept35 Anwender aus Service, Vertrieb und Netz5.000 bis 15.000 €0 €5.000 bis 15.000 €
Betrieb und WeiterentwicklungAdministration, AnpassungenExterne Stunden für Rechte, Vorlagen, Berichte0 €4.000 bis 15.000 €12.000 bis 45.000 €
Summeohne interne Personalkosten35 Nutzer über drei Jahre48.000 bis 185.000 €20.700 bis 73.400 €110.100 bis 405.200 €

Erfahrungswerte von Find-Your-CRM, Stand Oktober 2026, keine Herstellerangebote. Preisanker laut Herstellerseiten, Stand 07.10.2026: crm-now, 35 € je Account und Monat, Salesforce Sales Cloud Pro Suite, 100 € je Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, Salesforce Energy and Utilities Cloud, 250 bis 700 €. Mehrwertsteuerangaben je Anbieter prüfen. Modelle und Rabatte erklärt Preise und Modelle.

Preisanker

Listenpreise im Überblick:
was Hersteller veröffentlichen.

Viele Energie-CRM nennen keine Preise, weil Umfang, Nutzerzahl und Schnittstellen im Projekt bestimmt werden. Die Tabelle zeigt, was auf den Herstellerseiten am 07.10.2026 öffentlich steht, und rechnet den Listenpreis auf 35 Nutzer und zwölf Monate hoch. Alles andere ist auf Anfrage und gehört in Ihre Ausschreibung.

SystemListenpreis laut HerstellerseiteBezugsgrößeLizenz für 35 Nutzer pro JahrEinordnung
crm-nowKlassisches CRM35 €je Account und Monat, netto14.700 €Rabatte bis 50 % vor allem für kleine Unternehmen laut Hersteller
Salesforce Sales CloudPro Suite100 €je Benutzer und Monat, jährliche Abrechnung42.000 €Allgemeine CRM-Suite für Vertrieb, Service, Marketing und Commerce ohne Branchenfunktionen
Salesforce Energy and Utilities CloudService Core bis Sales und Service Max250 € bis 700 €je Benutzer und Monat, jährliche Abrechnung105.000 € bis 294.000 €Service Core 250 €, Sales und Service Core 325 €, Sales und Service Max 700 €
Resco FormsFormulare auf Power Platform19 € bis 50 €je Nutzer und Monat, netto7.980 € bis 21.000 €Power-App-Nutzer 19 €, Manager 50 €; Resco Mobile CRM nicht veröffentlicht
Schleupen.CS, CURSOR-CRMVersorger-Suite und Energie-CRMauf Anfragenach Umfang und Nutzernnicht ermittelbarAngebot nach Workshop, Betriebsmodell On-Premises oder Cloud klären
GEDYS, Leveto, 2SolarPlattform und Solar-Systemeauf Anfragenach Umfang und Nutzernnicht ermittelbarPreise nicht auf der Herstellerseite veröffentlicht

Hochrechnung von Find-Your-CRM: Listenpreis mal 35 Nutzer mal 12 Monate, ohne Rabatte, Einführung und Schnittstellen. Quellen: crm-now, Preise, Salesforce, Energy and Utilities Cloud Preise, Salesforce, Sales Cloud Preise, Resco, Preise, jeweils Stand 07.10.2026. Preise ändern sich, bitte vor Entscheidungen auf der Herstellerseite prüfen.

Vorgehen

Auswahl und Einführung im Versorgungsunternehmen
in sechs Schritten.

Die Schritte folgen der allgemeinen Methodik von Find-Your-CRM und ergänzen die Besonderheiten regulierter Versorgungsunternehmen. Details zu Phasen und Kriterien finden Sie unter CRM auswählen: fünf Phasen, acht Kriterien und CRM einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren. Eine Checkliste für den Datenumzug bietet CRM migrieren: Risiken, Vorgehen und Checkliste.

01

Rollen, Sparten und Prozesse klären

Halten Sie fest, welche Rollen Ihr Haus hat: Lieferant, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Wasser- oder Wärmeversorger, Energiedienstleister. Zeichnen Sie die Kundenwege auf: Vertragsabschluss, Wechsel, Beschwerde, Netzanschluss, Angebot für Solar oder Wallbox. Beteiligen Sie Vertrieb, Kundenservice, Netz, IT, Datenschutz und Geschäftsführung von Beginn an.

02

Führende Systeme je Datenobjekt festlegen

Erstellen Sie eine Integrationsmatrix: Welches System führt Kunde, Marktlokation, Messlokation, Vertrag, Tarif, Rechnung, Beschwerde, Angebot und Einwilligung? Klären Sie, ob Ihr CIS in den nächsten Jahren wechselt, etwa wegen des Wartungsendes bei SAP, und planen Sie die Schnittstelle so, dass sie dies übersteht.

03

Datenschutz und Entflechtung konzipieren

Entwickeln Sie mit der Datenschutzbeauftragten oder dem Datenschutzbeauftragten ein Konzept: Zwecke, Rechtsgrundlagen, Einwilligungen, Löschfristen und das Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO. Legen Sie fest, wie Netz- und Vertriebsdaten getrennt werden (§ 6a EnWG), und regeln Sie den Vertrag nach Art. 28 DSGVO für Cloud-Systeme.

04

Anforderungen gewichten und Shortlist bilden

Übersetzen Sie die Prozesse in einen gewichteten Anforderungskatalog mit Muss- und Kann-Kriterien. Das CRM-Matching für Energieversorger und Stadtwerke erzeugt aus Ihrer Unternehmens-URL ein Anforderungsprofil und eine dokumentierte Shortlist in rund 6 Minuten, kostenlos und ohne Registrierung. Im Selection Portal bewerten Vertrieb, Service und IT gemeinsam.

05

Demo mit echten Szenarien durchführen

Lassen Sie jeden Anbieter dieselben Szenarien zeigen: Preisanpassung mit Fristenkontrolle, Lieferantenwechsel mit Rückgewinnung, Beschwerde mit Vier-Wochen-Frist, Netzanschlussantrag, Angebot für eine Photovoltaikanlage und eine Kampagne mit Einwilligungsprüfung. Fordern Sie Referenzen aus Unternehmen Ihrer Größe und Sparte an.

06

Pilot, Migration und Rollout planen

Starten Sie mit einem abgegrenzten Pilot, zum Beispiel Kundenservice und Beschwerdemanagement oder Gewerbevertrieb. Bereinigen Sie Daten vor der Migration, benennen Sie Key-User und messen Sie Kennzahlen wie Erstlösungsquote, Bearbeitungszeit und Fristeinhaltung. Rollen Sie danach Sparte für Sparte oder Team für Team aus.

Vorgehen und Reihenfolge entsprechen der Methodik von Find-Your-CRM. Aufwand und Dauer hängen von Systemlandschaft und Datenqualität ab.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was ist ein CRM für Energieversorger und Stadtwerke?

Ein CRM für Energieversorger und Stadtwerke ist eine Software, die Kundenbeziehungen, Vertrieb, Service und Kampagnen in der Energie- und Wasserwirtschaft steuert und mit Abrechnung und Marktkommunikation zusammenspielt. Es bildet Kunden mit Standorten, Marktlokationen, Verträgen und Vorgängen ab. Es ersetzt nicht das Abrechnungssystem (CIS), sondern ergänzt es um Vertriebssteuerung, Beschwerdemanagement und Marketing. Die Grundlagen erklärt Was ist ein CRM?

Braucht ein Stadtwerk ein CRM, wenn es schon ein Abrechnungssystem hat?

Ja, wenn Vertrieb, Service und Marketing mehr leisten sollen als Rechnungen und Stammdaten. Das CIS führt Zählpunkt, Vertrag, Tarif und Abrechnung, bildet aber Chancen, Angebote, Kampagnen und Beschwerdeverläufe oft nur begrenzt ab. Manche Versorger-Suiten bringen Kundenservice-Module mit; laut einem Anwenderbericht bauen die Stadtwerke Emden das Modul CS.KSP von Schleupen.CS fast zu einem CRM-System aus, die Segmentierung kommt dabei von einem Dienstleister. Ob das reicht, hängt von Ihrem Vertriebsanteil im Gewerbe und von Ihren Marketingzielen ab.

Was sind Marktlokation, Messlokation und Zählpunkt?

Die Marktlokation ist die Stelle, an der Energie erzeugt oder verbraucht wird und die mit einem Netz verbunden ist; die Messlokation ist der Ort, an dem Energie gemessen wird. Laut BDEW ist die Marktlokation Anknüpfungspunkt für Lieferverträge und Bilanzierung, die Messlokation wird über die Zählpunktbezeichnung identifiziert. Eine Marktlokation kann mehrere Messlokationen haben, etwa bei Haupt- und Untermessung. Das CRM sollte diese Identifikationsnummern aus dem führenden System übernehmen und mit dem Kundenstandort verknüpfen.

Wie unterstützt ein CRM den Lieferantenwechsel?

Das CRM unterstützt Wechsel durch Status, Rückgewinnung und Auswertung, die technische Abwicklung bleibt in der Marktkommunikation. Nach § 20a Abs. 2 EnWG darf das Wechselverfahren drei Wochen ab Zugang der Anmeldung zur Netznutzung beim Netzbetreiber nicht überschreiten, und ab 1. Januar 2026 muss der technische Wechsel binnen 24 Stunden vollzogen werden und an jedem Werktag möglich sein. Die Bundesnetzagentur hat die dafür nötigen Marktprozesse in der Festlegung BK6-22-024 vom 21.03.2024 geregelt, der beschleunigte Wechsel ist laut Bundesnetzagentur seit dem 6. Juni 2025 abzuwickeln. Im CRM sehen Vertrieb und Service Kündigungseingang und Wechselgrund und können Rückgewinnungsangebote steuern. 2024 wechselten laut Bundesnetzagentur rund 7,1 Millionen Haushalte den Stromanbieter.

Welche Fristen gelten für Beschwerden von Verbrauchern?

Verbraucherbeschwerden zu Netzanschluss, Energielieferung und Messung sind innerhalb von vier Wochen ab Zugang zu beantworten (§ 111a EnWG). Wird nicht abgeholfen, müssen Sie die Gründe in Textform darlegen und auf das Schlichtungsverfahren nach § 111b EnWG hinweisen, zu dem eine Teilnahmepflicht besteht. Außerdem müssen andere an der Belieferung beteiligte Unternehmen informiert werden, wenn sie der Beschwerde abhelfen können. Ein CRM sollte deshalb Fristampel, Vorlagen und Weiterleitung an Netz- oder Messstellenbetreiber abbilden.

Wann muss ich Kunden über Preisänderungen informieren?

Bei einseitigen Preisänderungen muss die Unterrichtung spätestens zwei Wochen, bei Haushaltskunden spätestens einen Monat vor Eintritt der Änderung erfolgen (§ 41 Abs. 5 EnWG). Der Kunde kann dann ohne Einhaltung einer Frist zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens kündigen. Im CRM lässt sich das als Kampagne mit Fristrechner, Versandnachweis und Folgevorgängen für Rückfragen abbilden. Ob eine Preisänderung im Einzelfall zulässig ist, klären Sie rechtlich; das CRM sorgt für Termintreue und Nachweis.

Welches CRM passt zu einem kleinen und welches zu einem großen Stadtwerk?

Kleine Stadtwerke fahren häufig mit der Versorger-Suite oder einem schlanken, konfigurierbaren CRM gut, große brauchen meist ein Energie-CRM oder eine Plattform mit starken Integrationen. Im Katalog führt Schleupen.CS 58 Referenzen, CURSOR-CRM neun und GEDYS IntraWare 25, die Größenklassen reichen laut Profil von mittleren bis zu Enterprise-Unternehmen. Entscheidend sind Sparten, vorhandenes CIS und Vertriebsanteil. Eine dokumentierte Shortlist liefert das CRM-Matching in rund 6 Minuten.

Was kostet ein CRM für ein Stadtwerk?

Die Gesamtkosten für 35 Nutzer liegen im Rechenbeispiel von Find-Your-CRM bei rund 110.000 bis 405.000 € über drei Jahre ohne interne Personalkosten. Lizenzen machen nur einen Teil aus; Einführung, Schnittstellen zum Abrechnungssystem und Datenmigration bestimmen die Spanne. Öffentliche Listenpreise gibt es nur bei einzelnen Anbietern, etwa 35 € je Account und Monat bei crm-now oder 250 bis 700 € je Benutzer und Monat bei der Salesforce Energy and Utilities Cloud. Die meisten Branchen-CRM nennen ihre Preise auf Anfrage. Weitere Modelle erklärt Preise und Modelle.

Wie lässt sich ein CRM an SAP IS-U oder S/4HANA Utilities anbinden?

Die Anbindung erfolgt über Schnittstellen, nicht über direkten Datenbankzugriff, und sollte einen späteren CIS-Wechsel überstehen. Laut ZfK endet die reguläre SAP-Wartung für die ältere ERP-Generation zum 31. Dezember 2027, Versorger mit SAP IS-U müssen bis dahin wechseln oder eine Übergangslösung wählen. Nutzen Sie eindeutige Schlüssel wie Kundennummer und Marktlokations-ID, und legen Sie fest, welche Daten das CRM lesen und welche es schreiben darf. itmX nennt SAP-Integration als Schwerpunkt, ohne Versorgerfokus laut Profil.

Dürfen Netz- und Vertriebsdaten im CRM zusammengeführt werden?

Nicht ohne Weiteres: Vertikal integrierte Unternehmen und Netzbetreiber müssen die Vertraulichkeit wirtschaftlich sensibler Informationen wahren und sie gegenüber anderen Unternehmensteilen vertraulich behandeln (§ 6a EnWG). Praktisch heißt das getrennte Mandanten oder Rollen und Feldrechte für Netzdaten. Der Wortlaut nennt keine Größenschwelle, die Ausnahme für kleine Verteilnetzbetreiber in § 7 Abs. 2 EnWG betrifft die rechtliche Entflechtung. Lassen Sie die Datenarchitektur von Rechtsabteilung und Datenschutz freigeben.

Wie hilft ein CRM beim Vertrieb von Solar, Wallbox und Wärmepumpe?

Ein CRM bildet den Weg vom Lead über Angebot und Installation bis zur Wartung ab und macht Bestandskunden gezielt ansprechbar. Der Bestand wächst: 2025 kamen laut Bundesnetzagentur 16,4 Gigawatt Photovoltaik hinzu, und der BWP meldet 299.000 abgesetzte Heizungswärmepumpen. Systeme wie 2Solar (heute Sollit) und Leveto sind auf Installationsbetriebe zugeschnitten; CURSOR-CRM nennt in EVI Energiedienstleistungen wie Photovoltaik und Wallboxen. Für Stadtwerke zählt, ob Angebot und Wartung mit Ihrem Vertragsbestand verknüpft sind.

Darf ich Bestandskunden per E-Mail anschreiben?

Ja, unter engen Bedingungen: Nach § 7 Abs. 3 UWG ist E-Mail-Werbung ohne ausdrückliche Einwilligung zulässig, wenn Sie die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten haben, für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen werben, der Kunde nicht widersprochen hat und bei Erhebung und jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wurde. Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern braucht dagegen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Das CRM sollte je Kanal Einwilligung, Quelle und Widerspruch speichern. Ergänzend gilt Art. 21 DSGVO.

Cloud oder On-Premises: was ist für Versorger sinnvoll?

Beide Betriebsmodelle sind verbreitet, entscheidend sind Datenschutz, Sicherheitsnachweise und Integrationsaufwand. CURSOR-CRM nennt laut Hersteller On-Premises oder Cloud in deutschen Rechenzentren, GEDYS IntraWare Hosting in Deutschland für die Cloud-Variante. Bei Cloud-Systemen brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO; als Unternehmen der Energieversorgung prüfen Sie zudem Ihre Pflichten nach dem BSI-Gesetz. Laut Destatis nutzten 2025 insgesamt 54 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Services, unter diesen Nutzern setzen jeweils 23 % CRM- bzw. ERP-Software aus der Cloud ein.

Wie lange dauert die Einführung eines CRM im Stadtwerk?

Nach Erfahrungswerten von Find-Your-CRM dauert ein abgegrenzter Pilot einige Wochen bis wenige Monate, ein vollständiger Rollout mit CIS-Anbindung und Datenmigration mehrere Monate bis über ein Jahr. Cloud-Lösungen starten schneller: GEDYS nennt für die SaaS-Variante mehrere Wochen bis zum Start. Die Dauer hängt von Datenqualität, Zahl der Schnittstellen und Verfügbarkeit der Fachbereiche ab. Eine Phasenplanung finden Sie unter CRM einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren.

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